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Beschlussvorlage stößt auf Unverständnis
Trotz großen Besucherandrangs ist im 50-Meter-Becken des Obertsroter Bads genügend Platz zum Schwimmen.Juch
22.07.2016 - 00:00 Uhr
Von Wolfgang Froese

Gernsbach - Begleitet vom Beifall einer großen Zahl von Bürgern im völlig überfüllten Sitzungssaal hat sich der Ortschaftsrat Obertsrot am Mittwochabend für die Sanierung und den langfristigen Erhalt des von der Schließung bedrohten Stadtteilbades ausgesprochen. Ein entsprechender Antrag an den Gernsbacher Gemeinderat, der von Uwe Meyer (FBVG) formuliert worden war, wurde einstimmig angenommen.

"Mit so einem Ansturm habe ich nicht gerechnet", zeigte sich Ortsvorsteher Walter Schmeiser baff angesichts des Stroms an Besuchern, die sich schon vor dem Eingang zur Ebersteinhalle drängelten und für die es dann trotz zusätzlich bereitgestellter Stühle nicht für alle eine Sitzgelegenheit gab.

Schmeiser sagte eingangs, dass für ihn nach wie vor der Beschluss des Gemeinderats vom vergangenen Jahr gelte, der die Voraussetzungen für den langfristigen Betrieb aller drei Stadtteilbäder in Lautenbach, Obertsrot und Reichental geschaffen habe. Er habe "Probleme mit der Sitzungsvorlage", die die Schließung des Bades "bei zwingendem Investitionsbedarf" vorsieht, denn sie passe nicht zu dem genannten Gemeinderatsbeschluss.

Stadtbaumeister Jürgen Zimmerlin wollte sich ausdrücklich nur zu den "technischen Rahmenbedingungen" und nicht zu den sich daraus ergebenden politischen Folgerungen äußern. Er legte nochmals dar, dass die technischen Anlagen des Schwimmbads Obertsrot nicht mehr "betriebssicher" seien. Knackpunkt ist die Kostenentwicklung für die notwendige Erneuerung der Filteranlage und die Herstellung einer horizontalen Beckendurchströmung. Für diese Investitionen waren im städtischen Haushalt 450 000 Euro veranschlagt. Inzwischen sind es nach detaillierter Ermittlung (einschließlich der Erneuerung des Planschbeckens) rund 800000 Euro, da entgegen der bisherigen Annahmen ein vollständig neues Filtergebäude mit einem vergrößerten Schwallwasserbehälter und Schachtbauwerken errichtet werden müsste. Bürgermeister Dieter Knittel hatte die Kostenentwicklung zum Anlass genommen, die von ihm seit langem favorisierte Schließung des Stadtteilbades erneut auf die Tagesordnung zu setzen (wir berichteten).

Dafür hagelte es im Ortschaftsrat heftige Kritik. Uwe Meyer erinnerte daran, dass bei dem Grundsatzbeschluss des Gemeinderats von einer Förderung des Vorhabens durch das vom Land Baden-Württemberg finanzierte ELR-Programm noch keine Rede gewesen sei. Ziehe man den inzwischen zugesagten Betrag von 115000 Euro ab, gehe es letztlich um eine Deckungslücke von 235000 Euro. "Eine solche Summe hat uns noch nie bewogen, eine Investition aufzuheben", sagte Meyer, der seit 1999 auch Mitglied des Gemeinderats und Vorsitzender der FBVG-Fraktion ist. Er betonte, dass Obertsrot bereits "viele Vorleistungen" für die städtische Haushaltskonsolidierung erbracht habe und erwähnte in diesem Zusammenhang die Umwandlung des örtlichen Kindergartens in eine gesamtstädtische Krippe, die Schließung der Grundschule mit dem Verkauf des Gebäudes sowie den Verzicht auf die Ortsverwaltung. "Obertsrot alleine könnte sich das Schwimmbad leisten", meinte er mit Blick auf zwei maßgebliche, im Stadtteil beheimatete Gewerbesteuerzahler.

Herbert Fritz (CDU) griff die Aussage von Zimmerlin auf, dass man bereits bei der Stellung des ELR-Förderantrags von einer Gesamtsumme von 650000 Euro ausgegangen sei. Die Kostensteigerung sei also bekanntgewesen. Er nannte mit der Parkierung des Färbertorplatzes und der Renovierung der Zehntscheuern zwei Vorhaben, über die man durch Einsparungen die Mehrkosten für das Schwimmbad kompensieren könne. Er bezeichnete die Schließung des Bads als einen "Schlag ins Gesicht der Obertsroter Bürger" und zugleich als "Einstieg in den Ausstieg" für alle Stadtteilbäder.

Rainer Graszies (SPD), Christoph Sontheimer (FBVG), Andrea Möhrmann (CDU) und Dr. Eckehard Hilf (CDU) schlossen sich ihren Vorrednern im Wesentlichen an. Schmeiser betonte nochmals die Bedeutung des Schwimmbadfördervereins. "Wer soll dann noch ehrenamtliches Engagement leisten", fragte er angesichts der drohenden Schließung in die Runde.

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