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"Völlig verlottert - peinlich für Gernsbach"
Bedröppelnder Anblick: Bei der veralteten Duschanlage geht links gar nichts mehr, in der Mitte kommt nur ein Rinnsal, rechts fließt ein bisschen Wasser.  Foto: Metz
20.10.2016 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Gernsbach - "Sind eure Duschen wenigstens warm?" Der bange Blick des Iffezheimer Tischtennisspielers geht nach dem Match in Richtung Spieler des TTC Muggensturm. "Klar", antwortet der Bezirksklassen-Spieler und schaut wohl reichlich verdutzt drein. "Mit Schaudern denken wir an unser Auswärts-Duell in Gernsbach zurück", erklärt der Iffezheimer seine ungewöhnliche Frage und schiebt nach: "Da kam, wenn überhaupt, nur kaltes Wasser!"

Mit dem wäre Dennis Fettig glücklich gewesen, hätte es wenigstens in der Realschulturnhalle ordentlich aus den Duschen geprasselt. Das Ötigheimer Pingpong-Ass erinnert sich an das Gastspiel in der Papiermacherstadt vor allem deshalb, "weil ich fünf Minuten brauchte, um mit dem Rinnsal den Schaum wegzuspülen". Gernsbacher fahren angesichts der Situation ohnehin lieber gleich nach Hause zum Duschen.

"Das ist doch peinlich für uns und die Stadt", findet Dr. Bernd Schaude mit Blick auf die Realschulhalle. Das Tischtennis-Urgestein verfolgt seit Jahren, wie die Heimstatt des TV Gernsbach immer mehr verkommt. "Wasserhähne sind mit grünem Belag überzogen, die Duschen versifft, über die sanitären Anlagen reden wir besser nicht. In den Umkleidekabinen verrutschten Gestelle - manches wäre vom Hausmeister mit einfachen Mitteln zu beheben", befindet Schaude, "doch unsere Beschwerden bei der Stadt perlten seit Jahren ab."

Beschwerden perlen ab

Seine Kameraden packte deshalb der heilige Zorn, "nach dem Training setzten sich ein paar zusammen und beschlossen, dass wir alle noch einmal bei der Stadt anrufen", erzählt der 72-Jährige über das Gespräch mit seinen altgedienten Vereinskollegen Wolfgang Giese, Karl-Heinz Kübler, Dieter Köhler und Alfred Pylla.

"Die Duschen in der Realschulturnhalle sind schon seit Jahren nicht mehr voll funktionsfähig. Die Temperatur lässt sich nicht mehr regeln, entweder ist das Wasser zu kalt oder so heiß, dass man sich verbrüht. Seit zwei Monaten wurde es allerdings noch viel schlimmer. Die meisten Duschen gehen gar nicht mehr - und aus den wenigen, die noch funktionieren, kommt fast gar kein Wasser mehr", schreibt CDU-Gemeinderat Wolfgang Müller in einem Brief an Bürgermeister Dieter Knittel. Das ehemalige Stadtoberhaupt wollte "die wichtige Angelegenheit" bereits bei der jüngsten Gemeinderatssitzung unter "Anfragen" vortragen. Doch angesichts der fortgeschrittenen Stunde nach 22 Uhr - vor allem die Abstimmung über die Unechte Teilortswahl und die Debatte über drei umstrittene Baugebiete beschäftigten den Rat in den vier Stunden - verzichtete Müller auf weitere drohende Diskussionen. Teile des Gemeinderats zeigten sich beim anschließenden Nachsitzen im "Brüderlin", das auch die Stammkneipe der Tischtennis-Asse ist, uneinsichtig, was Sofortmaßnahmen anlangt. "Uns wurde Polemik vorgeworfen, als wir einwandten, dass die Halle völlig verlottert", berichtet Schaude.

Er zeigt wie Müller wenig Verständnis dafür, dass erst 2017 Mittel im Haushalt der Stadt eingestellt werden sollen, um die Malaise zu beseitigen - zumal in die Ertüchtigung der Stadionhalle die Jahre zuvor Millionen gesteckt worden waren und nun plötzlich aufs Kleingeld geachtet wird. "Die Maßnahmen sind doch eine Sache des Wollens", meint der an der Platte als äußerst besonnen geltende Schaude ungewohnt scharf.

Der seit fast sechs Jahrzehnten aktive TVG-Spieler gibt auch Umweltaspekte zu bedenken: "Alle noch halbwegs funktionierenden Duschen muss man lange laufen lassen, um überhaupt mal warmes Wasser zu bekommen. Die Umkleidekabinen sind manchmal völlig überhitzt. Das ist doch Energieverschwendung. Wegen des grünen Belags fragten wir auch beim Stadtbauamtsleiter nach, ob nicht das Gesundheitsamt verständigt werden müsse", erzählt Schaude bedröppelt und beklagt Ignoranz, "von dort hieß es, man habe nichts mitbekommen ..."

Ein kleines Rinnsal der Hoffnung - der Duschanlage entsprechend - plätschert nun aber doch durch Gernsbach: "Die Chefetage hat sich die Sache angeschaut", berichtet der städtische Pressesprecher Sven Missal und kündigt nach der BT-Anfrage an, "wir ermitteln die Kosten, legen sie dem Gemeinderat vor und bringen alles auf Vordermann, wenn es kurzfristig zu machen ist".

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