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Ein neues Konzept soll her
09.11.2016 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Ein Konzept muss her, darüber zeigte sich der Gemeinderat fast einstimmig einig am Montagabend. Weitgehende Einigkeit besteht auch darüber, dass alle Friedhöfe erhalten bleiben sollen. Vier wesentliche Punkte umfasst der Beschluss, der in öffentlicher Sitzung nach eingehender Diskussion gefasst wurde:

Die Verwaltung erstellt, falls erforderlich mit externer Hilfe, ein Konzept für alle Friedhöfe.

Auf dem Waldfriedhof wird ein Grabfeld für "Sternenkinder" angelegt.

Die Genossenschaft der badischen Friedhofsgärtner wird mit der Planung von zwei gärtnerisch betreuten Grabfeldern in Bad Rotenfels und Ottenau beauftragt.

Die Überplanung des Friedhofs in Bad Rotenfels darf maximal 10000 Euro netto kosten und wird von der Gärtnerei Kamm, Gaggenau, in Zusammenarbeit mit dem Obst- und Gartenbauverein, durchgeführt. Für die Sanierung des Hauptwegs des Friedhofs Ottenau werden außerplanmäßig bis zu 40000 Euro bewilligt.

Reinhold Künstle (FWG) stimmte gegen die Erstellung eines Konzepts: Schon 2010 habe der Gemeinderat ein Konzept erstellen lassen: "Was ist daraus geworden?" Bürgermeister Michael Pfeiffer entgegnete, dass es sich dabei wohl nur um einen "ersten Ansatz" gehandelt habe.

Die Unzufriedenheit mit der Situation auf den Friedhöfen, insbesondere dem Pflegezustand, hatte die CDU-Fraktion dazu gebracht, einen Statusbericht anzufordern. "Man muss nicht unbedingt gleich die Zahl der Pflegedurchgänge erhöhen", gab Fraktionschefin Dorothea Maisch zu bedenken, es könnte schon reichen, "wenn das regelmäßig gemacht und kontrolliert wird, was gemacht werden soll." So seien Sträucher nicht geschnitten worden oder Bänke, die gestrichen werden sollten, würden verfallen. Im Rahmen der ausführlichen Diskussion erinnerte Elke Henschel, Leiterin der Abteilung Umwelt, einige Male daran, dass die Verwaltung mit den Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen, auskommen müsse. So hätten zum Beispiel in diesem feuchten Frühjahr die Grünflächen sehr viel öfter gemäht werden müssen als vorgesehen. "Wir können alles machen, aber wir müssen uns bewusst sein: Es schlägt sich alles in den Kosten nieder." Entweder ein niedriger Kostendeckungsgrad oder eine Erhöhung der Friedhofsgebühren wird also die Folge sein.

Fläche für Urnengräber wird knapp

Bürgermeister Pfeiffer sagte zur CDU-Forderung: "Ich habe mich auch gewundert, dass es noch keine Bestandsaufnahme gibt." Das Thema sei in den letzten Jahren wohl nicht so kontinuierlich aufgearbeitet worden, wie es hätte sein sollen. Nun brauche man "sehr viel Zeit", bis alles aufgearbeitet sein werde. Doch: In absehbarer Zeit werde man, wenn nichts geschehe, bestimmte Grab-Arten nicht mehr anbieten können. Gleichwohl müsse die Bestandsaufnahme extern vergeben werden, denn das könne die Stadtverwaltung derzeit nicht leisten, verwies er auf Personalprobleme.

Priorität sollten die beiden großen Friedhöfe in Bad Rotenfels und Ottenau haben. Zu allererst gelte es aber "die Dinge, die drängen, auf Vordermann" zu bringen. Einen "großen Sanierungsrückstau" gebe es auf allen Friedhöfen, dies werde auch an den Einsegnungshallen deutlich. Dringende Reparaturen würden ausgeführt. Aber gerade in der Hochbauabteilung gebe es enorme Personalprobleme.

In ihrem Statusbericht berichteten Elke Henschel und der Leiter der Friedhofsverwaltung, Theo Schmidle, dass es in der Großen Kreisstadt regelmäßig rund 300 Sterbefälle pro Jahr gebe - dies entspricht rund einem Prozent der Bevölkerung. 2015 waren es allerdings 331 Verstorbene. Davon entfallen drei Viertel auf Gaggenau, Bad Rotenfels und Ottenau. Der Anteil der Urnenbestattungen habe sich auf 80 Prozent oder mehr eingependelt. Unverändert großen Zuspruch erfahren die Baumbestattungen. Seit der Einführung 2012 hat es schon 94 dieser Begräbnisse gegeben. Aufgrund der großen Nachfrage werde mittelfristig trotz Nachpflanzungen nicht auf allen Friedhöfen dieses Angebot vorgehalten werden können.

Bürgermeister Pfeiffer konstatierte eine "ganz klare Entwicklung weg von den Erdbestattungen hin zu den Urnengräbern". Nur noch zwei bis zweieinhalb Jahre würden aber derzeit die Flächen für Urnen ausreichen. Es gelte nun, weitere Flächen umzuwidmen, das sei ein relativ hoher Zeitdruck.

Der Kostendeckungsgrad auf den Friedhöfen hat sich erhöht, nicht zuletzt aufgrund der jüngsten Gebührenerhöhungen:

2013: 76 Prozent

2014: 90 Prozent

2015: 92 Prozent.

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