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Flucht vor der Polizei führt nach Bermersbach
Flucht vor der Polizei führt nach Bermersbach
09.11.2016 - 00:00 Uhr
Gernsbach (stj) - "Wo die Liebe hinfällt." Dieses Sprichwort gebrauchte Amtsgerichtsdirektor Ekkhart Koch gestern Vormittag, als ihm eine junge Frau aus Gernsbach gegenübersaß. Sie musste sich auf der Anklagebank wegen Betrugs verantworten. Mit ihrem damals von der Polizei gesuchten Freund hat sie sich am 2. April dieses Jahres für knapp einen Monat in eine Ferienwohnung in Bermersbach eingemietet, dann aber zum Großteil die Zeche geprellt.

"Ich wollte einfach bei ihm sein, ich habe einen Fehler gemacht", erklärte die 21-Jährige, schließlich sei der 18 Jahre ältere Mann "die Liebe meines Lebens". Inzwischen sitzt der 39-Jährige wegen diverser Straftaten (Diebstahl, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Betrug) in der Justizvollzugsanstalt Offenburg ein. Von dort aus wurde er gestern von zwei Beamten in Handschellen zum Amtsgericht nach Gernsbach gebracht, wo er alle Schuld auf sich nahm: "Ich habe sie da mit reingezogen, sie hat mit der Sache nichts zu tun", versicherte er im Zeugenstand.

Im Kinzigtal klicken die Handschellen

Er habe seiner Freundin auf der Flucht versichert, das Geld für die Ferienwohnung aufzutreiben, sei dann aber von Bekannten und Verwandten im Stich gelassen worden. Weil er keinen Ausweis hatte, benutzte er eine falsche Krankenkassenkarte, um sich unter falschem Namen auszuweisen. Dies allerdings akzeptierte der Vermieter in Bermersbach nicht, weshalb die Freundin auf dem Mietvertrag unterzeichnete. Letztlich sei sie dann auch dafür verantwortlich, dass die Summe von insgesamt 676 Euro bezahlt wird, erklärte Richter Koch, warum die junge Dame wegen Betrugs angeklagt wurde.

Als die beiden wochenlang unter fadenscheinigen Ausreden keine Miete zahlten (bis auf zweimal 50 Euro, die eigentlich schon als Anzahlung beim Bezug der Ferienwohnung fällig gewesen wären), ging der Bermersbacher letztlich zum Polizeiposten Gernsbach und erstattete am 29. April Anzeige. Doch als die Polizei nach Bermersbach kam, waren die Flüchtigen schon weitergezogen. Ihr Weg führte nach Gutach im Kinzigtal, wo sie ein Zimmer auf einem landwirtschaftlichen Betrieb anmieteten - auch dort ohne zu bezahlen, stattdessen ließen sie Kleinigkeiten wie Duschgel und Ähnliches mitgehen. Nach drei Tagen wollten sie ihren Aufenthalt verlängern, doch dann klickten die Handschellen. Die Schulden, die das Pärchen in Bermersbach und Gutach hinterlassen hat, sind inzwischen von der Mutter der 21-Jährigen beglichen worden.

"Tragisch", wie Richter Koch befand, denn wäre die Zahlung früher erfolgt, wäre der jungen Frau der Weg vors Amtsgericht erspart geblieben. Letztlich blieb es aber bei einem "blauen Auge" für die Angeklagte, die selbst schon vier Einträge im Bundeszentralregister (unter anderem Diebstahl und ein Verstoß gegen das Waffengesetz) vorzuweisen hat. Damit sich der Betrugsvorwurf bestätigt, muss die Absicht, nicht zu bezahlen, schon bei Vertragsabschluss bestanden haben. Das war ganz offensichtlich nicht der Fall, auch weil die Gernsbacherin bei der Vertragsunterschrift ihren richtigen Namen benutzte. Folglich wurde sie freigesprochen.

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