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"Unter dem Hammer": Vom Regenschirm bis zum Fahrrad
'Auktionator' Engelbert Lang versteigert Fundsachen im Foyer der Gaggenauer Jahnhalle.  Foto: Kiby
10.11.2016 - 00:00 Uhr
Von Kamala Kiby

Gaggenau - Damenschmuck, Goldringe, Eheringe, Halsketten und Uhren liegen auf der Garderobentheke aus, Regenschirme, eine Mütze, ein Fahrradhelm. Doch was eindeutig überwiegt sind Fahrräder, die in der Mitte des Jahnhallen-Foyers aufgestellt sind. Darunter befinden sich durchaus gut erhaltene Sporträder. Hauptsächlich Männer begutachten diese ganz genau, testen, ob sie richtig funktionieren, und suchen nach Makeln. Eine Frau mit Kopftuch scheint ganz genau zu wissen, was sie will. Sie hat ihr Fahrrad gefunden und weicht diesem nicht mehr von der Seite. Weitere tummeln sich beim Schmuck.

Engelbert Lang leitet seit etwa 30 Jahren die Fundsachenversteigerung. Nach einer kurzen Erklärung geht es mit den Uhren los. "Das ist jetzt etwas für die Männer, die bei ihren Frauen etwas gut zu machen haben", präsentiert er eine silberne Kette. Der Schmuck verkauft sich äußerst schnell zu sehr guten Preisen. "Damit können sie an Fasching als Piraten gehen." Für eine Wintermütze scheint sich niemand zu interessieren: "Passend zum Wetter, eine Mütze, ein Euro! Eine Mütze, kein Euro!", scherzt Lang, worauf murmelndes Gelächter zu hören ist.

Lockere Sprüche

Damit das Publikum die Regenschirme in ihrer ganzen Pracht erkennen kann, spannt er diese auf. Immer einen passenden Spruch parat, sorgt er dafür, dass die Auktion zu keiner Zeit langweilig wird und zügig voranschreitet. Funktionierende Sporträder, Damenräder, Herrenräder sowie Kinderräder gehen weg wie warme Semmeln. Mancher ersteht sogar gleich mehrere auf einmal. Geboten werden teilweise weit über hundert Euro, bis auch das letzte Fahrrad versteigert ist oder stehen bleibt.

Nach der Veranstaltung kommen noch interessierte Nachzügler, die sich übrig gebliebene Fundsachen anschauen. "Solche werden hinterher verschrottet", erzählt Lang. Das Publikum habe sich gewandelt, das alte Stammpublikum sei nicht mehr da. Woran das liegen könnte, wisse er nicht.

Mehr als 50 Fahrräder kamen "unter den Hammer". Etwa 40 Interessierte waren dabei, doch es waren auch schon doppelt so viele. Auch die Fundartikel seien schon vielfältiger gewesen. "Es gab schon alles Mögliche. Von Köpfhörern, Rührgeräten und Hörgeräten bis zu Glasaugen war schon alles dabei", blickt Lang zurück.

Die Fahrräder werden an den ungewöhnlichsten Orten gefunden. Manche sind kaputt und werden einfach abgestellt, andere werden geklaut und danach ins Gebüsch oder sogar in die Murg geworfen. Fahrräder, die im Wasser lagen, werden aber gleich verschrottet.

Finden Menschen Fahrräder, rufen sie die Polizei, die diese dann zur Fundstelle bringt. Oftmals kommen auch Leute, die ihre Sachen vermissen und darauf hoffen, sie bei der Auktion wieder zu finden. Einen Kaufbeleg als Nachweis muss man jedoch erbringen, um zu beweisen, dass es sich wirklich um persönliches Eigentum handelt.

Ob es möglicherweise die letzte von Engelbert Lang geleitete Versteigerung gewesen sein könnte, das wollte und konnte er nicht bestätigen. Da er erst in zwei Jahren in Rente gehe, sehe er sich durchaus noch bei den nächsten Versteigerungen, ist er zuversichtlich.

Die Frau mit dem Kopftuch ersteigert ihr Wunsch-Fahrrad und verlässt höchst zufrieden die Auktion. Die Fundsachenversteigerung in der Jahnhalle bringt insgesamt 742 Euro ein. Der Erlös fließt in die Stadtkasse.

Es ist mehr als nur eine normale Versteigerung, eher eine gelungene Mischung aus guter Unterhaltung und Verkauf. Jedes Jahr im Herbst findet diese wieder statt.

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