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Nicht nur die Vogelgrippe birgt Gefahren
12.11.2016 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Wieder einmal geht die Angst um vor der Vogelgrippe. Kann sie den privaten Haltern von Hühnern die Freude verderben? Sicher nicht. Doch Schutz vor Krankheiten ist ein wichtiges Thema, auch wenn man nur wenige Tiere im Garten hält.

Stallpflicht ist in Teilen Baden-Württembergs wegen der Vogelgrippe bereits verordnet. Was bedeutet das? Darf man wirklich die Hühner dann nicht ins Freie lassen? Ulrich Hültenschmidt (Foto: pr) weiß Bescheid. Er ist Vorsitzender des Kleintierzüchtervereins Gaggenau. Stallpflicht heißt: Die Hühner dürfen auf gar keinen Fall Kontakt mit Wildvögeln haben, macht Hültenschmidt deutlich. "Drin bleiben" sei das Beste. Viele Hobbyhalter wissen sich aber zu behelfen. Sie zäunen das Hühnergehege nicht nur seitlich, sondern auch von oben ein.

Impfen gegen die Vogelgrippe ist hierzulande verboten, erläutert Dr. Michael Götz. Der Tierarzt aus Wintersdorf ist Beauftragter für Tier- und Artenschutz des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter. Die Krankheit muss hierzulande mit dem Töten der erkrankten Tiere bekämpft werden, macht er klar. Das hat mit der internationalen Agrarwirtschaft zu tun. Denn Fleisch und Eier geimpfter Tiere lassen sich nicht mehr exportieren. Für Hobbyhalter ist ein weiteres Argument einleuchtender: Das Vogelgrippenvirus ändert sich ständig. Dies setze der Wirksamkeit einer Impfung enge Grenzen, unter Umständen könne eine Impfung sogar kontraproduktiv sein. Generell besteht eine Registrierungspflicht der Hühnerhaltung beim zuständigen Veterinäramt - mit Blick auf die Seuchenbekämpfung. Die Registrierung ist kostenlos.

Anders als bei der Vogelgrippe besteht eine Impfpflicht gegen die Newcastle-Krankheit. Michael Götz: "Einen sicheren Impfschutz kann man erreichen, wenn man eine Schluckimpfung über das Trinkwasser verabreicht." Etwas entspannter ist die Situation für Halter von industriell gezüchteten sogenannten Hybridhühnern: Diese Tiere wurden vor dem Verkauf mit der Nadel geimpft. Diese Impfung hält in der Regel mindestens ein Jahr.

Es ist jedem privaten Hühnerhalter anzuraten, sich einem der vielen Kleintierzuchtvereine anzuschließen. Sie organisieren regelmäßig Impfungen. Die Krankheit kann sich in vielerlei Symptomen äußern. Zehn Euro pro Jahr kostet die Mitgliedschaft im Kleintierzuchtverein Gaggenau, berichtet Ulrich Hültenschmidt. In diesem Betrag ist das Impfmittel bereits enthalten. Dieses werde über den Tierarzt beschafft, der Impfschutz halte mindestens ein halbes Jahr vor. Die Impfung beeinträchtige weder Qualität der Eier noch des Hühnerfleisches.

Als Hühnerhalter sollte man auch von weiteren Gefahren gehört haben: Da Hühner gerne Schnecken und Würmer fressen, ist ein Befall mit Spulwürmern nicht ausgeschlossen. Michael Götz: "Es gibt Entwurmungsmittel, bei denen man die Hühnereier trotzdem essen kann." Ein weiteres Parasitenproblem ist die Rote Vogelmilbe. Die Tiere sitzen in Ritzen im Stall und unter den Sitzstangen und gehen nachts zum Blutsaugen auf die schlafenden Tiere, die bei einem starken Befall geschwächt werden.

Wer Küken aufziehen will, der sollte sich vorher über dabei möglicherweise auftretende Krankheiten informieren.

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