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Protest gegen einen Durchstich
Die nördliche Hildastraße endet als Sackgasse. Eine Öffnung zur Friedrich-Ebert-Straße ist geplant. Foto: Senger
12.11.2016 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Die südliche Hildastraße soll nicht mehr Sackgasse sein und zur Friedrich-Ebert-Straße durchstoßen werden. Aber: "Noch mehr Verkehr! Wo soll das hinführen?", sagt ein Anwohner, als er den BT-Redakteur beim Fotografieren anspricht. Auf dem künftigen Wohnbaugebiet der Gärtnerei Hertweck, nur 150 Meter weiter nördlich, informiert sich derweil eine Interessentin über die künftige Bebauung. Keine Minute zu Fuß - und das Spannungsfeld ist durchmessen. Gegen die Öffnung der Hildastraße formiert sich derzeit eine Bürgerinitiative.

Wie berichtet, will die Konzok Planen+Bauen GmbH auf dem Areal der Gärtnerei Hertweck auf etwa 3000 Quadratmetern (zwischen Friedrich-Ebert- und Karl-Kohlbecker-Straße) mehrstöckige Wohnhäuser errichten. In einem von ihnen wird die Gärtnerei Hertweck weiter firmieren. Gegen die Baugenehmigung hat bereits Matthias Kohlbecker Einwände vorgetragen. Er ist Geschäftsführer des Architekturbüros Kohlbecker Gesamtplan.

Anwohner Andreas Gmünd will das Gespräch mit Oberbürgermeister Christof Florus suchen. Zunächst aber wird er Unterschriften sammeln: Gegen den geplanten Durchstich von der südlichen Hildastraße in die nördliche Hildastraße. "Die obere Hildastraße ist eine der ältesten Straßen in Gaggenau. Sie gehört zur Stadtmitte und wurde schon zweimal erheblich geschädigt", erinnert er an die Schäden durch die beiden Weltkriege.

"Fast 70 Jahre später werden die Häuser wieder in Mitleidenschaft gezogen: Nicht von den Bomben, vielmehr vom Durchfahrtsverkehr der Lkw, wenn die untere mit der oberen Hildastraße verbunden wird. Wie kann so was passieren?", fragt Gmünd.

Etwa ein Drittel bis die Hälfte der betroffenen Häuser seien deutlich älter als 100 Jahre "und haben kein festes Fundament. Bei dieser Bauweise wurden sie in Lehm gesetzt. Ich wohne selbst in der dritten Generation in einem Haus, das 1908 gebaut wurde".

Sorge um die alten Häuser

Gmünd befürchtet: "Wenn 2017 die Hildastraße eine Durchgangsstraße wird und die ersten großen Lkw durchfahren, kommen so viele Erschütterungen auf den Lehmboden unter der Straße, dass sich dann in den Häusern Erschütterungsrisse im Mauerwerk zeigen."

Wer sollte für diese Schäden aufkommen? Das ist eine Frage, die Andreas Gmünd umtreibt. Und weitere Fragen will er dem Stadtoberhaupt präsentieren: Wie könne es sein, dass die Bewohner eines ganzen Straßenzugs leiden müssten, nur weil die Stadt einem Investor entgegenkommen wolle und einen Durchstich genehmige? Und weiter fragt Andreas Gmünd: "Wie kommt es, dass die Anwohner nicht informiert wurden? Wie kann es sein, dass klammheimlich in einer Stadtratssitzung so etwas entschieden wurde?"

Antworten hat er noch keine, aber für ihn ist klar: "Ich lasse es mir nicht bieten und werde einen Bürgerprotest ins Leben rufen." Das Ziel ist leicht formuliert: Die Öffnung der Hildastraße darf nicht Realität werden. Er habe bereits positive Rückmeldungen aus dem Kreis der Anwohner erhalten, versichert Andreas Gmünd.

Letztlich gehe es nicht nur gegen die Öffnung der Hildastraße, sondern gegen den Bau weiterer "Klötze" wie in der nördlichen Hildastraße. Dort wurden bekanntlich auf dem brachliegenden Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs mehrstöckige Wohnbebauung und ein Ärztehaus errichtet.

Bereits jetzt sei die Hildastraße durch Schleichverkehr stark belastet. Denn viele Autofahrer suchten eine Abkürzung über Hildastraße und Rommelstraße, um den Weg über die oft überlastete Goethestraße/ Schillerstraße zu vermeiden.

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