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Hiobsbotschaft für Schwimmbad Obertsrot
Die Gäste des Freibads Obertsrot werden sich kommende Saison wohl nach einer Alternative umgucken müssen. Foto: Juch/av
16.11.2016 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Das Schwimmbad in Obertsrot kommt nicht zur Ruhe: Nachdem der Gemeinderat Ende Juli den Verwaltungsvorschlag gekippt hat, das Bad dicht zu machen, stellt jetzt das Gesundheitsamt des Landkreises sozusagen das Wasser ab. In einem Schreiben an die Stadt vom 4. November teilt die Behörde mit, "dass ein Weiterbetrieb unter den derzeitigen technischen Bedingungen nicht möglich ist, da eine Sicherstellung der Qualität des Schwimm- und Badebeckenwassers gemäß Paragraf 37 Absatz 2 Infektionsschutzgesetz nicht dauerhaft sichergestellt werden kann".

Bürgermeister Dieter Knittel gab diese Neuigkeiten am späten Montagabend im Gemeinderat bekannt. Das Gesundheitsamt war bei der jüngsten Badebetriebsprüfung am 21. Juli davon ausgegangen, dass die anstehende Sanierung bereits zum Beginn der Badesaison 2017 abgeschlossen sei. Nun aber, da sich der Zeitplan weiter verzögert hat, sehe man die Grundlage für eine reibungslose Saison 2017 nicht mehr als gegeben an.

Sehr zum Verdruss natürlich für den Förderverein des Schwimmbads, der mit viel Fleiß und technischem Know-how seit Jahren dafür Sorge trägt, dass die marode Filteranlage weiterläuft und die Wasserqualität stets den Anforderungen der behördlichen Vorschriften entsprochen hat. "Ich lasse mir das gefallen, wenn während der Saison so etwas passiert, aber im November?", wunderte sich Fördervereinsvorsitzende Heidi Fellmoser gestern im BT-Gespräch über die Anordnung des Landratsamts. Die Werte werden während des Badebetriebs ständig überprüft und waren auch in der abgelaufenen Saison stets in Ordnung, so Fellmoser: "Den Zeitpunkt für eine solche Mitteilung halte ich für völlig inakzeptabel." Kleinbeigeben werde man aber nicht: Schon heute wollen sich Mitglieder des Fördervereins mit Ortsvorsteher Walter Schmeiser treffen und einen "Schlachtplan" ausarbeiten, wie die Vorsitzende ankündigte.

"Ich habe mir gewünscht, dass direkt nach Saisonende die Bagger da stehen", zeigte sich auch Schmeiser verärgert: "Mir dauert das einfach viel zu lange." Schließlich hatte sich der Gemeinderat schon mal darauf verständigt, nach Saisonende 2015 die notwendigen Maßnahmen auszuschreiben, um diese im Frühjahr 2016 umsetzen zu können. Durch die Möglichkeit, über das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum an Fördergelder zu kommen, die im Februar 2016 auch genehmigt wurden, verzögerte sich die Sanierung. Doch auch nach Saisonende 2016 tat sich nichts Sichtbares.

Hinter den Kulissen aber ist viel getüftelt worden, wie Thomas Büchel vom gleichnamigen Ingenieurbüro auf Anfrage versicherte. Er ist diesen Sommer von der Stadt mit der Sanierung des Freibads beauftragt worden. Schon während der Saison habe sich abgezeichnet, dass - rein von den Abläufen (Bauantrag, Ausschreibung, Submission, Bauarbeiten) - eine Fertigstellung der Sanierung bis zum Saisonstart 2017 nicht möglich sein würde, erklärte Büchel. Bei der Maßnahme handle es sich schließlich um eine Großbaustelle, bei der nicht nur ein neues Filtergebäude samt Filteranlage gebaut wird, sondern auch ein Schlammfang, die Rohrleitungen, das Kinderbecken und die Wege rund ums Becken neu gemacht werden müssen.

Zuletzt habe man versucht, die Planung zu optimieren, erläuterte Büchel. Es sei auch möglich, einen Teil der Arbeiten parallel zum Badebetrieb laufen zu lassen. Für den Ablauf der Baumaßnahme sei eine Saison ohne Badebetrieb aber sicher von Vorteil, zumal die ausführenden Firmen in den Sommermonaten mehr Zeit haben und man schneller vorankomme. So sei vielleicht auch die eine oder andere Kostenersparnis drin. Wie Bauamtsleiter Jürgen Zimmerlin am Montag im Gemeinderat darlegte, bereite man derzeit den Bauantrag vor. Wenn dieser genehmigt ist (das dauert in der Regel zirka drei Monate), kann ausgeschrieben werden.

Der Versuch von Gemeinderat und Fördervereinsmitglied Dr. Eckehard Hilf (CDU), die nächste Saison noch irgendwie zu retten, stieß bei Bürgermeister Knittel auf taube Ohren: "Es schadet nicht, einfach mal für ein Jahr Demut zu üben und zu schließen."

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