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Ein letztes Mal am Totensonntag
Die Adventszeit steht bevor. Rechtzeitig Dekorationen dafür kann man morgen bei der Lebenshilfe kaufen. Foto: dpa
19.11.2016 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Seit 43 Jahren findet der Adventsbasar der Lebenshilfe Rastatt-Murgtal am letzten Sonntag vor dem Advent, dem morgigen Totensonntag, statt. In diesem Jahr wird dies zum letzten Mal sein. Denn der Termin verstößt gegen das Feiertagsgesetz, argumentiert die Stadt Gaggenau. Anlass für die Verschiebung waren Bedenken aus dem Kreis der evangelischen Kirchengemeinde.

Der Basar in der Kulturhalle in Bad Rotenfels zählt zu den Terminen, für die es eigentlich keiner Ankündigung bedürfte. Kurz vor Beginn der Adventszeit dient er zur Einstimmung auf dieselbe. Seit Monaten wird dafür gebastelt und gewerkelt - schließlich sollen die Waren dazu beitragen, vorweihnachtliche Stimmung in die Häuser zu bringen.

Direkt neben der Festhalle, wo der Basar stattfindet, ist das Gotteshaus der evangelischen Johannesgemeinde. Pfarrer Ralf Velimsky betonte gestern auf BT-Anfrage: "Wir haben nichts gegen die Lebenshilfe, wir unterstützen sie auch gerne." Doch werde der Gottesdienst - Beginn 10 Uhr, Ende gegen 11 Uhr - durch das Basargeschehen beeinträchtigt. Das seit Jahrzehnten gültige Gesetz sei hier eindeutig, so Velimsky, entsprechend habe die Stadtverwaltung auch umgehend auf den Hinweis aus der evangelischen Kirchengemeinde reagiert. "Der OB hat gleich gesagt, dass es da nichts zu diskutieren gebe", berichtet Velimsky. Am katholischen Feiertag Allerheiligen (1. November) hätte der Basar im katholisch geprägten Gaggenau nie stattgefunden, glaubt der evangelische Geistliche. "Aber da die Evangelischen hier in der Minderheit sind, habe ich darauf hingewiesen", erläutert er. Velimsky geht im nächsten Jahr in Ruhestand. Die Johanneskirche samt Pfarrhaus steht zum Verkauf. Für die zusammengeführten evangelischen Kirchengemeinden in Gaggenau mit Helga Lamm-Gielnik (Markusgemeinde) und Andrea Kampschröer (Lukasgemeinde) wird es dann noch zwei Pfarrerinnen für die derzeit 4870 evangelischen Christen in der Gesamtstadt geben (wir berichteten).

"Ein Tag der Begegnung"

Martin Bleier ist Geschäftsführer der Murgtal-Werkstätten & Wohngemeinschaften. Er betonte gestern: "Natürlich werden wir uns an die Gesetze halten." Die Vorgaben des Feiertagsgesetzes seien klar - "unsere Veranstaltung ist da sehr grenzwertig", verweist er auf das Bühnenprogramm.

Hasso Schmidt-Schmiedebach, seit 40 Jahren ehrenamtlicher Vorsitzender der Lebenshilfe Rastatt-Murgtal, zeigt sich kämpferischer: "Man kann darüber streiten, ob der Basar dem Gesetz widerspricht", argumentiert der Rechtsanwalt. Zwar habe die Stadt für die Zukunft den Basar am Totensonntag untersagt: "Musik, Tanz, Unterhaltung" verstießen gegen das Gesetz zitiert er aus einem Schreiben von OB Christof Florus. "Aber Florus weiß doch auch, dass das ein Tag der Begegnung ist", entgegnet Schmidt-Schmiedebach. "Ziemlich überraschend" sei für ihn die Entscheidung gekommen. Schließlich sei die Lebenshilfe im Vorfeld mit der evangelischen Kirchengemeinde im Gespräch gewesen. Um künftig eine Kollision mit dem Gottesdienst zu vermeiden, wollte man den Beginn des Basars auf 11 Uhr verschieben. Für dieses Jahr habe die Lebenshilfe einen Beginn um 10.30 - also eine halbe Stunde später als üblich - vorgeschlagen. "Dann habe ich nichts mehr gehört", berichtet Schmidt-Schmiedebach. Im Nachhinein habe er erfahren, dass seitens des evangelischen Dekanats Baden-Baden und Rastatt Kritik an dem Vorschlag geäußert worden sei. Beim Dekanat in Baden-Baden war gestern niemand zu erreichen.

Künftig also werde der Lebenshilfe-Basar am 1. Advent ausgerichtet, bestätigt Schmidt- Schmiedebach. Aber ob man an diesem Termin einen ähnlichen Verkaufserfolg erzielen werde wie bisher, das sei zweifelhaft: "Am 1. Advent haben die meisten Leute ihre Deko doch schon gekauft." Nicht zuletzt sei der Lebenshilfe-Basar kein Volksfest: "Wir wollen zusammen mit Behinderten und Nichtbehinderten diesen Tag begehen." Der Integrationsgedanke stehe im Mittelpunkt, für die Akteure sei es ein Höhepunkt: "Sie freuen sich einfach, wenn sie spielen dürfen."

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