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Präzise das richtige Drehmoment gefunden
25.11.2016 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Gernsbach - Hauseigene Messgeräte oder feine Sensoren benötigt man derzeit wahrlich keine, um feststellen zu können: Bei Burster Präzisionsmesstechnik bewegt sich etwas. Zwei neue Prokuristen, eine Verdoppelung der Führungskräfte auf zwölf, der Zukauf eines US-Unternehmens samt einer Vielzahl gefragter Produkte sind Indizien des Aufwinds in der Scheuerner Talstraße.

Im 55. Jahr des Bestehens wächst der Umsatz in Deutschland auf fast 20 Millionen Euro, berichten Vertriebschef Bernd Ziegler und Technikleiter Christian Karius, die im Herbst zu Prokuristen aufstiegen. Matthias Burster, Sohn der Gründer Hubert und der vor wenigen Wochen verstorbenen Irmgard Burster, gab am 1. September das Amt als alleiniger Geschäftsführer ab. Der 57-Jährige will sich künftig vor allem der strategischen Ausrichtung seines Unternehmens widmen. Operativ legt er die Zügel in die Hände von Ziegler und Karius.

Nicht nur deren Werdegänge sind Zeichen an langjährige Mitarbeiter: Der 50-jährige Ziegler ist bereits sein halbes Leben bei den Murgtälern, der Weisenbacher Karius (53) immerhin zehn Jahre. Die Prokuristen werden nun durch eine frisch eingezogene Hierarchie unterstützt. Aus dem eigenen Unternehmen beförderte Burster Personalchefin Andrea Glatt (58), Mike Gerstner (41) und die Mittvierziger Daniel Hörig (44), Stefan Körner (45), Anja Mahler (46) und Nachwuchsmann Alexander Michelfelder (30). "Wir sind stolz darauf, dass man bei uns als kleinem Mittelstandsunternehmen quasi vom Lehrling zum Boss aufsteigen kann und jeder sieht, dass Potenziale bei uns gefördert werden", freut sich Marketingleiterin Christina Strohm über die Außenwirkung, die nicht nur den aktuell acht Auszubildenden signalisiert: Bei Burster kann jedes Talent etwas werden.

Wirtschaftlich hat das Unternehmen auch die Sorgen aus den 90er Jahren weit hinter sich gelassen. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs seit 2011 um 60 Prozent von 125 auf rund 200 (inklusive Burster Italia). 80 sind in Scheuern in der Fertigung tätig. "Wir wachsen stetig", betont Personalreferentin Glatt. Eine Dependance machte die Firma vor fünf Jahren in China auf, Indien folgte kurz danach. Beim Schlagwort "Industrie 4.0" sieht sich die GmbH mittendrin. "Wir konzentrieren uns jetzt auf Sensorik und Prozessüberwachung", erläutert Ziegler. Vor allem bei der Kraftsensorik sei Burster "sehr erfolgreich unterwegs". Das gilt für die Medizintechnik genauso wie die Zusammenarbeit mit allen bedeutenden Automobilfirmen von BMW über Daimler bis VW und den großen Zulieferern von Bosch über Conti bis LuK.

Drehmomentsensorik klingt zwar nach Drehmoment im Auto - doch die rund 20000 verschiedenen Produkte aus Scheuern werden nicht zwangsläufig in den Fahrzeugen verbaut, sondern dienen meist der Fertigung und Qualitätssicherung. Besonders auf die große und kleine Version der Digiforce-Controller sind die Gernsbacher stolz. "Unsere Eigenentwicklung hat auf dem Markt richtig eingeschlagen", freut sich Vertriebschef Ziegler und hält Geräte zur Prozessüberwachung für einen "starken Wachstumsmarkt. Wir planen daher weitere Produkte und erzielen mit diesen eine höhere Wertschöpfung". Qualität ist in dem Bereich gefragt, denn jeder Produktionsausfall geht bei den Kunden ins Geld. Die Digiforce-Geräte liefern laut Karius "in Millisekunden präzise Daten, nehmen Bewertungen vor und melden, wenn etwas schiefläuft".

Exportanteil liegt bei 40 Prozent

Von den kleinen Digiforce-Controllern mit der Kennziffer 9311 verkauften die Scheuerner bereits rund 13000 Stück, "da wir in dem Bereich vom Preis-Leistungs-Verhältnis her top unterwegs sind", findet Karius.

Angesichts eines Exportanteils von 40 Prozent sieht Ziegler "China und die USA als unsere Hauptmärkte". Die Übernahme des Konkurrenten Sensordata in Detroit im vergangenen Jahr könnte sich "nach dem Ausgang der Präsidenten-Wahl vielleicht als ein cleverer Schachzug entpuppen", meint Strohm mit Blick auf den von Donald Trump angedrohten Protektionismus zugunsten der einheimischen US-Wirtschaft. Die Mehrheitsbeteiligung wird laut Prokurist Ziegler dazu führen, dass Sensordata "ganz zu Burster wird". Der Remchinger sieht durch die Übernahme die "Marktpräsenz in Nordamerika gestärkt und sollte dort unsere Bekanntheit erhöhen". Zuvor war alles über einen Distributor in Kanada gelaufen.

Um die Kunden noch mehr an Burster zu binden, wollen die neuen Prokuristen neben der Entwicklung vor allem "das Serviceteam stärken. Wir möchten Rundum-sorglos-Pakete anbieten und den Kundensupport vor Ort neu aufstellen", erhofft sich Ziegler dadurch weiteres Wachstum.

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