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Initiative kämpft für giftfreies Gernsbach
Bilder wie dieses zeigen den desolaten Zustand des Pfleiderer-Areals. Diesen wollen engagierte Bürger nicht länger hinnehmen. Foto: Juch/av
01.12.2016 - 00:00 Uhr
Gernsbach (red/stj) - Nachem der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat, dass im Pfleiderer-Areal mehrere Tonnen Gift (Quecksilberverbindungen, Arsen, PFC, Teeröle) im Boden bleiben sollen (wir berichteten), haben sich einige Gernsbacher Bürger dazu entschieden, die Initiative zu ergreifen. Sie wollen sich für ein giftfreies Gernsbach einsetzen und fordern einen Bürgerentscheid über das Sanierungsverfahren des städtebaulich wichtigen Geländes eingangs der Bleichstraße.

Die Entscheidung, das Gift einfach mit einem großen Parkplatz zu überdeckeln, mit zwei Lebensmittelmärkten zu bebauen und das Grundwasser über Jahrhunderte mit einer Brunnengalerie abzureinigen, "ist unverantwortlich", betonen die besorgten Bürger im BT-Gespräch. "Wir vererben die Probleme über Hunderte von Jahren auf die nachfolgenden Generationen und wissen nicht, wie sich die Giftstoffe zukünftig verhalten", stellt Stefan Freundel fest. Wolfgang Giese hatte aus der Gemeinderatssitzung den Eindruck mitgenommen, dass manche Kommunalpolitiker nur nach Gründen suchten, dass die Gifte auf dem Gelände bleiben können. "Sie sollten sich lieber Gedanken machen, was gemacht werden muss, um den Verursacher in die Verantwortung zu nehmen", lautet seine Forderung. Mit der Haltung, die Giftstoffe in Gernsbach zu belassen und sie den Kindern zu vererben, fühlt sich auch Dieter Köhler vom Gemeinderat nicht mehr vertreten. Das Gremium werde so seiner Verantwortung der Bevölkerung und den nachfolgenden Generationen gegenüber nicht gerecht. "So macht man keine nachhaltige Umweltpolitik", bestätigt Frieder Kräuter: "Das Gift muss definitiv weg, nur so hat diese wertvolle Fläche im Ortseingang von Gernsbach eine Zukunft, ansonsten gibt man das Gelände auf und hat auf Jahrhunderte ein nicht einzuschätzendes Risiko."

"Was sollen die Bürger denken, wenn der Täter eines der größten Umweltskandale in Baden-Württemberg mehrere Tonnen Gift in Gernsbach hinterlässt, nichts machen muss und sogar noch mit geforderten vier Millionen Euro durch den Verkauf des Geländes belohnt wird?", fragen die Gegner des aktuellen Gemeinderatsbeschlusses und nennen folgenden Vergleich: "Ein Hundebesitzer aber soll Strafe bezahlen, wenn er die Hinterlassenschaften seines Hundes nicht beseitigt. Wie soll man das dem Bürger begreiflich machen?" Parteiübergreifend haben sich nun Bürger gefunden, die noch im Dezember engagierte Gernsbacher zur Gründung einer Bürgerinitiative "Giftfreies Pfleiderer" gewinnen möchten. Ziel soll es sein, das kontaminierte Gelände giftfrei zu bekommen, um der Fläche eine Zukunft zu geben, erklärt CDU-Stadtrat Wolfgang Müller. Im Januar 2017 soll die Bevölkerung in einer Bürgerversammlung umfassend über die Verseuchung des Geländes informiert werden. Die Bürger sollen sich selbst ein Bild über das Ausmaß der Vergiftung und die Gefahren für die Zukunft machen können, erklären die Initiatoren der Bürgerinitiative.

Initiative strebt Bürgerentscheid an

Da der Gemeinderat schon seit 2005 nicht in der Lage sei, die für das Gemeinwohl richtigen Entscheidungen zu treffen, sei es nun an der Zeit, dass die Gernsbacher selbst entscheiden. Dies soll in einem Bürgerentscheid geschehen, bei dem es einzig um die Frage geht, ob die Gifte beseitigt werden sollen oder nicht. "Dann hat der Stillstand endlich ein Ende und das Filetgrundstück am Ortseingang von Gernsbach hat hoffentlich wieder eine Zukunft", sagen die engagierten Bürger abschließend.

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