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Bürgerpreis für einen Gaggenauer
02.12.2016 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - "Sie haben Integration gelebt", sagte Stefan Siebert. Er ist Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Baden-Baden-Gaggenau. "Deshalb passen Sie wunderbar." Das kann man wohl sagen. Slobodan Mandic (70) bekam gestern den Bürgerpreis der regionalen Sparkassenstiftung verliehen. "Deutschland 2016 -Integration leben" lautet das Motto dieses Jahr. Bundesweit rangiert "Slobo" unter den ersten Zehn von insgesamt 220 Teilnehmern.

Mit 2000 Euro ist der Bürgerpreis dotiert - Mandic wird ihn an den Seniorenrat Gaggenau stiften. Das kommt nicht von ungefähr: Schließlich ist Mandic im Vorstand dieser Organisation. Vorgeschlagen worden für den Preis war er von Gerrit Große - der ehemalige Bürgermeister ist Vorsitzender des Seniorenrats. Seniorenarbeit ist nur eine der vielen Facetten, mit denen Mandic sich im Laufe seines Lebens in seiner Heimatstadt Gaggenau eingebracht hat. "Heimat", das meint der Geehrte wirklich so. 1969 war es aus Niksic nach Gaggenau als Gastarbeiter gekommen. Niksic liegt in Montenegro, der kleinsten Republik des ehemaligen Jugoslawien. Heute ist er einer der bekanntesten Gaggenauer. Zeitungsfotograf, Benz-Betriebsrat von 1988 bis 2004, Mitbegründer des Fotoclub 76, im Seniorenrat der Experte für Computer und Co..

"Idealtypisch" haben er und seine Familie das Zusammenleben verschiedener Kulturen vorgemacht, sagte Siebert. In der bitteren Zeit der Balkan-Kriege sei er ein Vermittler hier in der Region gewesen. "Das Murgtal kann stolz sein auf einen Menschen wie Sie."

Oberbürgermeister Christof Florus dankte Mandic auch als Mitglied des Verwaltungsrats der Sparkasse. "Vorbildlich. Integrationsperson pur", sei der Geehrte, ein Gaggenauer durch und durch. "Wenn ich zur Arbeit gehe, sehe ich ihn im Café sitzen", sagt der OB schmunzelnd. Florus vergaß nicht, Ehefrau Dragica hervorzuheben: "Danke, dass Sie ihm so viel Zeit gegeben haben." Auch Gerrit Große fand anerkennende Worte: "Ohne Slobodan wäre unser Internet-Café nicht das, was es ist."

Der Geehrte selbst hielt seine kleine Dankesrede so, wie man ihn kennt: zurückhaltend - und ab und an mit einem Augenzwinkern. Nicht zuletzt dankte er seiner Frau Dragica: "Man müsste eigentlich das Talent von Goethe haben, um diesen Dank aufs Papier zu bringen. Da ich eben dieses Talent nicht habe, möchte ich mich, liebe Dragica, mit einem Blumenstrauß bei dir bedanken für das Verständnis und die viele Geduld, die du all die Jahrzehnte schon für mich und mit mir hast."

Als "rasender Reporter unterwegs", bei einem seiner vielen Ehrenämter, oder zu Hause im Keller, um Computer vom Freunden und Bekannten zureparieren sei er - mit Duldung von Dragica: Ich hoffe sehr, dass deine Drohung ,Irgendwann stehen deine Koffer vor der Tür!' nie wahr wird. Eigentlich ist jetzt sowieso zu spät, mit 70 schmeißen wir niemanden außer Haus."

"Meine ausgestreckte Hand angenommen"

Letztlich sei der Bürgerpreis auch Anerkennung für viele andere Menschen: "Ich habe das Bedürfnis, mich bei meinen vielen deutschen Freunden zu bedanken, die meinen Willen zu Integration und meine ausgestreckte Hand angenommen haben und es mir ermöglicht haben, dass ich mich in die deutsche Gesellschaft integriere. Denn allein der Wille, sich integrieren zu wollen, reicht oft nicht." Weiter sagte Mandic: "Ohne die ehemaligen Oberbürgermeister Dr. Helmut Dahringer, Dr. Thomas Schäuble, Michael Schulz, ohne den jetzigen OB Florus, ohne die Redakteure der beiden regionalen Tageszeitungen in Gaggenau, auch ohne die vielen, Menschen in der Fabrik und in den Vereinen wäre das nicht möglich gewesen."

Als Vorsitzender des Ausländer-Ausschusses der IG Metall hatte er OB Schäuble vorgeschlagen, ein Straßenfest unten dem Motto "Zusammen leben, zusammen arbeiten, zusammen feiern" zu organisieren. "Mit Heidrun Haendle und Anita Weiler vom Kulturamt haben wir uns an die Arbeit gemacht. Das Ergebnis waren über 15000 Menschen in der Fußgängerzone, bei der Kirche, am Murgpark. Deutsche und Ausländer haben zusammen getanzt, gesungen, Gespräche geführt. Es war wirklich grandios. Und die Presse hat in den Berichten festgestellt, dass so eine Veranstaltung mehr gebracht hat als viele politische Reden und Veranstaltungen."

"Gaggenau ist für mich und meine Familie zur Heimat geworden", sagte Mandic abschießend, "hoffen wir auf Einsicht, Weitblick und Menschlichkeit! Dann kann das Jahr 2017 ein gutes Jahr werden."

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