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"Wir wollen an den Pionierweg"
22.12.2016 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Seit 1886 gibt es Holzbau-Hurrle in Gaggenau. Auch das 150-jährige Bestehen - 2036 - würden die heutigen Inhaber gerne in Gaggenau feiern. Sie wissen auch schon wo: Auf der Fläche an Pionierweg und Rudolf-Harbig-Straße in Ottenau. Es ist die Fläche, auf der bis Frühjahr eine Obdachlosenunterkunft stand. Dort, wo bis vor kurzem eine Flüchtlingsunterkunft gebaut werden sollte. Es ist die Fläche, über deren Bebauungsplan der Verwaltungsgerichtshof Mannheim am 10. Januar urteilen wird.

"Wir müssen was tun", sagten sich Simon Baumann und Jens Tschirner gestern Morgen nach der BT-Lektüre. Im Artikel "Wie viel Gewerbe braucht es für ein ,Mischgebiet'?" wurde der künftige Charakter der dreieckigen Fläche thematisiert - und auch die Überlegung der Stadt, dort auf einem größeren Teil Wohnbebauung und auf einer kleineren Fläche Gewerbe zu ermöglichen.

"Wir wollen an den Pionierweg. Die Stadtverwaltung weiß schon lange, dass wir gerne dorthin verlagern würden", sagt Jens Tschirner. Er ist Geschäftsführer der Rollladenbau Hurrle GmbH & Co. KG; Simon Baumann ist Geschäftsführer der Holzbau Hurrle GmbH & Co. KG. Seit 2011 werden die zwei Betriebe nach über einem Jahrhundert als Familienbetrieb von den Beiden auf dem Firmengelände im Zentrum von Gaggenau weitergeführt. 24 Mitarbeiter im Holzbau, sieben im Rollladenbau, drei Auszubildende.

Spätestens Anfang 2018 wollen sie ihren bisherigen Standort verlassen haben, sagen Baumann und Tschirner. Wohin? Das wissen sie nicht. Am liebsten Gaggenau, betonen sie. Und wenn das nicht klappt? "Dann gehen wir halt nach Muggensturm", machen sie klar.

Rund 6000 Quadratmeter umfasst die Fläche in Ottenau. "4000 bis 5000 Quadratmeter" würden sie locker übernehmen wollen, betonen Tschirner und Baumann, "gerne sofort, das weiß die Stadt", sagt Jens Tschirner. Bislang sei man nur vertröstet worden, echte Alternativen habe man nicht aufgezeigt bekommen. Simon Baumann macht deutlich: "Der Zeitpunkt naht, ab dem wir handeln müssen und nehmen müssen, was wir kriegen." Rund 3500 Quadratmeter umfasst das "Hurrle"-Gelände an der Viktoriastraße - also im Zentrum von Gaggenau. Der Verpächter könne sich durchaus eine Wohnbebauung dort vorstellen, sagt Baumann.

"Wir müssen handeln"

Diese würde auch passen, weiß er mit Blick auf die nächste Umgebung. Man genieße zwar Bestandsschutz, aber, so sagt er mit Blick auf anstehende Investitionen: "Es lohnt sich nicht, an dieser Stelle noch mal Geld in die Hand zu nehmen."

Wohnhäuser auf der anderen Straßenseite, beengte Verhältnisse - das sind keine optimalen Bedingungen für einen Handwerksbetrieb. Die Nachbarn seien geduldig, ist Baumann froh. Aber: Parkplatznot für Mitarbeiter und Anwohner, hinzu der tägliche Lieferverkehr. "Da geht es mehr als eng zu, wenn bei uns drei Sattelzüge hintereinanderstehen und Eltern ihre Kinder zur Schule fahren." Die Handwerker verstehen nicht, dass die Stadt am Pionierweg Wohnbebauung ermöglich will. Schließlich sei der Standort dort optimal für Handwerk - nicht zuletzt, weil Gewerbebetriebe bereits in der Nachbarschaft sind - zum Beispiel der Altpapier-Recyclingbetrieb von Jürgen Hurrle. Er ist derjenige, der vor dem Verwaltungsgerichtshof die Umwidmung der Dreiecksfläche in ein Mischgebiet anficht - weil er Nachteile für seinen Betrieb befürchtet.

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