Bühler Müll wird in Oberweier umgeladen
Auf dem Deponiegelände wird Hausmüll in Lkw-Container gefüllt für den Transport zur Verbrennung. Foto: Senger
23.12.2016 - 00:00 Uhr
Von Elke Rohwer und Thomas Senger

Gaggenau - "Nein, lustig ist das nicht", sagt Rosalinde Balzer, die Ortsvorsteherin von Oberweier. Denn die Aussicht, dass ab 2. Januar mehr Müllfahrzeuge durch den Ort fahren könnten, sei alles andere als ein Anlass zu frohlocken. Grund für Balzers Argwohn ist eine Mitteilung aus dem Landratsamt vom 21. November, "dass ab dem 2. Januar 2017 der Haus- und Sperrmüll der Stadt Bühl" zur Entsorgungsanlage in Oberweier angeliefert werde.

In der Sitzung des Ortschaftsrats am Mittwochabend machte Balzer das Thema öffentlich. Es ist nicht ganz neu: Bereits vor ziemlich genau zwei Jahren war den Oberweierern in Aussicht gestellt worden, dass ab 2017 der Müll aus Bühl ins rund 28 Kilometer entfernte Oberweier gefahren werde. Dort laden die Müllautos ihren Inhalt ab, anschließend wird der Müll in große Container gefüllt, die dann per Lkw zur Verbrennungsanlage in Eschbach bei Freiburg im Breisgau transportiert werden. Die Jahresumschlagsmenge in Oberweier werde sich damit von 18840 Tonnen auf 21200 Tonnen erhöhen - also um rund 2360 Tonnen, das sind gut zwölfeinhalb Prozent.

"Die bisher genehmigte Tagesspitze von 90 Tonnen pro Tag wird weiter eingehalten", betont der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises. Weiter heißt es: "Das im Vorfeld erstellte Geruchs- und Staubgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass die Immissionswerte der TA Luft und der Geruchsimmissionsrichtlinie in der Umgebung des Betriebs deutlich unterschritten werden."

Zufrieden ist Rosalinde Balzer damit nicht: "Ich habe umgehend nachgehakt. Ich will, dass der Abfallwirtschaftsbetrieb in einer der nächsten Sitzungen des Ortschaftsrats das Thema erörtert." Balzer fürchtet, dass in der Summe wieder mehr Lkw durch den Ort fahren, anstatt wie vorgeschrieben die längere offizielle Anfahrt zum Deponiegelände zu nehmen.

Zumindest beim Sperrmüll wird den Oberweierern eine kleine Galgenfrist gewährt: Denn erst ab Herbst soll der Sperrmüll aus der Zwetschgenstadt zum Keschtedorf gefahren werden. Der Hintergrund: Im September soll in Bühl-Vimbuch der neue Wertstoffhof in Betrieb gehen. Dann wird die benachbarte Müllumladestation der Mittelbadischen Entsorgungs- und Recyclingbetriebe (MERB), für die der Landkreis eine Nutzungsvereinbarung mit der Stadt Bühl hat, außer Betrieb gestellt. Dort wird bislang der Bühler Müll gepresst und zur Verbrennung nach Freiburg transportiert. Aber schon ab Januar wird der Hausmüll nach Oberweier gebracht; denn der Landkreis hatte die Entsorgung neu ausgeschrieben.

Der Sperrmüll werde aber auf alle Fälle erst ab September nach Oberweier kommen, so der aktuelle Stand. "Eine Fuhre pro Woche" mehr nach Oberweier rechnet Jörg Huber vom Abfallwirtschaftsamt der Stadt Bühl. Der längere Weg des Acherner Unternehmens nach Oberweier werde keine Erhöhung der Müllgebühren mit sich bringen, sagte der Erste Landesbeamte des Landkreises, Jörg Peter, bereits im Mai dem Badischen Tagblatt: Die Mehrbelastung müsse die Firma MERB tragen. Der Landkreis spare sogar Geld, weil er dem Unternehmen bislang Miete für die Umladestation überwies.

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