"Das war genau das, was wir suchten"
Sara Widmann und Frederic Gaus mit den beiden Kirschlipizzanern Rigoletta (Wallach, sechs Jahre) und Maestoso Dalmatia (Hengst, zwei Jahre).  Foto: Gareus-Kugel
30.12.2016 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach - "Das war genau das, was wir suchten", sagen Sara Widmann und Frederic Gaus. Vor rund einem Jahr kaufte das Paar die Reitanlage - für sich und seine Pferde. Bis dahin gehörten Reithalle und Gelände dem Reitclub St. Georg. Seit dem Kauf hat sich dort viel getan. Begonnen wurde mit Renovierungen. Auch konnten in der Umgebung Grundstücke dazugekauft oder gepachtet werden.

Die Suche nach einer geeigneten Anlage dauerte rund vier Jahre. Bedingungen waren die Nähe zu Karlsruhe sowie die Anlagengröße mit bis zu 20 Pferdeboxen, die es einer Person ermöglichen, die Arbeit bewältigen zu können. "Ich habe keine Stallhilfe, ich kümmere mich allein um die Pferde," erklärt Widmann. Insgesamt hat sich die begeisterte Reiterin um 16 Rösser zu kümmern. Elf davon gehören ihrer Reitschule und fünf sind Pensionspferde.

Pferde sind die große Leidenschaft von Widmann und Gaus. Deshalb folgen die passionierten Reiter auch bei der Unterrichtung der Jugendlichen einem ganzheitlichen Ansatz, so wie es von Sara Widmann in ihrer Geschichte "Der Pferdewunsch" beschrieben wird - einstudiert von ihren Reitschülern, aufgeführt bei der kürzlich von ihr veranstalteten "Reiterweihnacht" in der Reithalle.

Widmann ist es enorm wichtig, dass Kinder und Jugendlichen bei ihr und Frederic Gaus nicht nur das Reiten erlernen, sondern auch erfahren, was diese Geschöpfe so alles für ein glückliches Pferdeleben benötigen. Weiter bekommen sie vermittelt, dass das Reiten an sich eine komplexe Sache ist, zu der die Stallarbeit ebenso gehört wie das Striegeln und Füttern der Tiere.

Die Reitschule Gernsbach zählt aktuell rund 70 Reitschüler. 40 Nachwuchsreiter wurden vom Reitclub St. Georg übernommen, 30 weitere Pferdeliebhaber konnten neu hinzugewonnen werden.

Heuhalle, Außenboxen und mehr saniert

Damit die Schulpferde nicht in Stress geraten, folgt das Paar einem ausgeklügelten System: Eine Gruppe von vier bis fünf Kindern kümmert sich jeweils eine Stunde um ein Pferd. "Die Woche über herrscht hier fröhlicher Reitbetrieb", freut sich Widmann.

Kräftig investiert wurde in den zurückliegenden Monaten in die Reithalle, deren Boden komplett erneuert wurde. Der alte Paddock-Bereich musste Neuem weichen. Er wurde vollständig abgerissen und neu aufgebaut. Um Schäden durch Starkregen vorzubeugen, ließen die Besitzer des Reitstalls in den Boden eine Drainage einbauen - mit Hackschnitzel obendrauf. Auch die Heuhalle wurde auf diese Weise saniert, ebenso wie drei Außenboxen. "Das alles haben wir auskoffern lassen, Entwässerungskanäle angelegt, Fallrohre erneuert," erzählt Widmann.

Das Pferdewohl fest im Blick, stattete man die Boxen mit Hit-Pferdebetten aus. "Das ist eine Gummimatte, mittig mit einem Kern aus Schaumstoff", erklärt die Reitlehrerin und ergänzt: "So haben die Pferde immer eine trockene und weiche Liegefläche, zudem sind sie gelenkschonend. Ältere Pferde legen sich jetzt viel mehr hin." Außerdem kaufte oder pachteten Widmann und Gaus in der Umgebung Flächen, um im Sommer genügend Gelände für eine Koppelhaltung zu haben.

Doch das ist bei weitem nicht alles, was dem Paar noch für die Zukunft so vorschwebt. Zunächst steht die Erneuerung und Modernisierung des Stallgebäudes an. Geplant ist ferner die Neuanlage des Reitgeländes östlich der Reithalle. Viele Ideen für mehr Jugendförderung sollen zur Umsetzung kommen, genauso wie Wochenendseminare.

Und dann ist da noch die Sache mit den Lipizzanern. Diese alte Pferderasse ist die große Leidenschaft von Sara Widmann und Frederic Gaus. Namensgeber der Rasse ist das slowenische Gestüt Lipica, dort wurden die Tiere während der Habsburgermonarchie ursprünglich gezüchtet. Erstmals tauchte der Name 1786 auf. Ihre Berühmtheit erlangten die Tiere vor allem durch ihren Einsatz an der Spanischen Hofreitschule Wien. In Deutschland stehen in den Pferdeställen rund 400 Lipizzaner-Pferde.

Vier Stuten, ein Wallach und ein Hengst haben in Gernsbach eine Heimat gefunden. "Damit können wir gut in die Zucht einsteigen", so Widmann.

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