Klangvolles Jahresende mit Brahms
Höchstschwierigkeiten aller Art bewältigt das Quartett Elena Kuschnerova (Klavier), Marie-Claudine Papadopoulos (Violine), Benedict Klöckner (Cello) und Christof Maisch (Viola). Foto: Mandic
02.01.2017 - 00:00 Uhr
Von Wolfgang Froese

Gaggenau - Auch wenn das genaue Programm diesmal bis ganz zum Schluss ein Geheimnis blieb: Die Besucher strömten am 30. Dezember wie eh und je zum bereits zehnten "Schluss-mit"-Konzert in die Jahnhalle. Die hochkarätigen Musiker und die beglückenden Erfahrungen der Vorjahre ließen erneut Großes erhoffen - und die Erwartungen an ein klangvolles Jahresende wurden mehr als erfüllt.

Mit Elena Kuschnerova (Klavier), Marie-Claudine Papadopoulos (Violine) und Benedict Klöckner (Cello) traten drei im Murgtal bereits bestens bekannte Künstler auf, die international hohes Renommee genießen. Vervollständigt wurde das Quartett wie im Vorjahr erneut durch Dr. Christof Maisch (Viola), der in der Tradition des unvergessenen Begründers dieser Konzertreihe, Otmar Zwiebelhofer, bewies, dass auch ambitionierte Amateure auf diesem Niveau bestehen können. Der Reinerlös des Benefizkonzerts ging diesmal an Terre des Hommes zugunsten des Projekts "Reise ins Unglück - Hausmädchen in Mali".

Eröffnet wurde der Abend mit dem ersten Satz des Klavierquartetts g-Moll (KV 478) von Wolfgang Amadeus Mozart, das vielen Musikliebhabern noch vom kürzlichen Auftritt des Fauré Quartetts in Gernsbach in Erinnerung gewesen sein dürfte. Gerade im Vergleich drängte sich der Eindruck auf, dass in Gaggenau noch stärker die schroffen Ecken und Kanten der Partitur herausgestrichen wurden mit einem fast durchweg kräftigen, sehr energischen, teils forcierten Spiel.

Tiefe Emotionen, aber diesmal statt trotziger Wucht hochromantische Gefühle, prägten ebenso die Violinsonate A-Dur von César Franck, aus der Kuschnerova und Papadopoulos den ersten und zweiten Satz ausgesprochen farbig darboten. Aus sanftester Klaviereröffnung und zärtlichster Antwort der Violine entwickelte sich ein zunehmend an Intensität gewinnender Dialog, den das Duo brillant in Klang und Technik und mit wunderbar feinen Temponuancierungen gestaltete.

Das sogenannte "Dumky-Trio" von Antonin Dvorák (Klaviertrio Nr. 4 e-Moll) lebt von den Stimmungsumschwüngen, mit denen diese ukrainischen Tänze sehr effektvoll zwischen Schwermut und Fröhlichkeit pendeln. Vorgetragen wurden die beiden ersten Dumkas. Gleich, ob das Cello in warmen Kantilenen schwang oder die Musik zuweilen fast stehen zu bleiben schien, um dann im Crescendo der Geige vital auszubrechen, es war bis hin zum rasanten Schluss ein mitreißend gestaltetes Werk.

Die Ergänzung des Schluss-mit-Titels lautete diesmal Brahms. Von ihm trug Kuschnerova nach der Pause die "Variationen über ein Thema von Paganini" vor. "Ein Paradestück für Pianisten, die sich zeigen wollen", hatte sie selbstironisch angekündigt. Sie schlug gleich zu Beginn ein höllisches Tempo an und bewältigte das mit Höchstschwierigkeiten aller Art nur so gespickte Werk in beeindruckender Souveränität.

Im Kontrast zu den im Forte gemeißelten Anschlägen bei Brahms begann die Sonate für Cello und Klavier in d-Moll von Dimitri Schostakowitsch geradezu butterweich. Gespielt wurden die ersten beiden Sätze. Grundiert vom Piano, gelang Klöckner ein ungemein farbiger Celloklang, auch mit kräftigem Pizzicato und schnellem Portamento. Immer wieder getragen von rhythmisch treibendem Ostinato, gelang dem Duo bis hin zum fast urplötzlichen Schluss eine durchweg spannungsvolle Interpretation. Mit dem Rondo alla Zingarese aus dem Klavierquartett g-Moll von Johannes Brahms hatten sich die vier Musiker einen sehr feurigen Abgang ausgesucht. Leidenschaftlich und ausgesprochen kräftig im Tonfall, agierten Kuschnerova, Papadopoulos, Klöckner und Maisch nochmals mit sichtlicher Spielfreude bis zum furiosen Presto-Finale. Die Besucher dankten es ihnen mit jubelndem Beifall. Statt einer kompletten Zugabe gab es diesmal nur eine auszugsweise Wiederholung des Rondos, doch dafür das freudige Versprechen von Elena Kuschnerova: "Wir sehen uns im nächsten Jahr am 30. Dezember."

BeiträgeBeitrag schreiben 
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Am 21. Januar ist Tag der Jogginghose. Tragen Sie das bequeme Kleidungsstück auch in der Öffentlichkeit?

Ja, regelmäßig.
Ja, ab und zu.
Nein.

Wetter in Mittelbaden


Facebook


BT Kinospot


Online-Beilagen
Aldi Sued Rastatt gültig ab 22.01.2017

Aldi Süd


Rastatt

gültig ab:
22.01.2017

Octomedia Rastatt gültig ab 18.01.2017

Octomedia


Rastatt

gültig ab:
18.01.2017

© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen