Die jungen Gesichter der Fasnacht
03.01.2017 - 00:00 Uhr
Gaggenau - Mit Riesenschritten naht die Fasnacht. Einer, der sich besonders darauf freut, ist der Lehramtsstudent Patrik Heid (24). Er ist Vorsitzender der Narrengruppe Eichelberghexen Winkel. In ihrem grün-braun-schwarzen Häs zählen sie seit einigen Jahren zum Erscheinungsbild der Fasnacht nicht nur im Murgtal. Seit Juni ist die Gruppe ein eingetragener Verein. BT-Redakteur Thomas Senger unterhielt sich mit dem jungen Fasnachter.

BT: Herr Heid: Warum sind Sie in der Fasnacht aktiv?

Patrik Heid: Fasnacht oder Fasent ist für mich ein Teil unserer regionalen Kultur und gehört für mich als fünfte Jahreszeit schon sehr lange zum Jahresablauf. Schon im Kindergarten und in der Grundschule fand der erste Kontakt zu Häsgruppen statt, was eine Begeisterung für die kreativen Holzmasken weckte. Die Begeisterung hielt an, so dass ich mit Freunden selbst mitwirken wollte, um unser Brauchtum aufrechtzuerhalten und zu pflegen.

BT: Und dann gründet man von einem Tag auf den anderen eine eigene Häsgruppe?

Heid: Wir waren und sind immer noch ein Freundeskreis, der damals die Idee hatte, selbst eine Gruppe zu gründen. Mit zehn Personen hätte es sich schwierig gestaltet, in einen bestehenden Verein einzutreten.

BT: Warum?

Heid: Wir hatten die Idee einer Hexenfigur, und durch einen guten Zusammenhalt entwickelte sich eine gewisse Dynamik, die den Rahmen für die Gruppe formte. Im Sommer 2009 versuchten wir, unsere Idee des Häs mit Hilfe zahlreicher Winkler umzusetzen und konnten dann im Winter nach unzähligen Stunden Arbeit in Isabels Hofstube unser fertiges Häs inklusive selbst gemachter Pappmachémasken präsentieren.

Interview

BT: Und jetzt laufen Sie also überall in der Gegend an Umzügen mit. Was reizt Sie und Ihre Freunde daran?

Heid: Ja, wir laufen 2017 unsere achte Kampagne und haben immer noch genauso viel Spaß wie am Anfang. Wir sind viel im Murgtal unterwegs, öfters auch mal weiter weg in der Pfalz oder in Südbaden. Wer einmal einen Umzug mit Holzmaske gelaufen ist, der weiß, dass es etwas Besonderes ist. Es macht uns einfach Spaß, als Winkler Hexen unseren Schabernack zu treiben und als Gruppe vor und nach dem Umzug mit befreundeten Gruppen Fasent zu feiern. Der Zusammenhalt zwischen den Fasentgruppen und die gute Stimmung auf den Events spielt auf jeden Fall eine wichtige Rolle für uns in der fünften Jahreszeit.

BT: Sie sind natürlich eine Konkurrenz für althergebrachte Zünfte und Fasnachtsvereine. Merken Sie das?

Heid: Nein. Ich würde das auch nicht als Konkurrenz bezeichnen, denn im Prinzip haben ja alle das gleiche Ziel, das Brauchtum der Fasent zu pflegen. Jeder Verein hat mal klein angefangen und es ist ja an sich etwas Gutes, wenn junge Leute dazukommen, die die gleichen Interessen haben und sich dafür engagieren wollen. Uns wurde immer Unterstützung angeboten, wofür wir sehr dankbar sind. Mittlerweile sind wir vollkommen in der Gemeinschaft der Bad Rotenfelser Fasentgruppen integriert und fühlen uns dort sehr wohl.

BT: Erzählen Sie uns noch etwas über Ihr Häs.

Heid: Unser Häs ist in den Farben Grün, Braun und Schwarz gestaltet, um den Bezug der Hexenfigur zur Natur herzustellen. Angelehnt an die Heimat der Eichelberghexe, der Ortsteil Winkel am Fuße des Eichelbergs, stellt die Eichel das wichtigste Merkmal unseres Häs dar. Wir sammeln jedes Jahr im Herbst Eicheln und befestigen diese am Schulternetz; im Wappen ist eine Eichel zu sehen, und auch zwischen den Zähnen der Holzmaske klemmt eine geschnitzte Eichel.

BT: Trifft sich der Verein auch unterm Jahr? Und was macht man da?

Heid: Ja, wir haben mehrmals im Jahr eine Mitgliederversammlung, um anliegende Themen zu besprechen. Außerdem gehören eine Weihnachtsfeier, ein Sommerfest, ein Zelt- oder Hüttenwochenende und freizeitliche Sportturniere zu unserem Vereinsleben dazu.

BT: Der Umzug in Bad Rotenfels hat sich zwischenzeitlich als eine farbenfrohe, ungezwungen heitere Großveranstaltung mehr als nur etabliert. Woran liegt das aus Ihrer Sicht?

Heid: Ich denke, dass das Engagement und die strukturierte Organisation der Domänenwaldgeister in Verbindung mit der Hilfe von den örtlichen Fasentgruppen und Vereinen einen reibungslosen Ablauf ermöglicht. Es wird viel Wert auf gute Stimmung gelegt - und das kommt gut bei den Zuschauern an. Wir freuen uns jedes Jahr auf diesen Tag.

BT: Wann geht es für Ihre Gruppe zum ersten Mal los in den nächsten Tagen?

Heid: Am ersten Januarwochenende starten wir in die Kampagne. Die erste Veranstaltung findet in Michelbach statt, das ist das Häs-Abstauben der Wilderer. Der erste Umzug ist am 14. Januar in Hettenleidelheim in der Pfalz.

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