Innehalten nach dem Trubel der Silvesternacht
Innehalten nach dem Trubel der Silvesternacht
03.01.2017 - 00:00 Uhr
Von Wolfgang Froese

Gaggenau - Wer nach dem Trubel der Silvesternacht nochmals innehalten und zugleich mit Schwung ins neue Jahr starten möchte, der findet in dem inzwischen bereits traditionellen Konzert am ersten Januarabend in St. Josef eine schöne und tragfähige Grundlage. Neben Milen Haralambov sorgten diesmal Reiko Emura und Dirk Becker für einen musikalisch glänzenden Jahresauftakt.

Zwei Trompeter und eine Orgel versprechen Glanz, und so wurde das Konzert von dem Trio auch sehr festlich mit drei Stücken des Engländers Henry Purcell und seines spätbarocken Landmanns John Stanley eröffnet. Stärker in die Tiefe - gleichermaßen von den Tonwerten wie vom musikalischen Gehalt her - ging es mit zwei wohlbekannten Werken von Johann Sebastian Bach, zunächst mit dem Choral "Jesus bleibet meine Freude". Reiko Emura schuf hier an der Orgel mit einem sehr gleichmäßigen und dabei zurückhaltend und eher weich registrierten Spiel die nötige Basis für die langen und reinen Legatobögen, mit denen Haralambov die Melodie ebenso strahlend wie berührend wiedergab. Dass die in Karlsruhe lebende Japanerin auch solistisch zu überzeugen weiß, demonstrierte sie mit der nicht minder bekannten Sinfonia, mit der die Bach-Kantate "Ich steh mit einem Fuß im Grabe" (BWV 156) einsetzt. Sanglich, gefühlvoll und mit gedeckten Farben gelang ihr eine durchweg schöne Interpretation.

Mit Dirk Becker stellte Haralambov bei dem Konzert einen ehemaligen Schüler vor. Der Gymnasiast aus Landau studiert bereits Trompete an der Musikhochschule Saarbrücken. Bei einem schnellen Telemann-Satz gefiel er mit einem runden vollen Ton und einem feinen Gespür für Tempo und Dynamik. Sein Gaggenauer Lehrer Haralambov brillierte unterdessen in der Suite D-Dur von Jeremiah Clarke, einem Zeitgenossen von Purcell. Das hier für Orgel und Trompete bearbeitete Werk lebt vom Wechsel zwischen langsamen und schnellen Tempi, aber auch von reizvollen Harmonien bis hin zum abschließenden Prince of Denmark's March, der bei der (vermeintlichen) Traumhochzeit von Charles und Diana weltweite Popularität erlangte.

In ganz andere musikalische Sphären entführte Emura mit "Prière à Notre-Dame" aus der spätromantischen "Suite Gothique" von Léon Boëllman. Mit den Flöten-Pfeifen wunderbar weich und warm registriert, gelang ihr hier ein Stück in bester französischer Orgeltradition.

Umso markanter geriet im Unterschied dazu die virtuose Sinfonia aus Bachs "Wir danken dir, Gott, wir danken dir", die bei aller nötigen Schnelligkeit filigran und transparent erklang.

Mit dem Trompetenkonzert in Es-Dur hatte Joseph Haydn auf die bis dahin unerhörten melodischen Möglichkeiten eines durchgehend chromatischen Spiels reagiert, die die damals neue Klappentrompete bot. Ausgesprochen warm begleitet von der Orgel, übersetzte Becker die Partitur in einen bindungsreichen und bis in die Spitzentöne schmelzenden Klang.

Den Abschluss des Konzerts bildeten zwei zur Jahreszeit passende angloamerikanische Weisen. Das Spiritual "Amazing Grace" überraschte und begeisterte mit einigen unerwartet jazzigen Anklängen, und auch das schottische Volkslied "Auld Lang Syne" wirkte arrangiert von Eiko Emura ausgesprochen frisch und lebendig.

Das Publikum in der leider nur etwa zur Hälfte gefüllten Kirche erhob sich spontan zu stehendem Applaus. Ein Teil der Konzerteinnahmen wird der karitativen Arbeit der Pfarrgemeinde zugutekommen. Eine Zugabe gab es zwar nicht, doch dafür die Aussicht auf ein Wiederhören 2018.

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