Chancen für den Tourismus aufzeigen
In Gausbach soll ein neuer Mountainbike-Trail entstehen. Die Ausschreibung wird derzeit vorbereitet. Foto: av / dpa
07.01.2017 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Forbach - Wasser - Wald - Erleben. Als "Ferienregion im Schwarzwald" wirbt die Gemeinde Forbach im Internet um Gäste. Der Tourismus war auch ein Thema, mit dem sich Bürgermeisterin Katrin Buhrke in ihrer Haushaltsrede befasste. Gerade vor dem Hintergrund Nationalpark Schwarzwald gibt es Chancen, die Situation in der Gemeinde zu verbessern.

Hintergrund

Allerdings: Bei den anstehenden Großinvestitionen in die Sanierung und Verbesserung der Infrastruktur wie Wasserversorgung und Abwasserkanäle oder die Reparatur von Brücken sind die finanziellen Möglichkeiten eher gering. Im Haushaltsplan für 2017 sind 30000 Euro für einen Wohnmobilstellplatz eingestellt, wobei dieses Unterfangen in der Vergangenheit am mangelnden geeigneten Terrain scheiterte. Für "bewegliche Sachen" im Tourismus sind 5000 Euro veranschlagt.

"Tal der Murg": Personelle Veränderung

Durch das Nahverkehrskonzept für den Nationalpark erhofft man sich eine bessere Verkehrsanbindung beispielsweise von Hundsbach und Herrenwies, macht Thomas Hudeczek von der Gemeindeverwaltung auf BT-Anfrage deutlich. Er ist für das Thema Tourismus im Forbacher Rathaus zuständig. Nach der Trennung von Geschäftsführer Wolfgang Wiegratz ist Hudeczek zudem kommissarischer Geschäftsführer des Tourismus-Zweckverbands "Im Tal der Murg". Noch im Januar soll es dort aber eine personelle Veränderung geben, kündigte Hudeczek an.

Forbach bringe sich im Rahmen des Zusammenschlusses der Tourismusgemeinden (auch über die Landkreisgrenze hinweg) ein. Zeil sei, die gemeinsame Arbeit besser abzustimmen, um so bei Messeauftritten und Veranstaltungen den Einzelnen mehr Möglichkeiten einzuräumen, machte Buhrke in ihrer Haushaltsrede deutlich. Zur weiteren Attraktivitätssteigerung ist ein Mountainbike-Trail in Gausbach geplant. Der örtliche Turnverein hat dafür eine eigene Mountainbike-Abteilung gegründet, die sich um die Route kümmert. Es sei eine Routenführung erstellt worden, mit der mögliche Interessenskonflikte von Radlern, Wanderern und anderen Waldnutzern vermieden werden soll. Die Ausschreibung für die Detailplanung, für Wegebau, Beschilderung und Info-Flyer, werde derzeit vorbereitet. Sie soll noch im Frühjahr erfolgen, mit der Realisierung des Trails rechnet Thomas Hudeczek noch diesen Sommer.

Durch das vorläufige Aus der Heinrich-Kastner-Jugendherberge als Beherbergungsbetrieb kommt es zu einem Rückgang der Übernachtungszahlen. Diese liegen zwischen 45000 und 50000 im Jahr, berichtet Hudeczek. Privatpensionen, rund 30 Ferienwohnungen, die beiden Campingplätze in Erbersbronn und Herrenwies, die Franz-Köbele-Jugendherberge in Herrenwies sowie die kleineren und größeren Vereinshäuser und das Pfadfinderzentrum in Raumünzach tragen dazu bei. Hudeczek sieht durch die relativ zentrale Lage in der Nationalparkregion durchaus Potenzial für einen größeren Beherbergungsbetrieb. Ob sich dies aber realisieren lasse, müsse aus wirtschaftlicher Sicht gesehen werden.

Eine Möglichkeit wäre die Reaktivierung des Schwarzenbachhotels, die nach wie vor auf sich warten lässt. Kontakte zu Investoren hatten sich zerschlagen, wie der Baden-Badener Architekt Horst Müller berichtete. Er ist Mitinhaber des Architekturbüros AID - Müller, Meermann und Partner. Das Büro ist Projektentwickler für die Umnutzung der Hotelanlage. Pläne für einen mehrgliedrigen Hotel- und Tourismuskomplex wurden bereits im Herbst 2013 im Gemeinderat vorgestellt.

Die Zukunft der seit Jahresbeginn geschlossenen Heinrich-Kastner-Jugendherberge ist offen. Mirko Weber hat Interesse an der Immobilie bekundet. Der Eigentümer der "Murgtal-Arena" aus Forbach könnte dort Gruppen, Schulen und Familien Übernachtungen anbieten, wenn sie Outdoor-Abenteuer von Soft-Rafting über Gleitschirm-Flüge bis Flussbettwanderungen bei ihm buchen.

Eine weitere Attraktivitätssteigerung wäre für Outdoor-Touristen denkbar: Heiko Becker von der Firma "Adrenalinbecker" plant, Übernachtungen in Baumzelten beim Sportplatz in Bermersbach anzubieten. Die Naturschutzbehörde des Landratsamts habe dagegen keine Einwände, erläuterte er auf BT-Anfrage. Einzelheiten müssten aber noch geklärt werden. Für die Bewohner der Baumzelte würde ein mobiler Sanitärwagen zur Verfügung stehen.

Es gebe kein Patentrezept, inwieweit sich der Tourismus in Forbach intensivieren lasse, macht Thomas Hudeczek deutlich. Seitens der Gemeinde könne man Hilfestellungen anbieten und Chancen aufzeigen, was aber der Eigentümer mit einer potenziellen Ferienwohnung mache, bleibe diesem überlassen. Als Partner könne man beratend tätig werden und auf Qualitätsmanagement und bestehende Werbe-Plattformen aufmerksam machen, die Möglichkeiten der direkten Einflussnahme seien gering.

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