http://www.badisches-tagblatt.de/Sportlerwahl/
Glatfelter baut 20 Stellen ab
Trotz moderaten Stellenabbaus für die Zukunft gerüstet: Der Gernsbacher Spezialpapierhersteller Glatfelter. Foto: Archiv
07.01.2017 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Der Spezialpapierhersteller Glatfelter baut an seinem Standort Gernsbach 20 Stellen ab. Entsprechende BT-Informationen bestätigt Geschäftsführer Martin Rapp auf Anfrage. Betroffen seien jeweils zehn Arbeitsplätze in der Produktion und in der Verwaltung. Als Ursache nennt das Unternehmen, das etwa 70 Prozent seiner Produkte weltweit exportiert, die Wachstumsprognosen der Märkte in Osteuropa sowie im Nahen und Mittleren Osten.

Die Belegschaft sei in der letzten Betriebsversammlung des Jahres über diese Entwicklung informiert worden, so Rapp - auch darüber, dass Ende des ersten Quartals 2017 ein Block Kurzarbeit eingeschoben werden könnte, sofern die Märkte schwach bleiben. Gleichzeitig betont der Geschäftsführer, dass Glatfelter in Gernsbach insgesamt nach wie vor gut aufgestellt und stabil sei; auch finanziell stehe das Unternehmen solide da.

Mit aktuell 670 Mitarbeitern ist der Produzent von Spezialpapier und Veredler von Papier für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie der größte Arbeitgeber der Stadt an der Murg. Daran ändern auch die 20 Jobs nichts, die demnächst wegfallen.

Keine Sorgen um Zukunft des Standorts

Den moderaten Abbau versucht das Unternehmen, dessen Hauptsitz sich in York (Pennsylvania, USA) befindet, so sozialverträglich wie möglich zu gestalten, beteuert Rapp. Ob man dabei ohne betriebsbedingte Kündigungen auskomme, könne er derzeit noch nicht voraussagen. "Wir nutzen die natürliche Fluktuation" für den Stellenabbau, erklärt der Geschäftsführer und verweist auf die Möglichkeit, für infrage kommende Mitarbeiter Altersteilzeitregelungen anzubieten.

Der Standort Gernsbach sei für den börsennotierten Großkonzern, der in Nordamerika, Europa und Asien insgesamt elf Produktionsstandorte unterhält, weiter ein ganz wichtiger Eckpfeiler. Das belegen die mehr als 100 Millionen Euro, die in den vergangenen Jahren ins Werk an der Hördener Straße investiert worden sind. Größter Batzen (über 50 Millionen Euro) war die Modernisierung der Papiermaschine zehn, die von Juni 2012 bis April 2013 dauerte. Im vergangenen Jahr wurde eine Ozonanlage zur Brauchwasseraufbereitung installiert.

Angesichts dieses modern aufgestellten Werks brauche man sich um die Zukunft des Standorts keine Sorgen zu machen, versichert Rapp im BT-Gespräch. Er blickt optimistisch in die Zukunft, auch wenn es natürlich schwer falle, Arbeitsplätze abbauen zu müssen. Man sei nun mal als Exporteur von der wirtschaftlichen Lage anderer Länder abhängig. Rapp nennt das Beispiel Russland. Das flächenmäßig größte Land der Welt ist auch einer der größten Märkte für Teebeutel und Tapeten-Vlies - beides Segmente, in denen Glatfelter Gernsbach Weltmarktführer sei, so Rapp.

Die Wachstumsprognosen in Russland - aber nicht nur dort, sondern auch in anderen Schwellenländern, die aus Gernsbach beliefert werden - seien aktuell nicht so rosig, wie das noch vor einigen Jahren der Fall gewesen ist. Zudem wolle man in Gernsbach keine Bestände aufbauen. "Wir sind gezwungen, auf diese wirtschaftlichen Prognosen zu reagieren und unsere Kapazitäten etwas runterzufahren", erklärt der Geschäftsführer.

BeiträgeBeitrag schreiben 
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

In Stuttgart findet gerade die Touristik-Messe CMT statt. Haben Sie schon Ihren Urlaub für das Jahr 2017 geplant?

Ja.
Nein.
Ich verreise dieses Jahr nicht.

Wetter in Mittelbaden


Facebook


BT Kinospot


Online-Beilagen
Aldi Sued Rastatt gültig ab 14.01.2017

Aldi Süd


Rastatt

gültig ab:
14.01.2017

Octomedia Rastatt gültig ab 11.01.2017

Octomedia


Rastatt

gültig ab:
11.01.2017

© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen