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Wunderbar leichte und federnde Wiedergabe
Der junge Baden-Badener Pianist Dennis Julian Kozarov beim Dreikönigskonzert mit dem Sinfonischen Orchester Gaggenau. Foto: Mandic
09.01.2017 - 00:00 Uhr
Von Wolfgang Froese

Gaggenau - Mit Haydn, zweimal Schubert und Rossini als Pate im Hintergrund bot das Sinfonische Orchester Gaggenau beim Dreikönigskonzert in der Jahnhalle ein Programm, das eine gehörige Portion Schwung verhieß. Als Solist brillierte der junge Baden-Badener Pianist Dennis Julian Kozarov.

Eröffnet wurde das Konzert mit der Ouvertüre im italienischen Stil C-Dur von Franz Schubert. Sie war zusammen mit der ebenfalls 1818 entstandenen Schwester-Ouvertüre in D-Dur die Antwort Schuberts auf die damalige Rossini-Verzückung der Wiener Musikwelt. Zum gewünschten Kolorit verhalf er diesen kurzen Orchesterstücken mit hellen Holzbläserfarben, pointierter Rhythmisierung und nicht zuletzt den typischen Steigerungsstrecken.

Unter der Leitung von Karl Albert Geyer gelang dem Sinfonischen Orchester Gaggenau eine wunderbar leichte und federnde Wiedergabe des Werks. Bläser und Streicher fügten sich zu einem sehr transparenten und vollen Klang. Die Beschleunigungen gelangen in schöner Gleichmäßigkeit, und auch in der Wahl der Grundtempi bewies Geyer eine sehr glückliche Hand vom geforderten langsamen Anfang bis hin zum schnellen Schluss, der flott, aber nicht überzogen wirkte. Hut ab vor dieser rundum überzeugenden Interpretation!

Das um 1780 komponierte Klavierkonzert D-Dur war vermutlich das erste, das Joseph Haydn nicht mehr mit Blick auf den Klang des Cembalos, sondern auf die erweiterten Möglichkeiten des Hammerklaviers schrieb. Entsprechend virtuos fällt der Solopart aus, den Dennis Julian Kozarov in Gaggenau auswendig spielte.

Solist glänzt mit makellosem Spiel

Das Orchester gefiel auch hier mit ausgesprochen glatten Streicherflächen, wiegenden Rhythmen und akzentreichen Dynamik- und Tempovariationen. Kozarov glänzte vor allem in den beiden schnellen Ecksätzen mit technisch makellosem Spiel. Das einleitende Vivace gestaltete er perlend leicht, das abschließende Rondo all'Ungarese mit schönen Spannungsbögen. Dem langsamen Mittelsatz Un poco Adagio dagegen fehlte bei allem verträumten Klang etwas die Seele. Dass ihm das Gefühlvolle allerdings durchaus ebenfalls liegt, bewies er bei der Zugabe mit Chopin.

Nach der Pause stand nochmals Schubert auf dem Programmzettel, diesmal mit der Symphonie Nr. 5 B-Dur, die er 1816 als 19-Jähriger komponiert hatte und die anders als die italienische Ouvertüre wegen ihrer vermeintlich zu großen Mozart-Nähe von den Zeitgenossen wenig geschätzt wurde. Geyer arbeitete einmal mehr die großen Linien heraus, doch gelang nicht mehr durchweg das gleiche Maß an Klarheit und Transparenz, das in der ersten Konzerthälfte den Orchesterklang ausgezeichnet hatte. Nach dem ausgesprochen farbig dargebotenen Kopfsatz gefiel das Andante con moto mit schönen weichen Übergängen und das Menuett mit ausgeprägten rhythmischen Konturen. Im Schlusssatz Allegro vivace gelang die geforderte Lebendigkeit vor allem gegen Ende, als die musikalische Dramatik der Partitur sehr schön eingefangen wurde. Die Zuhörer in der gut besetzten Jahnhalle dankten für das gelungene Konzert mit langem und herzlichem Applaus. Die erhoffte Zugabe blieb leider aus.

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