Mit Geduld, Kraft, der richtigen Hitze und guten Zutaten
11.01.2017 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Gaggenau - Brot bewegt seit jeher die Gemüter. Wegen zu hoher Brot- und Mehlpreise wurden schon Revolutionen angezettelt, Kriege ausgelöst oder beendet. Friedlicher Natur sind die monatlichen Brotbackkurse des Heimatvereins Michelbach. Kraft und Energie wird von den bis zu acht Teilnehmern dabei ausschließlich in das Kneten von Teig investiert.

Eigenes Brot zu backen gehörte in früheren Zeiten in den Dörfern zum Alltag. Die Backhäuser waren nicht nur zentrale Orte zum Backen, sie waren auch Nachrichtenzentralen. Um Neues kennenzulernen und Tradition zu erfahren ging es nun den fleißigen Bäckerinnen und Bäckern beim Heimatverein Michelbach. Während Väterchen Frost wahrscheinlich die meisten in den warmen Betten hielt, trafen sich acht Teilnehmer in der gut gewärmten Stube des Heimatmuseums, um angeleitet von Kursleiterin Manuela Bachura und Heimatvereinsmitglied Gertrud Springmann sich dem Geheimnis Brotbacken zu nähern. Die Motivation ist dabei bei allen gleich. "Es macht Spaß und man hat etwas Neues gelernt," meinten die dreizehnjährige Martina und ihre Mutter Karin Klein aus Gaggenau.

Vier Frauen und vier Männer standen an diesem Morgen an den hölzernen Backbrettern, um die Grundzutaten, Mehl, Wasser, Salz und Hefe, zu einem Laib zu formen.

Fast alle beschäftigen sich schon längere Zeit mit dem Backen von Brot, wie Rolf Ohlinger aus dem Elsass, der auch Schinken selbst räuchert: "Ich will lernen, wie es richtig geht." Er schätze das ursprüngliche Brot, ohne Zusätze. Einen Backofen, eine Halbkugel, gebaut von seinem Vater, hat er schon. Seiner Freundin Miriam aus Hongkong will er zudem zeigen, was es mit der deutschen Brotkultur auf sich hat.

Hans-Georg Wöhr aus Michelbach hat schon einiges vom Brotbackautomaten bis zum Elektrobackofen ausprobiert. Er träumt von einem richtigen Steinbackofen für seine handgemachten Brote.

Rege Gespräche entsponnen sich im Verlauf des Morgens. Währenddessen ruhten die Teiglinge am warmen Kachelofen, und im Backofen im Museumsgarten prasselte munter ein Feuer vor sich hin. "Verfeuert wird eine Mischung aus Fichten-, Lärchen und Buchenholz," erklärte Belinda Bachura vom Heimatverein, die die Glut beaufsichtigte. Ergänzend fügte sie hinzu: "Färben sich die Steine im Gewölbe weiß, dann hat der Backofen dir richtige Temperatur". Es gibt aber noch einen weiteren Trick, mit dem man ziemlich sicher die Backtemperatur bestimmen kann. "Jedenfalls nicht mit einem Thermometer. Den hatte man früher auch nicht", sondern mit Flammkuchen wird die richtige Hitze ermittelt: Ist dieses Gebäck nach vier bis fünf Minuten verzehrfertig, dann kann der Brotteig in den 20 Laibe fassenden Steinofen geschoben werden. Zuvor muss jedoch die Glut aus dem heißen Ofen gekehrt sein. Das ist eine nicht ganz ungefährliche Angelegenheit, wie Udo Bastian weiß.

Vier Faktoren sind für das Gelingen eines Brotteigs entscheidend: Zeit, die richtige Temperatur, Kraft und die Zutaten. Verwendung fand an diesem Morgen eine Roggenmehlmischung. Sind alle Zutaten zu einer homogenen Masse verknetet, ist für diese eine einstündige Pause angesagt. Eine Führung durch das Heimatmuseum überbrückte die Wartezeit. Danach ging es nochmals richtig zur Sache. Ordentlich durchgeknetet kamen die Teigstücke anschließen in bereitgestellte Brotkörbe. Danach heißt es nochmals warten.

Brotbacken ist nichts für Eilige. Zeit genug also, um die leckeren Testflammkuchen vorzubereiten. Erst nach weiteren 15 Minuten zog man mit dem Teig um, in den Museumsgarten vor den Backofen.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Ottersweier
--mediatextglobal-- Bürgermeister Jürgen Pfetzer (mit Kette) zeigt sich beim Neujahrsempfang stolz auf seine Gemeinde.  Foto: Fuß

07.01.2017 - 00:00 Uhr
Pfetzer: Appell an Gemeinsinn
Ottersweier (mf) - Bürgermeister Jürgen Pfetzer zeigte sich beim Neujahrsempfang in Ottersweier stolz auf seine Gemeinde. Ein einseitiges Schaulaufen wurde seine Ansprache aber nicht. Er lud zu einem Blick hinter die Fassade und appellierte an den Gemeinsinn der Bürger (Foto: mf). »-Mehr
Baden-Baden
Bloß diese Suppe nicht versalzen!

13.08.2014 - 15:19 Uhr
Fallers: Johannas Hochzeitssuppe
Baden-Baden (is) - Johanna Fallers Kochkünste sind Legende - nicht nur in der Dauerbrenner-Serie des SWR. Auch ihre Rezeptbücher - beziehungsweise die Rezepte, die Schauspielerin Ursula Cantieni nicht nur für ihre Rolle als Schwarzwaldbäuerin ausprobiert und veröffentlicht hat - werden von den Fans geschätzt und nachgekocht (Foto: SWR). »-Mehr
Baden-Baden
Hefeteig zum Abschluss

25.05.2014 - 16:36 Uhr
Hefeteig zum Abschluss
Baden-Baden (ela) - Die Zeit ist schnell vergangen: Nach zwei Jahren haben die Baden-Badener Küchenkids jetzt im Hotel und Restaurant "Der kleine Prinz" in Baden-Baden ihre letzte Lektion absolviert. Thema des Tages war Pizza. Dazu galt es zunächst, einen "wolligen" Hefeteig herzustellen, wie Küchenmeister Gerd Astor erklärte (Foto: ela). »-Mehr
Baden-Baden
In Baden und im Elsass wird geschlemmt. Fotos: vgk

27.11.2012 - 17:43 Uhr
Schlemmen im Elsass und in
Baden-Baden (vgk) - Genussfreudige Menschen, Hobbyköche und Profi-Gastronomen - für all′ diese sind Baden und das Elsass Schlemmer-Paradiese zählt. Zahlreiche Speisen sind etwas deftig, dennoch scheut man sich nicht davor, vieles aus der französischen Küche einfließen zu lassen (Foto: vgk). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Am 21. Januar ist Tag der Jogginghose. Tragen Sie das bequeme Kleidungsstück auch in der Öffentlichkeit?

Ja, regelmäßig.
Ja, ab und zu.
Nein.

Wetter in Mittelbaden


Facebook


BT Kinospot


Online-Beilagen
Aldi Sued Rastatt gültig ab 22.01.2017

Aldi Süd


Rastatt

gültig ab:
22.01.2017

Octomedia Rastatt gültig ab 18.01.2017

Octomedia


Rastatt

gültig ab:
18.01.2017

© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen