Forbacher Brücken belasten längerfristig die Finanzen
11.01.2017 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Forbach - Die Forbacher Brücken werden teuer für die Kommune, das ist seit der Gemeinderatssitzung im Oktober 2016 klar. Im Vermögenshaushalt 2017 sind dafür 800000 Euro veranschlagt, der größte Brocken an Ausgaben. Das Thema wird Rat und Verwaltung auch in den kommenden Jahren begleiten. "Wir müssen mit der Sanierung der ersten fünf Brücken beginnen, um diese zukunftsfähig und uneingeschränkt nutzbar zu machen'", so hatte es Bürgermeisterin Katrin Buhrke in ihrer Haushaltsrede formuliert.

Regelmäßige Brückenhauptprüfungen nach DIN 1076 hätten nach seiner Kenntnis in der Gemeinde keine stattgefunden, gleichwohl seien die Bauwerke kontrolliert worden, erläuterte Ortsbaumeister Oliver Dietrich auf BT-Anfrage. In Forbach sei es wie in rund 80 Prozent der Kommunen, von denen ihr Büro beauftragt sei, hatte Ingenieur Tobias Rau die Situation im Oktober 2016 im Gemeinderat erläutert.

Die Norm sei kein Gesetz, sie definiere den Stand der Technik, so Dietrich. Im Streitfall, beispielsweise bei einem Schaden, seien die Gerichte gefordert, die Gemeinde könne zur Schadensregulierung herangezogen werden. Die Brückenprüfungen würden oft zeitlich verschoben. Problematisch seien alte Bauwerke, von denen es keine Pläne und keine statischen Berechnungen gebe. Nach den Bauwerksprüfungen sei die Belastbarkeit bei einigen der Brücken auf drei Tonnen herabgestuft worden. Die ursprüngliche Tragfähigkeit konnte nicht nachgewiesen werden, verdeutlichte Dietrich. Deshalb sei die Herabstufung aus Sicherheitsgründen erfolgt. Es müsse festgelegt werden, welche Brücke für welche Belastung ertüchtigt werden soll. Sie müssen den heutigen Anforderungen des Verkehrs gerecht werden und beispielsweise das Gewicht von Müllwagen oder Langholzfahrzeugen aushalten.

Fünf Bauwerke in erstem Abschnitt

In einem ersten Schritt werden zwei Brücken in der Klammstraße, die Brücke am Kirchenbuckel in Herrenwies sowie über den Sersbach beim Feuerwehrhaus und am Mühlbachweg saniert. Zwischen 120000 und 200000 Euro sind für die einzelnen Bauwerke im Haushalt eingestellt. Das Vorgehen sei von den weiteren Untersuchungen des Fachbüros abhängig, sagte Dietrich. Die Ergebnisse würden im Rat vorgestellt, dieser müsse entscheiden, welches Bauwerk als erstes saniert oder ob "Gewerkepakete" wie beispielsweise für Fahrbahnsanierungen geschnürt werden sollen. Zuschussanträge werden gestellt.

17 von 18 Brücken der Gemeinde haben Sanierungsbedarf, aber "nicht alle 17 sind marode", machte Dietrich deutlich. Bei zwölf Bauwerken sei der Nachbesserungsbedarf überschaubar, als Beispiel nannte er Geländer, deren Höhe nicht mehr den Vorgaben entsprechen und nachgebessert werden müssen. Lediglich die Brücke ins Bermersbacher Neubaugebiet "Roth" habe keine Mängel.

Beim Forbacher Wahrzeichen, der Holzbrücke, sei der Bedarf gering. Diese stehe auf der Liste "ganz unten". Die heutige Holzbrücke wurde 1955 erbaut und 1976 renoviert. Immer mal wieder würden im Bedarfsfall dort Holzteile ausgetauscht oder Klammern entrostet. Priorität haben jetzt die fünf Bauwerke mit dem schlechtesten Zustand. Alle weiteren zwölf würden Schritt für Schritt wieder auf Vordermann gebracht.

Bei einigen untersuchten Brücken, die aus Natursteinen bestehen, sind die Tragplatten gebrochen oder die Widerlager beschädigt. Die Natursteine der Brückenbögen halten teilweise nur noch durch ihre Verkeilung miteinander.

Ob die bestehenden Brücken repariert oder neue gebaut werden, das müssen weitere Untersuchungen ergeben. Das Thema wird die kommunalen Finanzen noch geraume Zeit belasten. Im Gemeinderat hatte der Fachingenieur einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren für den ersten Sanierungsabschnitt mit den fünf Bauwerken genannt.

Die Brückensanierung zählt zu den Investitionsschwerpunkten von 2018 bis 2020. Allerdings stehen noch weitere große Themen an: Sanierung von Sporthalle, Murghalle und Klingenbachschule, Straßen- und Kanalsanierungen, ein neues Feuerwehrfahrzeug sowie die Langenbrander Abwasserdruckleitung werden in der mittelfristigen Finanzplanung im aktuellen Etat für 2017 genannt.

Das Gesamtvolumen des Investitionsprogramms 2018 bis 2020 wird dort mit rund 4,45 Millionen Euro angegeben. Das sind 77 Prozent der Gesamtinvestitionen in diesen Jahren.

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