Arbeiten zwischen Fasnachtsdekoration
12.01.2017 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Die erste "Diagnose" war fast niederschmetternd. Die Deckenplatten in der Merkurhalle sind nicht mehr sicher. Es droht Absturzgefahr. Die Folge: Die Halle müsste ab sofort gesperrt werden. Doch die Ottenauer Vereine sind eine agile Gemeinschaft. Vorgestern und gestern lösten freiwillige Helfer das Problem. Die Halle kann somit weiter genutzt werden.

Und das ist schon jahreszeitlich bedingt wichtig. Allein in der Fasnachtszeit sind dort zehn Großveranstaltungen vorgesehen. Angefangen mit dem Ordenskommers des Ottenauer Carneval Clubs an diesem Wochenende über die großen Fasnachtssitzungen bis hin zu weiteren Veranstaltungen. Anschließend geht es Schlag auf Schlag weiter. "Wir haben rund 40 Veranstaltungen im Jahr", sagt Klaus-Dieter Kneisch. Er ist Vorsitzender der Ottenauer Vereinsgemeinschaft (OVG).

"Ein Stück in Richtung Bühne." "Jetzt Richtung Schule." "Richtung Gaggenau." Die Kommunikation zwischen den ehrenamtlichen Helfern klappt. Gerd Weigelt und Norbert Heitz stehen hoch oben auf dem fahrbaren Gerüst. Zwischen der fasnachtlichen Dekoration müssen sie die Deckenplatten sichern. Jede wiegt etwa zehn Kilogramm. Man kann sich ausrechnen, welche Folgen der Absturz einer einzigen Platte bei ausverkaufter Halle haben könnte. Mittels Latten, die mit der Decke verschraubt werden, werden die Platten gesichert. Friedrich Karcher und Helmut Wegener führen am Boden genau aus, was die "Deckenarbeiter" von ihnen verlangen, und schieben das Gerüst in die gewünschte Position.

Unterdessen bringt Martin Fritzinger die Latten mittels Säge auf die richtige Länge und versorgt die Helfer auf dem Gerüst mit dem passenden Material.

Spontane Arbeitseinsätze

Bei einem Routinerundgang, so Ralf Burghardt, Amtsleiter Hochbau bei der Gaggenauer Stadtverwaltung, war am Montag dieser Woche festgestellt worden, dass die Deckenplatten sich möglicherweise lösen könnten. Eine Fachfirma in solch kurzer Zeit für die Arbeiten zu bekommen, wäre nicht möglich gewesen. Die Konsequenz: Die Halle hätte gesperrt werden müssen. Damit wollten sich die Ottenauer nicht abfinden. In einem Hilferuf (einem Rundschreiben) sprach Klaus-Dieter Kneisch von einem "riesigen Problem". Und schon einen Tag später, am Dienstag, fanden sich neun Helfer in der Merkurhalle ein, um das Problem zu lösen. Ein örtlicher Holzbaubetrieb lieferte die benötigten Platten. Die Helfer, in der Regel Rentner, die über das notwendige Fachwissen verfügen, legten sofort los und setzten die Arbeiten gestern fort. Insgesamt mussten etwa 80 bis 90 Latten verschraubt werden. Die Deckenplatten sind jetzt wieder gut gesichert, die vorgesehenen Veranstaltungen können wie geplant über die Bühne gehen.

Die Merkurhalle wurde 1955 eingeweiht, die Deckenkonstruktion hat mehr als 30 Jahre auf dem Buckel. Die Platten bestehen laut Kneisch aus Pressspan, das sich in der recht trockenen Luft in der Halle im Laufe der Jahre leicht zusammenzieht und die Platten sich deshalb lösen könnten.

Ralf Burghardt, der sich gestern vor Ort ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten machte, sprach den Ottenauern ein großes Lob aus. Dass die Helfer praktisch sofort einsatzbereit waren, habe er in dieser Art noch nicht erlebt.

Und die Merkurhalle wird in diesem Jahr mehr denn je benötigt. Bekanntlich steht die Gaggenauer Jahnhalle von April bis Oktober wegen Umbaumaßnahmen nicht zur Verfügung (das BT berichtete). Deshalb müssen Termine in die ohnehin schon stark belegte Merkurhalle Ottenau verlegt werden.

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