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Florus appelliert an das "Wir-Gefühl"
13.01.2017 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - An den Gemeinsinn aller Bürger appellierte Oberbürgermeister Christof Florus gestern Abend beim Neujahrsempfang in der Jahnhalle. "Wir Bürger müssen darauf achten, dass die Werte soziale Verantwortung, kommunalpolitisches Engagement und Arbeit im Ehrenamt nicht verloren gehen."

Anders als im Vorjahr, als der OB eine Gesundheitsstrategie ankündigte, stellte Florus keine neuen Vorhaben in den Raum, sondern schwor die Bürger darauf ein, den eingeschlagenen Weg gemeinsam weiterzugehen. Auf das Modellvorhaben "Ein gutes Jahr mehr" von Professor Joachim Fischer, der auch unter den Gästen weilte, ging Florus dabei aber nicht näher ein.

Die Große Kreisstadt sei "lebenswerter Wohnort für Familien sowie für Jung und Alt, pulsierender Marktplatz und attraktiver Wirtschaftsstandort", lobte er.

"Wir kümmern uns um unsere Landschaft und werden, ob in der Landschaftspflege, der Forstnutzung des Waldes wie auch in der Grünpflege, unser naturbewusstes Handeln forcieren", versprach Florus und richtete den Blick auf die ehrenamtlich Tätigen, "denn ohne diese Bürger wäre Gaggenau nur halb so attraktiv, angebotsvielfältig und lebenswert".

Die Stadt werde "auch in den nächsten Jahren viel Geld für unsere Kindertagesstätten, Kindergärten und Schulen in die Hand nehmen". Und im Seniorenbereich habe Gaggenau mit dem Verein Gaggenauer Altenhilfe ein "konkurrenzloses" Angebot in der Region. "Doch wir müssen hier noch mehr auf Alleinstehende und Schwächere achten, die Hilfe, Unterstützung und Betreuung benötigen", betonte der OB mit Blick auch auf den mit der Lebenshilfe Rastatt/Murgtal angestoßenen Inklusionsprozess. Dieser solle allen Menschen in der Stadt Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen.

Mit dem Prozess "Zukunft 2020" in den Stadtteilen könnten die Einwohner vor Ort mit der Verwaltung die Weichen für eine attraktive Zukunft stellen. "Und wir werden dort weiter konsequent die Infrastruktur ausbauen oder verbessern", versicherte Florus. Darüber hinaus gelte es, Gaggenau als Einkaufsstadt zu stärken. Dafür müssten Einzelhandel, Gewerbetreibende und die Stadt an einem gemeinsamen Konzept feilen. Ein neues Mobilitätskonzept werde darüber hinaus die Verkehrswege optimieren und Verkehrsströme verbessern.

Bei der Lösung der Bäderfrage - die Zukunft der schweren Sanierungsfälle Waldseebad und Hallenbad - befinde sich die Stadt auf einem guten Weg, "weil wir hier gemeinsam - der Gemeinderat, eine Expertengruppe, die Verwaltung und die Bürgerschaft - in einem offenen Prozess eine gute Lösung finden werden".

Dann richtete Florus den Blick auf die einzelnen Bürger: "Jeder von uns kann im Kleinen seinen Beitrag dazu leisten, dass das soziale Klima wieder mehr Sicherheit und Geborgenheit vermittelt."

Das "um sich greifende Streben nach Individualismus und nationalem Denken" biete keine Lösung der Herausforderungen, denn: "Wir brauchen mehr Wir, mehr Wir in der Welt, mehr Wir in Europa, mehr Wir in Deutschland."

Gaggenau habe in dieser Hinsicht bereits einiges vorzuweisen: "Denken Sie nur an Kindgenau", lobte Florus den Verein, der offene Kinder- und Jugendangebote wie das Spielmobil und das Jugendfamilienzentrum "hervorragend und vorbildlich" anbiete.

"Das eigentliche Gold der Stadt Gaggenau"

Die Gaggenauer Tafel, die ehrenamtlich Tätigen in der Altenhilfe oder die Bürger, die bei der Integration der Migranten die Stadtverwaltung unterstützen, nannte der OB; ebenso die "Bürger, die nicht nur für ihre Bäder kämpfen, sondern auch durch Eigeninitiative, Mut und Können heute diese in Eigenregie führen". Das Stadtoberhaupt vergaß nicht die Kommunalpolitiker, "die für die Bürger Aufgaben und Pflichten übernehmen und für sie auch schwierige und einschneidende Entscheidungen beschließen müssen".

Letztlich seien "alle Bürger, die in den Vereinen, Hilfsorganisationen und sonstige Organisationen ehrenamtliche Aufgaben für unser Gemeinwesen übernehmen, das eigentliche Gold der Stadt Gaggenau". Diese Menschen benötigten Wertschätzung und Unterstützung, "denn ich glaube, dass wir in Gaggenau aufpassen müssen, dass wir auch in Zukunft dieses Gold noch haben".

Werte wie soziale Verantwortung, kommunalpolitisches Engagement und Arbeit im Ehrenamt dürften nicht verloren gehen. "Ob in den Familien, in den Kindergärten, in den Schulen, bei der Arbeit oder im Älterwerden: Wir müssen an uns arbeiten und wir wollen Vorbilder für unsere Gesellschaft sein oder werden." Abschließend mahnte Florus am Ende seiner Rede: "Wenn wir aber selbstgefällig, egoistisch und nicht mehr sozial denken - immer nur das eigene Wohl im Sinne haben, dann hat Gaggenau nicht mehr dieses wertvolle Gemeinwesen, was uns so stark macht."

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