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Weit mehr als einfach Schäfchen zählen
31.01.2017 - 00:00 Uhr
Von Elke Rohwer

Gaggenau - Mit festem Händedruck und einem sympathischen Lächeln begrüßt mich Leona Sakowski. Wir treffen uns auf einer Wiese auf der Heil in Gaggenau. Die Sonne scheint bei frostigen 5 Grad minus. Um uns herum fressen rund 600 Mutterschafe vom Wintergras. Seit einem Jahr ist die 31-Jährige als Schäferin für einen Schäfereibetrieb in Bad Rotenfels tätig. Während sie von sich erzählt, lässt sie ihre Herde keinen Moment aus den Augen.

"Mir war schon recht früh klar, dass ich nach der Schule nicht studieren, sondern etwas mit meinen Händen machen wollte. Durch einen Bekannten, der gerade eine Schäferlehre machte, kam ich auf die Idee, in diesen Bereich hineinzuschnuppern", erzählt Leona Sakowski.

Die junge Frau absolvierte zunächst ein Praktikum in einer Schäfereigenossenschaft in der Nähe von Leutkirch im Allgäu. Nach verschiedenen Stationen wollte die gebürtige Ostfriesin weitere Erfahrung im Schäfereibetrieb von Ute Svensson in Baden-Baden sammeln.

Aus ursprünglich geplanten zwei Wochen wurde eine dreijährige Ausbildung, die sie 2008 abschloss. Danach arbeitete sie einige Monate in Graubünden, auf der Schweizer Alp Lavaz. Danach kehrte sie zunächst nach Baden-Baden zurück, bevor sie vor einem Jahr zum Betrieb von Thilo Studer wechselte.

"Ich bin gerne Schäferin, der Beruf ist ursprünglich, nicht so verkopft. Ich arbeite gerne im Freien, im Lauf der Jahreszeiten", sagt Leona Sakowski und gibt ihren beiden Hunden durch kurze Zurufe Befehle. Sofort treibt Nera, die fünfjährige altdeutsche Hütehündin, eine kleine Gruppe Schafe zur Herde zurück, während der siebenjährige Border-Collie-Mix Justus die Gruppe unermüdlich und wachsam umkreist.

"Jede Herde, jedes einzelne Schaf hat ihren eigenen Charakter, ihr eigenes Wesen. Die Schafe kennen die örtlichen Begebenheiten auf unserem Weg, jede Weide. Es hat seine Zeit gebraucht, bis wir uns verstanden haben. Jetzt sind wir ein gutes Team", sagt die Schäferin. Die Tiere gehören der Rasse "Weißes Alpenschaf" an, einer Kreuzung aus Ile de France- und Merinoschaf.

Ein hartes Leben jenseits der Romantik

Das Gebiet, in dem die Schäferin unterwegs ist, erstreckt sich vom Dobel bis Bad Rotenfels. Leona Sakowskis Arbeit beginnt an einem normalen Hütetag gegen 10 Uhr. Im Januar, wenn viele der Schafe lammen, ist sie schon ab 7.30 Uhr bei der Herde. "Manchmal liegen die Lämmer im Bauch falsch, zum Beispiel, wenn der Kopf oder ein Bein abgedreht sind oder es Zwillinge sind. Dann muss ich helfen."

Geburt, Tod, Krankheit bestimmen den Alltag der Schäferin: natürliche Prozesse, auf die man keinen Einfluss hat. Bei der Arbeit mit den Schafen empfindet Leona Sakowski eine Art "realistische Lebenshärte", jenseits jeglicher Romantik. "Viele Leute, denen ich begegne, sind der Meinung, dass Schäfer ein recht chilliger, entspannter Job ist. Dabei sehen sie nicht, dass ich bei wirklich jedem Wetter mit den Schafen draußen bin, auch bei ganz fieser nasskalter Witterung", betont sie und verrät, dass sie an diesem Tag neun Kleiderschichten trägt.

"Wenn ich bei der Herde bin, gehört es zu meinen Aufgaben abzuchecken, welches Tier frisst und welches nicht, welches Tier humpelt. Ich achte darauf, dass die Schafe genug Zeit zum Fressen haben und nicht zu viel umherziehen. Dazu gehört auch ein sinnvolles Management des ,Speiseplans': Zum Tagesbeginn gehen wir auf Wiesen mit weniger schmackhaftem Gras und steigern das dann. Das Ziel ist, dass die Schafe am Abend schön rund und vollgefressen in den Pferch kommen, wo sie dann bis zum nächsten Morgen bleiben."

Die Sonne sinkt, noch einmal wechselt die Schäferin den Weideplatz. Während sich die Herde in Bewegung setzt, sind die Hütehunde unermüdlich im Einsatz, wachsam und flink. Auf die Frage, ob sie sich manchmal einsam fühlt, lacht Leona Sakowski: "Wie könnte ich mich mit der Herde und meinen Hunden einsam fühlen? Und falls ich menschlichen Kontakt brauche, habe ich ja immer noch das Handy."

Neben ihrer Tätigkeit als Schäferin bereitet Leona Sakowski derzeit ihre Meisterarbeit vor. Denn irgendwann möchte sie als Schäfermeisterin ihre eigene Herde haben.

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