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Streit um Brunnenbau: Kurstadt schaltet Aufsichtsbehörde ein
Streit um Brunnenbau: Kurstadt schaltet Aufsichtsbehörde ein
03.02.2017 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Murgtal/Baden-Baden - Im Streit um den Bau eines Brunnens zur Grundwasserentnahme auf einem Acker nördlich von Haueneberstein hat die Stadt Baden-Baden jetzt die Aufsichtsbehörde eingeschaltet. Das bestätigte der zuständige Bürgermeister Michael Geggus gestern auf BT-Anfrage. Das Regierungspräsidium Karlsruhe muss nun prüfen, ob der vom Wasserversorgungsverband Vorderes Murgtal eingelegte Einspruch gegen die Genehmigung für den Bau des Brunnens berechtigt ist - oder eben nicht.

Der Verband, der rund 23000 Einwohner in Förch, Kuppenheim, Selbach und Gernsbach versorgt, gewinnt in 900 Meter Entfernung aus einem Tiefbrunnen Trinkwasser. Laut einem Gutachten des Technologiezentrums Wasser in Karlsruhe besteht durch den geplanten neuen Beregnungsbrunnen, den der Landseehof für die Bewässerung seiner Felder benötigt, die Gefahr, dass die PFC-Konzentrationen im Verbandswasser unter bestimmten Voraussetzungen ansteigen. Dies sei zumindest nicht auszuschließen. Deshalb hat der Wasserversorgungsverband Vorderes Murgtal bereits im Mai vergangenen Jahres angekündigt, im Falle einer Genehmigung seitens der Kurstadt alle rechtlichen Mittel ausschöpfen zu wollen, um dagegen vorzugehen. "Wir sind es dem Schutz der Bevölkerung schuldig", meinte der stellvertretende Verbandsvorsitzende, Kuppenheims Bürgermeister Karsten Mußler, damals.

Nichtsdestotrotz hat die Stadt Baden-Baden den Brunnenbau im Juli 2016 genehmigt. Der Wasserversorgungsverband legte daraufhin im Herbst Einspruch gegen diese Entscheidung ein. "Dieser hat zunächst einmal aufschiebende Wirkung", erklärte Geggus: "Das heißt, dass der Brunnen derzeit nicht gebaut werden kann." Nach eingehender Prüfung seiner Behörde könne und wolle man dem Einspruch nicht abhelfen, betonte der Bürgermeister. Sämtliche Alternativen seien für den Landwirt, dessen Interessen man auch berücksichtigen müsse, wirtschaftlich nicht darstellbar.

Anders als der Wasserversorgungsverband halte die Stadt Baden-Baden den geplanten zehn Meter tiefen Brunnen mit einer Fördermenge von jährlich acht Millionen Litern Wasser für vertretbar. Deshalb hat man die Genehmigung nicht zurückgezogen und den Fall am vergangenen Montag an die Aufsichtsbehörde in Karlsruhe weitergeleitet, so Geggus.

Auch Bürgerinitiative gegen das Projekt

"Es ist wieder ein Sommer vergangen und der Brunnen ist nicht gebaut worden. Das bestärkt uns in der ganzen Angelegenheit", sagte Karsten Mußler auf Anfrage. Der Vorsitzende des Wasserversorgungsverbands Vorderes Murgtal, Gernsbachs Bürgermeister Dieter Knittel, verwies im BT-Gespräch lediglich auf eine in Kürze stattfindende Verbandsversammlung, bei der das weitere Vorgehen in Sachen PFC generell sowie der Zwist mit Baden-Baden auf der Agenda stünden. Man befinde sich diesbezüglich nach wie vor in der Rechtsberatung. Sollte das Regierungspräsidium gegen die Interessen des Wasserversorgungsverbands entscheiden, stünde diesem noch der Gang vor das Verwaltungsgericht offen - andernfalls der Stadt Baden-Baden natürlich auch.

"Wir müssen abwarten, wie dort entschieden wird", blickt Michael Geggus nach Karlsruhe. Seiner Meinung nach seien die Bedenken gegen das Brunnenvorhaben unbegründet, sei es doch mit Gutachtern, dem Regierungspräsidium, der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz sowie dem Landesamt für Geologie besprochen worden. Selbst der Gutachter des Wasserversorgungsverbands halte das Projekt unter strengen Auflagen für genehmigungsfähig, erinnerte der Baden-Badener Bürgermeister.

Anders sieht das nicht nur der Wasserversorgungsverband Vorderes Murgtal, sondern auch die Bürgerinitiative Sauberes Trinkwasser für Kuppenheim. Sie appellierte im Juni vergangenen Jahres in einem Brief an OB Margret Mergen, dem Landseehof keine Genehmigung für den Bau des Brunnens zu erteilen, weil zu befürchten sei, dass es in der Folge zum Anstieg der Belastung des Trinkwassers im vorderen Murgtal mit dem Giftstoff PFC komme.

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