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Priol fegt durchs Murgtal
Urban Priol ist nicht etwa mit der Überwachungskamera im Einsatz, um zu schnelle Rallye-Fahrer zu blitzen, sondern fährt selbst mit bei der Histo-Monte.  Foto: BT-Archiv/Hess
07.02.2017 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Gernsbach/Loffenau - In einem alten Programm hat Urban Priol die Autofahrer auf die Schippe genommen. Bei der Werbung für seine Auftritte hing der wild zerzauste Kabarettist aus dem Seitenfenster seines Kleinwagens und hielt strahlend eine Kamera nach vorne, die signalisiert: Blitzgefahr! Zu schnell kann es dem 55-Jährigen aber privat eigentlich nicht gehen. Urban Priol ist am Mittwoch zum vierten Mal bei der Histo-Monte dabei, wenn die Oldtimer-Rallye des Automobilclubs von Deutschland (AvD) durchs Murgtal rast.

Das Team "VIP 3" mit dem Aschaffenburger und seinem Steuerberater wie Copiloten Fabian Seydel startet um 9 Uhr in Frankfurt mit einem BMW 2000 Hilux aus dem Jahr 1969. Dieser bekommt eine "zweite Chance, um sich zu rehabilitieren" - nachdem bei der Teilnahme 2012 "am letzten Tag die Tachowelle kaputtging und wir uns blind bis nach Monaco durchmogeln mussten", erzählt Priol mit Blick auf seinen 120-PS-BMW.

Ob der Kabarettist in entsprechender Rallyefahrer-Montur angegurtet hinter dem Lenkrad sitzt oder doch eines seiner berühmten farbenprächtigen Hemden überstreift, ist am Straßenrand wohl schwer auf die Schnelle zu erkennen, wenn die Boliden von Bad Herrenalb kommend über Loffenau (laut Etappenplan gegen 13.48 Uhr) und Lautenbach (13.53 Uhr) talwärts brausen.

Über Scheuern (13.56 Uhr), die B462 und die Obertsroter Landstraße (13.58 Uhr) gelangen die 82 gemeldeten Fahrzeuge zum Wohnmobilstellplatz "Murginsel". Dort machen die Fahrer unterhalb des Schlosses Eberstein kurz Halt und starten in die dritte Gleichmäßigkeitsprüfung. Das erste Fahrzeug wird frühestens um 13.55 Uhr erwartet, das letzte gegen 15.15 Uhr. Die Fahrzeuge treffen etwa im Minutentakt ein und düsen nach 120 Sekunden weiter in Richtung Nachtigall, Lichtental (14.12 Uhr) und zur Geroldsauer Mühle, wo ab 14.15 Uhr ein 75-minütiger Stopp geplant ist. Um 15.30 Uhr fahren die Oldtimer weiter über Hundseck (15.54 Uhr), Hundsbach (16.02 Uhr), Herrenwies (16.18 Uhr), Sand (16.21 Uhr) zum Ruhestein (16.39 Uhr).

Fans scharen sich um joviale Legende

Das Ziel der zweiten Etappe, Freiburg, erreichen Rallye-Legende Walter Röhrl und seine Mitstreiter am Abend gegen 20 Uhr. Dort dürfte der einzige deutsche Rallye-Weltmeister genauso umlagert sein wie zuvor an der Geroldsauer Mühle. Bei dem Zwischenstopp in Baden-Baden kündigten sich laut dem AvD zahlreiche Fans an, die mit dem vierfachen Rallye-Monte-Carlo-Sieger ins Gespräch kommen wollen. Wer den jovialen 69-Jährigen kennt, weiß, dass Röhrl immer ein offenes Ohr für Motorsportbegeisterte hat.

Auf seine erste Teilnahme an der Histo-Monte freut sich der 1,97 Meter große Regensburger: Zum einen hat er wie bei seinem letzten "Monte"-Sieg 1984 einen Audi Quattro unter seinem Hintern, zum anderen fegt Röhrl erstmals seit 30 Jahren wieder über den Col de Turini. "Es war immer mein Lebensziel, die Rallye Monte Carlo zu gewinnen. Deswegen sind die Seealpen eine ganz besondere Gegend für mich, die viele Erinnerungen wecken", erzählt er und schiebt nach, "ich freue mich, die alten Prüfungen nur zum Spaß und ganz ohne Stress zu befahren. Dafür ist der Quattro das perfekte Auto, weil man sich keine Sorgen machen muss, dass man einen Berg nicht raufkommt."

Beim silbernen Jubiläum der 1992 erstmals ausgetragenen Oldtimer-Rallye sind 82 Vehikel am Start. Die Zeitreise beginnt mit einem 60 PS starken VW Käfer aus dem Jahr 1954 und endet mit einem allradgetriebenen Subaru Impreza WRX STI von 1995. 20 Porsche-Flitzer und Raritäten wie der zwei Meter breite und zwei Tonnen schwere Oldsmobile Delta 88 sind weitere Highlights.

Durch das Juragebirge und die schneebedeckten französischen Alpen geht es bei der 21. AvD-Histo-Monte an die Côte d'Azur. Nach rund 1700 Kilometern erreichen die 164 Fahrer beziehungsweise Copiloten am Samstagnachmittag das Ziel im Hafen von Monaco. Priol wie Röhrl nehmen ohne Ambitionen teil: "Es geht uns um den Spaß an der Freud", verkündet der Kabarettist und droht an, sich womöglich "etwas für die Siegerehrung einfallen zu lassen". Walter Röhrl schert es derweil wenig, denn "was die Gleichmäßigkeitswertung anlangt, habe ich keine Ambitionen auf ein gutes Ergebnis. Ich will die Fahrt einfach genießen".

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