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Familienfeier wird im Nachgang ziemlich teuer
Familienfeier wird im Nachgang ziemlich teuer
08.02.2017 - 00:00 Uhr
Gernsbach (bor) - Nach drei Stunden Verhandlungszeit, sieben gehörten Zeugen, einer umfassenden Analyse der vorhandenen Videoaufzeichnungen und der Reue der beiden Angeklagten stand fest: Das Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung wird gegen die Auflage einer Zahlung an gemeinnützige Zwecke eingestellt. Freuen über die Summe von 2 200 Euro beziehungsweise 1 200 Euro dürfen sich der soziale Kraftsportverein Gaggenau und der Verein "Kultur im Kirchl" Obertsrot.

Was nach der Verlesung der Anklage durch den Staatsanwalt vor dem Amtsgericht in Gernsbach noch wie ein mittelschweres Verbrechen klang, entpuppte sich im Laufe der Verhandlung und vor allem durch das Betrachten der Videoaufzeichnung als "normale" Kneipenschlägerei. Angeklagt waren ein 49-Jähriger aus dem Murgtal und ein 37-Jähriger aus Sachsen-Anhalt. Ein dritter Angeklagter, ein 52-jähriger Murgtäler, ist erst gar nicht zur Verhandlung erschienen.

Das besagte Geschehen trug sich vor knapp zehn Monaten in einer Gaststätte in Gernsbach zu. Nachdem die drei Angeklagten ihr Wiedersehen aufgrund einer Familienfeier ordentlich gefeiert hatten, kam es zu später Stunde zu Handgreiflichkeiten gegenüber einem weiteren Gast. Nachdem dieser offensichtlich ein paar Worte in Richtung der Gruppe gerichtet hatte, diskutierte der 49-Jährige mit dem an der Theke sitzenden späteren Geschädigten. Als sich dann die Ehefrau des Angeklagten in das Geschehen einmischte, nahmen die Dinge ziemlich schnell und unkoordiniert ihren Lauf.

Der Geschädigte schubste die ihm sehr nahe kommende Frau von sich, was deren Ehemann zum Anlass nahm, diesem zwei Schläge zu verpassen. Nachdem der ebenfalls angeklagte 37-Jährige zunächst schlichtend in das Gemenge eingriff, ließ er sich wenige Augenblicke darauf doch zu einem Schlag gegen den Geschädigten hinreisen. Dem dritten Angeklagten im Bunde konnten keine Schläge nachgewiesen werden, er mischte sich lediglich stark schwankend in das Geschehen ein.

Zu sehen war das Ganze auf den Videoaufzeichnungen des Lokals, die Richter Ekkhart Koch den Beteiligten im Gerichtssaal vorspielte. Darauf war auch gut zu erkennen, dass nahezu alle Anwesenden aufgrund eines erhöhten Alkoholwertes - den die später hinzugezogene Polizei auch feststellen konnte - nicht mehr vollständig Herr ihrer Sinne waren. Auch der auf der Aufzeichnung zu hörenden Kommunikation konnte im Gerichtssaal nur schwer gefolgt werden.

Videobilder geben den Tathergang wieder

Die im Verlaufe der Verhandlung vernommenen sieben Zeugen - lediglich die Ehefrau des Angeklagten verweigerte die Aussage - untermauerten letztendlich die ohnehin schon für sich sprechenden Videobilder. Der Geschädigte 52-jährige Gernsbacher erlitt bei der Schlägerei eine Platzwunde an der Lippe und klagte über Kopfschmerzen. Aufgrund dieser Symptome wäre er nicht zu einem Arzt gegangen, sagte er vor Gericht - ein bei dem Handgemenge verursachter Bruch des linken Ringfingers veranlasste ihn dazu. Diese Fraktur hatte er sich offensichtlich bei dem Sturz zu Boden zugezogen, auf dem sich zwischenzeitlich sämtliche Beteiligten befanden.

Nach der Betrachtung der Videobilder und nach der Aussage des Geschädigten sagte der 49-jährige angeklagte Familienvater, "dass er sich für diesen Abend schäme." Die beide anwesenden Beschuldigten entschuldigten sich mit Handschlag bei dem Opfer.

Das Auftreten der beiden Angeklagten sowie die gesamte Beweisaufnahme veranlassten den Staatsanwalt, von der ursprünglichen Anklage der gefährlichen und gemeinschaftlichen Köperverletzung abzusehen. "Weder eine Absprache zur gemeinschaftlichen Körperverletzung noch ein konkludentes Handeln ist erkennbar." Außerdem fielen beide Angeklagten bisher nie strafrechtlich in Erscheinung. "Wir haben es hier nicht mit den typischen Schlägern zu tun", so der Staatsanwalt. Daraufhin verständigten sich die Parteien, das Verfahren gegen eine Zahlung an gemeinnützige Zwecke einzustellen. Das Verfahren gegen den nicht erschienen und lediglich unkoordiniert eingreifenden dritten Angeklagten wurde ebenfalls eingestellt.

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