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Satter Gewinn aus dem Forst
Buchenholz aus den Stadtwald von Gaggenau ist beliebt bei den privaten 'Holzmachern'. Die Holzindustrie bevorzugt hingegen Nadelholz. Foto:  av/Senger
09.02.2017 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - 220000 Euro verdient im vergangenen Jahr; 2017 sollen es immerhin rund 100000 Euro sein. Der Stadtwald wirft Gewinn ab, sein Zustand ist stabil. Somit war es für den Gemeinderat ein Leichtes, den Bewirtschaftungs- und Nutzungsplan für 2017 einstimmig zu billigen.

Markus Krebs, Leiter des Forstbezirks Gaggenau, erläuterte das Zahlenwerk. Nur zwei städtische Mitarbeiter sind im Gaggenauer Wald unterwegs, der Rest wird durch Fremdfirmen erledigt.

Nach dem Hitzestress im zweiten Halbjahr 2015 war es gut, dass das erste Halbjahr 2016 sehr feucht war, bilanzierte Krebs: Die Vegetation konnte durchstarten. Nur sechs Prozent der Holznutzung stammt von Bäumen mit Krankheitszeichen; das war überwiegend dem Eschentriebsterben geschuldet, "aber zum Glück ist Esche nur gering vertreten im Stadtwald"; erfreulich sei ebenso, dass so gut wie keine Borkenkäferschäden gemeldet wurden. Der Stadtwald sei dank guter Artenmischung wenig anfällig, erklärte Krebs.

Die B462-Sperrung war gute Gelegenheit, alte Kastanien oberhalb der Abfahrt Ottenau zu fällen.

Wie berichtet, werden 81,6 Hektar, also 5,3 Prozent, als Refugium aus der Nutzung genommen. Die geschieht unter dem Stichwort "Alt- und Totholzkonzept". Ziel ist der Artenschutz. 26 Habitatgruppen gab es Ende 2016. Krebs berichtete von intensiven Gesprächen mit der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt, denn die Habitate können Ökopunkte bringen - und somit als Ausgleich für Eingriffe in die Landschaft andernorts herangezogen werden.

Der Schaffung und dem Erhalt von Kleinstbiotopen gelte besonderes Augenmerk: zum Beispiel Tümpel für die bedrohte Gelbbauchunke. Das Freihalten von Flugschneisen helfe den Wanderfalken, so geschehen an ehemaligen Steinbrüchen in Kooperation mit der AG Wanderfalkenschutz und Bergwacht.

Knapp 430 Langholzladungen, also 10287 Festmeter, wurden 2016 im Stadtwald geerntet, das ist etwas weniger als nachwächst. Der Holzmarkt habe sich als "aufnahmefähig" erwiesen, denn es gebe wenig "Käferholz", trotz des trockenen Jahres 2015. Bei einzelnen Sortimenten gab es Preisdruck, zum Beispiel bei Industrieholz durch gesunkene Nachfrage. "Stammholz hui, Industrieholz pfui", so Krebs.

Die Nachfrage nach Brennholz habe leicht angezogen, "aber ich denke, wir können allen Nachfragen nachkommen, wenn auch nicht in unbegrenzter Menge". Im dritten Jahr in Folge habe man die Brennholzpreise konstant gehalten.

Nicht nur die Nutzfunktion, sondern alle weiteren Funktionen des Waldes seien gewährleistet, betonte Krebs: Also Schutz vor Naturkatastrophen und die Erholungsfunktion für die Bevölkerung. Als eine Maßnahme plane man Sitzgelegenheiten im Außenbereich der Echle-Hütte.

Das trocken-heiße zweite Halbjahr 2016 und der trockene Januar belasten allerdings die Vitalität insbesondere der Buche, und auch den Borkenkäfer müsse man nach den trockenen Monaten im Blick haben.

Auf Nachfragen von Grüne-Stadtrat Rudolf Krumrey sagte Krebs, dass Vollernter, "Harvester", nur selten zum Einsatz kommen. Dies geschehe in der Regel pfleglich. Aufgeschlossen stehe er dem Thema Friedwald gegenüber: "So richtig aufdrängen" würde sich aber derzeit keine Fläche; nicht zuletzt gebe es in Gaggenau die Möglichkeiten von Baumbestattungen.

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