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Meinungsbild mit begrenztem Aussagewert
Das nahezu vollständig leer gepumpte Waldseebad im Sommer 2016 - nach der verheerenden Überschwemmung vom 12. Juni, die zur Schließung führte.  Foto: av/Walter
10.02.2017 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - 500 Teilnehmer an der Bäderumfrage meldete die Stadtverwaltung am Mittwoch. Diese Zahl wurde innerhalb von sechs Tagen seit Beginn erreicht. Doch die Umfrage weist Schwachstellen auf. Sie begrenzen die wissenschaftliche und damit nachvollziehbare Auswertung.

Kritisiert wird zum einen, dass der eigentliche Fragebogen und die Namensangabe des Ausfüllenden nicht getrennt sind. Die Anonymität des Antwortenden sei damit nicht gewährleistet. Gleichwohl ist man nicht dagegen gewappnet, dass bestimmte Personen mehrfach den Fragebogen ausfüllen und damit gezielt das Ergebnis beeinflussen. Was ist das Mindestalter, um an der Umfrage teilnehmen zu dürfen? Auch dies ist nicht klar.

Die Art der einzelnen Fragestellungen ist nicht immer genug konkret; sie lässt subjektiven Einschätzungen zu großen Spielraum. Es wird versucht, zu quantifizieren, doch die Fragestellungen sind dazu ungeeignet.

Hintergrund

So bereits bei der ersten Frage, die die Nutzungshäufigkeit thematisiert ("Wie oft nutzten Sie ...?"): Hier müsste zunächst deutlich gemacht werden, dass für alle angegebenen Antwortmöglichkeiten - Waldseebad, Hallenbad Murgana, Kuppelsteinbad, Freibad Sulzbach oder Bademöglichkeiten außerhalb von Gaggenau - die Zeit vor Schließung des Waldseebads am 12. Juni 2016 gemeint sein muss. Vier Antwortmöglichkeiten gibt es für diese Frage: "gar nicht", "selten", "öfters" und "wöchentlich und mehr". Das Problem dabei: Einzig "wöchentlich und mehr" lässt sich in absolut messbaren Zahlen nachvollziehen, denn es heißt übersetzt: "mindestens alle sieben Tage". Was aber heißt "öfters"? Man kann annehmen, dass damit "seltener als einmal die Woche" gemeint ist. Aber wo ist die Grenze zu "selten"? Selten könnte heißen "einmal in den vergangenen zehn Jahren", es könnte aber auch heißen "einmal im Monat". Oder ist einmal im Monat noch unter "öfters" einzugliedern? Fazit: Diese Kategorien sind untauglich.

Unter Punkt 2 geht es um die Standortsuche. Hier ist die Frage 2.2 unglücklich formuliert, weil sie eine falsche Kausalität herstellt: "Beim Hallenbad Murgana sollten auch andere Standorte geprüft werden, weil am aktuellen Standort aufwändige Sanierungen anstehen." Fakt ist demgegenüber: Für das Hallenbad werden deshalb andere Standorte geprüft, weil es einer Innenstadtentwicklung wortwörtlich im Wege steht und nicht, weil es saniert werden muss.

Unter 2.4 heißt es: "Gute Erreichbarkeit und zentrale Lage sind mir wichtig." Hier werden zwei Begriffe verknüpft, die nur bedingt miteinander zu tun haben. Darüber hinaus ist auch hier eine Eigenschaft nur sehr subjektiv zu bewerten: die der Erreichbarkeit.

Denn mit dem Pkw oder Kraftrad ist das Waldseebad sicher sehr gut zu erreichen, auch für Fahrradfahrer ist es nicht aus der Welt. Für einen Fußgänger bedeutet es allerdings einen Fußmarsch, der im Sommer unangenehm sein kann. Andererseits: ein Kilometer zu Fuß ins zentrale Hallenbad kann auch lang sein.

Was ist also gemeint mit "guter Erreichbarkeit"? Die Entfernung in Wegstrecke? Der Zeitaufwand für den Weg? Die Lage innerhalb oder außerhalb eines geschlossenen Siedlungsbereichs? Der Teilnehmer der Umfrage wird im Unklaren gelassen - und genau so unklar und damit wenig aussagekräftig muss das Ergebnis der Auswertung sein.

Welche Lage ist zentral?

Was heißt "zentrale Lage"? Man wird sicher argumentieren können, dass das Murgana derzeit zentral gelegen ist. Doch wäre es am möglichen neuen Standort Hildastraße/Luisenstraße nicht auch zentral? Es wäre zwar außerhalb der 1er-Lage der Innenstadt, aber für Stadtbahnfahrer wiederum sehr zentral. Auch hier: Unklare Frage bedeutet unkonkrete Antworten.

Bei Punkt 3 "Art und Ausstattung des Freibads" soll man angeben, was einem "eher" wichtig ist: Reines Naturbad, Technisches Bad (Chlor) oder gemischtes Bad (technisches Freibad und Naturbad).

Hier wird ein wichtiger Gesichtspunkt völlig außer Acht gelassen; dass es Freunden des Waldseebads egal sein könnte, ob es ein Naturbad ist oder nicht - Hauptsache, der Standort bleibt erhalten. Hier wäre eine Verknüpfung mit Punkt 2.1 sinnvoll gewesen: "Der Standort Waldseebad sollte erhalten bleiben."

Unter Punkt 4.1 und 4.2 wird eine Fragestellung unnötigerweise auf zwei Fragen aufgeteilt. Unter 4.1 heißt es "Die wirtschaftlich günstigste Lösung sollte ausschlaggebend sein." Unter 4.2 heißt es: "Es sollte mehr auf die Investitions- und Folgekosten als auf den Erhalt der Standorte geachtet werden."

Fakt ist doch: Wer dafür ist, dass "die wirtschaftlich günstigste Lösung" zum Tragen kommt, der wird ohne Zweifel auch dieser Aussage zustimmen müssen: "Es sollte mehr auf die Investitions- und Folgekosten als auf den Erhalt der Standorte geachtet werden."

Unter 4.3 schließlich wird unkonkret formuliert: "Für ein attraktives Bad wäre ich bereit, einen höheren Eintritt zu bezahlen."

Der Teilnehmer an der Umfrage bleibt dabei im Unklaren: Einen höheren Eintritt als bisher? Einen höheren Eintritt als in anderen Bädern in der Gesamtstadt? Einen höheren Eintritt als in anderen Kommunen? Auch hier ist der Subjektivität Tür und Tor geöffnet. Mal ganz davon abgesehen, dass die Eintrittsgelder ohnehin nur einen Bruchteil der laufenden Kosten decken können.

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