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"Nachfrage explosionsartig gestiegen"
Birgit Fallert (von links), Mishael Jegel und Lida Kugele-Senjura haben immer viel zu tun in der Kleiderkammer des Gernsbacher DRK.  Foto: Metz
11.02.2017 - 07:47 Uhr
Von Hartmut Metz

Gernsbach - Birgit Fallert hat "heute extra freigenommen, weil ich mit einem Ansturm rechne". Ihre emsige Helferin Lida Kugele-Senjura meint nicht nur deswegen: "Wir könnten dringend personelle Verstärkung brauchen." Schließlich sei die Nachfrage in der Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Gernsbach "seit der letzten Flüchtlingswelle explosionsartig gestiegen", erläutert Fallert.

Die Organisatorin der Sozialarbeit im DRK-Ortsverein erinnert der Andrang an die Zeit Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre, als die Einrichtung sogar zur Möbelkammer ausgeweitet wurde.

"Damals waren die Aussiedler und Flüchtlinge in Gemeindewohnungen untergebracht und erhielten von uns komplette Ausstattungen von Möbeln über Hausrat und Geschirr bis Kleidung." Mit der Zeit ließ die Nachfrage unter den Russlanddeutschen und anderen osteuropäischen Auswanderern nach, so dass die Möbelkammer wieder geschlossen wurde - "auch aus Platzmangel" im Gebäude Am Bachgarten 9 (bei der Realschule). So hat die Kleiderkammer nun zumindest genügend Raum für all die Utensilien, die dienstags, donnerstags (19 bis 20 Uhr) und samstags (jeweils von 9 bis 11 Uhr) abgegeben werden. Zudem können unter (0172) 7233125 mit Fallert gesonderte Termine vereinbart werden. Die Spenden sortiert sie mit Helfern wie Kugele-Senjura und Mishael Jegel.

Das Sortiment offeriert der DRK-Ortsverein danach außerhalb der Schulferien zwei- bis dreimal im Monat, immer donnerstags von 9 bis 11 Uhr. Die Öffnungstermine kündigt die Kleiderkammer, die bereits seit Ende der 60er Jahre in Gernsbach besteht, stets zeitig mit einem Zettel an der Eingangstür an.

Genügten früher vor der Flüchtlingswelle zwei Ausgabetermine pro Monat, herrscht nun auch bei der Erhöhung um 50 Prozent stets eine hohe Nachfrage.

"Es kommen meist 35 bis 40 Personen", berichtet Fallert über die aktuelle Lage. Den DRK-Helfern werden vor allem Kinderbedarf und Säuglingskleidung aus den Händen gerissen. Zudem weitere "Ausstattung" für den Nachwuchs, verweist Fallert auf manche Großfamilie "mit fünf bis sieben Kindern".

Aber auch wenn die Kundschaft momentan zu "80 Prozent aus Flüchtlingen besteht", kommen andere Bedürftige nicht zu kurz. Alleinerziehende Mütter mit mehreren Kindern befänden sich auch oft in Not, Obdachlose sowieso - und nicht zu vergessen "die Senioren mit Mini-Rente", verweist die DRK-Sozialarbeiterin auf eine wachsende Klientel durch Altersarmut.

Kleiderkammer für jedermann

Nach jüngsten Zahlen des Europäischen Statistikamts Eurostat sind mittlerweile 20,8 Prozent aller Menschen über 55 Jahre davon tangiert. Die Zahl der Betroffenen kletterte in Deutschland im Zeitraum von 2010 bis 2015 von 4,9 auf zuletzt 5,7 Millionen Menschen.

"Wir sind Kleiderkammer für jedermann", betont Fallert und nennt ein weiteres konkretes Beispiel der Soforthilfe des Ortsvereins bei Notlagen: "Nach einem Wohnungsbrand versuchen wir mit dem Nötigsten zu helfen."

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