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Den Schwaben von der Schippe gesprungen
Leonie Armbruster ist sowohl computertechnisch als auch sportlich versiert - was dem Hockeyclub Gernsbach zugutekommt. Foto: Borscheid
14.02.2017 - 00:00 Uhr
Von Heiko Borscheid

Gernsbach - Wer geht schon gern in die achte Klasse? Vermutlich nicht all zu viele - zumindest nicht Leonie Armbruster aus Gernsbach. Aus diesem Grund hat die 17-Jährige diese Klassenstufe mal eben fix übersprungen. Und weil sie außerdem ein Jahr früher eingeschult wurde, hat sie ihr Abitur am Albert-Schweitzer-Gymnasium bereits im zarten Alter von 16 Jahren abgelegt.

Zurzeit läuft ihre Bewerbung an der Uni in Ulm zum Studiengang "Computer Science". "Das ist Informatik auf schick gemacht", erklärt die aufgeweckte junge Frau ihren späteren Berufswunsch humorvoll. Um die Zeit zu überbrücken, absolviert Leonie seit. September vergangenen Jahres ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim Hockeyclub Gernsbach (HCG). Das ist äußerst praktisch, da sie zu ihrem Arbeitsplatz laufen oder mit dem Rad fahren kann.

Mit dem Verein ist die 17-Jährige eng verbunden. Seit ihrem fünften Lebensjahr spielt sie dort Hockey. "Ich bin nicht hammergut, aber mir macht es unheimlich viel Spaß", sagt sie. Sie trainiert die weibliche Jugend D und leitet obendrein Hockeyspiele als Schiedsrichterin. Was liegt also näher, als das FSJ im eigenen Verein zu absolvieren? Dieser Job kam aber dann doch eher zufällig zustande.

Auf der Suche nach einem FSJ-Platz recherchierte Leonie zunächst einmal im Internet und stieß dabei auf den VfB Stuttgart. "Die haben auch eine Hockeymannschaft und haben sich bei den bisherigen Aufeinandertreffen als recht nett erwiesen." Nach einem Vorstellungsgespräch in der Schwabenmetropole merkte sie aber, dass ein Umzug in die Landeshauptstadt nicht ihr wahrer Traum war. "Die hatten auch irgendwie keinen Plan, das war alles etwas unkoordiniert", berichtet Leonie über eine völlig untypische schwäbische Art.

Bei einem Clubabend im Vereinsheim in Gernsbach - diese finden immer mittwochs statt und erfreuen sich großer Beliebtheit - erzählte Leonie von ihrer Odyssee ins Württembergische und bekam von Clubseite her eine interessante Antwort: Der HCG war just zu dieser Zeit dabei, eine Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr zu schaffen. Somit hatte die Abiturientin ihren Job sicher.

Seit gut einem halben Jahr ist sie nun Angestellte ihres Heimatvereins. Koordiniert wird ihre Arbeit vom zweiten Vorsitzenden Claus Olinger und von Jugendwart Christoph Jirousek. "Jeweils montags wird besprochen, was die Woche über so ansteht. Das Schöne ist, dass mich die Verantwortlichen ernst nehmen und die Zusammenarbeit auf Augenhöhe stattfindet", freut sich die 17-Jährige. Zu ihren Aufgaben gehören kreative Arbeiten wie das Erstellen von Flyern, aber auch das Aufräumen des Geräte- und Materialraums.

Viel Herzblut legt Leonie in die Nachwuchsarbeit. So gibt sie unter anderem dienstags zwei Unterrichtsstunden Training an der Realschule in Gernsbach. Einen Tag später leitet sie am Gymnasium die Hockey-AG. Eine Kooperation mit den Grundschulen in den Ortsteilen sowie mit den umliegenden Kindergärten bringt die FSJ'lerin gerade auf den Weg.

In der kommenden Woche steht das vierte von fünf einwöchigen Seminaren für FSJ'ler auf dem Programm. Davor hat Leonie auch mal ein freies Wochenende. In der Regel begleitet sie nämlich die Gernsbacher Hockeymannschaften zu ihren Spielen und schreibt dann die Beiträge für den Stadtanzeiger.

Ob sie mit 17 denn keine anderen Hobbys habe, als für den HCG zu arbeiten? "Zum einen ist das mein Verein, in dem ich seit meiner Kindheit aktiv bin, zum andern sind alle meine Freunde derzeit im Ausland oder haben Abi-Stress. Was soll ich also tun?"

Den Abi-Stress hat Leonie hinter sich. Gerne hätte sie, wie einige ihrer Freunde, auch eine Zeit lang "Work&Travel" in einem fernen Land gemacht, "aber mit 16 geht das nicht", ärgert sie sich, "da nimmt einen doch keiner." Das ist dann doch ein kleiner Nachteil vom Turbo-Abitur im Alter von 16 Jahren - doch da gibt es sicherlich Schlimmeres.

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