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IG Metall: Der Druck nimmt zu
Mit dem Tablet die Betriebsdaten von vernetzten Maschinen abfragen. In vielen Betrieben ist das längst keine Zukunftsmusik mehr. Foto: dpa
14.02.2017 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Zunehmende Leistungsverdichtung, Digitale Revolution, Industrie 4.0 - die Themenfelder für die Arbeitnehmervertreter sind reich bestückt. Bei der jüngsten Betriebsrätetagung der IG Metall Gaggenau wurde dies deutlich. In der Verwaltungsstelle in Gaggenau hatten sich die Gewerkschafter gestern eingefunden. Bei einem Pressegespräch gewährten sie Einblicke.

"Vor allem für ältere Mitarbeiter wird die Belastung zunehmend stärker", mahnte Andreas Kleinschmidt. Er ist Betriebsratsvorsitzender der Gerstenmaier-Gruppe: Das Unternehmen unterhält Betriebe in Baden-Baden, Bühl, Gaggenau, Rastatt und Sinzheim mit insgesamt rund 250 Mitarbeitern. Die Zeitvorgaben seitens der Auto-Hersteller würden "immer weiter verdichtet. Und die Autos wiederum werden immer anspruchsvoller", richtet er den Blick in den Alltag der Kfz-Werkstätten. Dort werde mit dem Einzug von Elektromobilität und Hybridautos eine neue Zeit anbrechen.

Ständige Weiterbildung sei unabdingbar, sagte Kleinschmidt, aber: "Für manche ältere Arbeitnehmer kann das ein Problem sein, die sagen dann: ,Ich packe das nicht mehr.'" Wer jenseits der 58 ist, für den stelle sich dann durchaus die Frage: "Wie schaffe ich das noch bis ins Rentenalter?"

In der Industrie sind die aktuellen Fragestellungen etwas anders gelagert: Alexandra Schlager berichtete aus dem Siemens-Werk in Rastatt: Bei den Angestellten sei "mobiles Arbeiten" ein Thema; in der Produktion hingegen liege ein Augenmerk auf der Schichtthematik. "Mehrere Schichtmodelle werden diskutiert, auch Wochenendschichten", so Schlager. Für die ungelernten und angelernten Mitarbeiter gelte es Freiräume zu schaffen für Weiterbildung und Qualifizierung.

Fast 22500 Mitglieder in der Region

Bei Daimler in Gaggenau gibt es seit 1. Dezember eine "hervorragende Betriebsvereinbarung" zum mobilen Arbeiten, berichtete Udo Roth. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats. Mobiles Arbeiten, also Arbeiten außerhalb des Betriebsgeländes, sei insbesondere im Verwaltungsbereich möglich, aber auch in der Qualitätstechnik und Produktionstechnik. Die Mitarbeiter hätten einen Rechtsanspruch auf mobiles Arbeiten da, wo es die Arbeitsaufgabe erlaubt.

Eine weitere Herausforderung sehen die Arbeitnehmervertreter beim Thema "Arbeitszeit in bestimmten Lebensphasen". "Da sind Individuallösungen gefordert", sagte Roth. Pflege von Angehörigen, Familie, Weiterbildung: Das sind drei große Bereiche, in denen Handlungsbedarf bestehe. Derzeit laufe eine Beschäftigtenbefragung.

Für Claudia Peter, die erste Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau, ist klar: "Je nachdem, wo man arbeitet, gibt es unterschiedliche Bedürfnisse seitens der Arbeitnehmer", dem müsse man als IG Metall gerecht werden. Deshalb sei es wichtig, dass die Gewerkschaft man mit den Beschäftigten in Kontakt trete.

Bei der Mitgliederentwicklung befinde sich die Gewerkschaft im Bereich der Verwaltungsstelle Gaggenau weiter im Aufwind: 22492 Männer und Frauen wurden im Januar gezählt, das sind 109 mehr als im Vorjahresmonat.

"Handlungsfähigkeit durch guten Organisationsgrad in den Betrieben", lautet die Maxime. Seit April 2016 gebe es ein Betriebsratsgremium beim Landmaschinenhersteller Rauch (Sinzheim und Baden-Airpark). Bei der Pister Kugelhähne GmbH in Muggensturm werde im März zum ersten Mal ein Betriebsrat gewählt.

"Große Stabilität" herrsche in der Region derzeit bei den Beschäftigtenzahlen und der Auftragssituation. Nach den Werkschließungen bei KWH in Ottenau und Diana in Rastatt gebe es derzeit nur ein Sorgenkind:. "Der einzige Betrieb, der uns Sorgen macht, das ist Antolin. Da sieht es eher düster aus." Bei dem Automobilzulieferer in Rastatt stehen 400 Arbeitsplätze auf dem Spiel (wir berichteten gestern).

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