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Essen für die gute Sache
Dan Oryan trägt sich ins goldene Buch der Stadt Gernsbach ein. Foto: Froese
16.02.2017 - 00:00 Uhr
Von Wolfgang Froese

Gernsbach - Essen für eine gute und notwendige Sache hieß es am Montagabend in Staufenberg: Beim Sponsoring-Dinner wurde für das Bitola-Projekt der evangelischen Paulusgemeinde geworben. Als Ehrengast war der israelische Botschafter Dan Oryan gekommen, der sich in seiner Rede mit der besonderen Situation seines Landes im Spannungsfeld des Nahen Ostens auseinandersetzte.

Seit Donnerstag und noch bis heute weilt auf Einladung der Paulusgemeinde eine elfköpfige Delegation aus Mazedonien im Murgtal. Abgesehen vom Pastor der kleinen evangelischen Gemeinde in Bitola, Josip Pastor, und seiner Frau Bijana sind es Jugendliche, darunter zwei Mitglieder der jüdischen Gemeinde Skopje (der Hauptstadt des Landes), die mit anderen daran arbeiten, den jüdischen Friedhof von Bitola zu restaurieren und zu einem Park des Gedenkens zu entwickeln. In der südmazedonischen Stadt an der Grenze zu Griechenland, dem historischen Monastir, existierte seit 1497 die nach Thessaloniki bedeutendste jüdische Gemeinde auf dem Balkan. Am 11. März 1943 wurden die verbleibenden 3267 Juden von Bitola geschlossen in das Vernichtungslager Treblinka geschickt.

Um die Bedeutung dieses Gedenkprojekts zu unterstreichen, war im Auftrag des israelischen Außenministeriums der Direktor der Balkanabteilung und Botschafter in Mazedonien Dan Oryan nach Staufenberg gereist. Bürgermeister Dieter Knittel würdigte den Besuch mit der Bitte, sich in das goldene Buch der Stadt einzutragen. 2008 hatte sich hierin bereits Shimon Stein, der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland, eingetragen - "mein Vorgesetzter", wie Oryan mit einem Lächeln kommentierte.

Jugendliche stellen alte Grabstätten wieder her

Neben Knittel war auch der grüne Landtagsabgeordnete Thomas Hentschel zu dem Abend erschienen, dazu als einziger Stadtrat Rudi Seifried als Vertreter der Freien Bürger sowie aus Baden-Baden Jürgen Kempf, der Direktor des Gymnasiums Hohenbaden.

Pfarrer Hans-Joachim Scholz betonte in seiner Begrüßung das besondere deutsch-israelische Verhältnis vor dem Hintergrund des Holocaust, aber auch die tiefe Verbundenheit mit der europäischen Geschichte, die in Israel sehr präsent sei. Oryan sagte in seiner Ansprache, dass er beim Thema "Israel im Nahen Osten" immer zuerst an seine Familie, seine Frau Sharon und seine drei Kinder, denke. Seine Eltern hätten noch geglaubt, dass er nie in der Armee dienen müsse, doch Realität sei, dass Israel seit dem Tag der Staatsgründung vor 69 Jahren fortgesetzt um seine Existenz zu kämpfen habe.

Als gegenwärtige "Hauptbedrohung" bezeichnete er den Iran, der Massenvernichtungswaffen entwickle und Terrorgruppen finanziere. Oryan betonte den Wunsch Israels, in Frieden mit seinen Nachbarn zu leben. Mit einem "seriösen Partner" auf palästinensischer Seite werde es "sofort Frieden" und eine Zwei-Staaten-Lösung geben.

Iskia Dochovska, die Tochter der Projektkoordinatorin Maria Geras Dochovska, stellte den Gästen des Dinners das Friedhofsprojekt in Bitola vor, bei dem es zunächst um die Säuberung des 42000 Quadratmeter großen Friedhofsgeländes und die Freilegung der vermutlich um die 8500 Grabstätten geht. Von ihnen konnten bislang auch durch freiwillige jugendliche Helfer aus Staufenberg rund 3000 wiederhergestellt werden (wir berichteten). Ziel ist ein Park des Gedenkens, der als völkerverbindender Treffpunkt dienen soll. Oryan ergänzte, dass sich die israelischen Diplomaten über die Vertretung ihres Landes hinaus als Botschafter der Juden verstünden, "auch für die, die gelebt haben". Er bat darum zu helfen. Jeder solle tun, was er könne.

Für die musikalische Begleitung des Abends sorgten Gregor von Keudell und Simon ("Simmy") Krust mit selbstverfassten Liedern, die mit ihren nachdenklichen Tönen dem Charakter des Spendendinners sehr gerecht wurden.

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