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"Wir alle ringen um die beste Lösung"
Beim Thema Pfleiderer-Areal nimmt CDU-Gemeinderat Wolfgang Müller (Zweiter von rechts) nicht nur beim Interview mit dem SWR eine Gegenposition ein.  Foto: Juch/av
04.03.2017 - 00:00 Uhr
Von Wolfgang Froese

Gernsbach - Sieben Gemeinderäte sind am Donnerstag der Einladung der Bürgerinitiative Giftfreies Gernsbach (BIGG) zu einem "offenen Gesprächsabend" über die Zukunft des Pfleiderer-Areals gefolgt. Der Austausch der Argumente fand weitgehend sachlich statt. "Es war auch für uns gut, das Gespräch zu führen", resümierte Uwe Meyer, der Fraktionsvorsitzende der Freien Bürgervereinigung.

"Wir alle ringen darum, die beste Lösung zu finden", sagte Dr. Ulrika Kiby, die den Großteil des Abends moderierte und für ein Miteinander warb. Inhaltlich gingen die Meinungen, wie mit dem hochgradig mit Quecksilber, Arsen und weiteren Schadstoffen auf dem verseuchten Gelände umzugehen sei, weiter auseinander. Bislang wird lediglich das Grundwasser über ein Brunnensystem gereinigt, bevor es in die Murg geleitet wird. Die aktuelle Planung sieht die Versiegelung der am höchsten belasteten Bereiche durch die Ansiedlung zweier Einkaufsmärkte vor.

Für die Mehrheit des Gemeinderats betonten Meyer und Volker Arntz (SPD), dass eine Vollsanierung mit Bodenaustausch zwar grundsätzlich "das erste Mittel der Wahl" wäre, diese aber nicht finanzierbar sei, da weder bei dem insolventen Grundstückseigentümer etwas zu holen sei noch das Land einspringen werde. "Es gibt niemanden, der es bezahlt", sagte Meyer, der die Kosten auf aktuell 30 Millionen Euro schätzte.

"Warum sind wir mit der Gefahrenabwehr zufrieden?", bezog Wolfgang Müller (CDU) die Gegenposition. Sie sei zwar rechtlich zulässig, aber "die schlechteste Lösung". Er befand, dass das jüngste Gutachten des Öko-Instituts eine Änderung des bestehenden Sanierungsvertrags nötig mache, wobei er sich insbesondere auf die Grundwasserströme bezog. Da dies für den Eigentümer zu teuer werde, müsse das Land zahlen. Das eröffne die Möglichkeit, auch über eine Sanierung zu verhandeln.

Arntz sieht indes kein Szenario, sich gegen das Land oder Pfleiderer durchzusetzen. Selbst ein Genehmigungsverfahren für eine Vollsanierung werde zehn bis 15 Jahre dauern. "Wenn wir jetzt nichts machen", warnte er, "passiert hier in den nächsten 20 bis 25 Jahren nichts." Die gleiche Position bezog Meyer: "Ich will dort etwas erreichen. Ich will nicht noch einmal 20 Jahre warten."

"Besser 25 Jahre liegen lassen, als jetzt bebauen", meinte dagegen der Architekt und Stadtplaner Stefan Krieg: "Die Supermarktbebauung ist für mich städtebaulicher Müll." Kritisch gegenüber zusätzlichen Einkaufsmärkten sind Stefan Eisenbarth (CDU) und Altstadtrat Frieder Kräuter eingestellt, der mit Blick auf den Einzelhandel vor einem Einkaufszentrum wie in Oberndorf warnte. Meyer hält den geplanten Markt dagegen für einen "Frequenzbringer" für die Innenstadt.

Die Bürgerinitiative thematisierte die ungeklärt bezeichnete Grundwassersituation und kritisierte das Verfahren an sich. Der Bebauungsplan hänge jetzt vom Sanierungsplan statt umgekehrt ab, sagte Dieter Köhler. "Schaffen Sie sich wieder Planungshoheit", forderte Stefan Freundel, der Sprecher der BIGG.

Dr. Irene Schneid-Horn sagte als Vorsitzende der SPD-Fraktion, dass man mit der Annahme des Gesprächsangebots der Bürgerinitiative "in die Höhle des Löwen" gegangen sei und man nun "vieles mitnehme". Auch Meyer betonte vor der Gemeinderatssitzung am 20. März, dass die Anregungen "auf fruchtbaren Boden" fielen. Er stellte eine mögliche Sanierung der Randbereiche in Aussicht. Freundel will weiter ein Bürgerbegehren initiieren, sollte die Mehrheit des Gemeinderats an den gegenwärtigen Plänen festhalten (das BT berichtete).

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