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Daimler fordert mehr Effizienz
Fertigung von Außenplanetenachsen im Mercedes-Benz-Werk Gaggenau. Die Zahl der Beschäftigten am Standort soll im April wieder über 6 800 liegen. Foto: Daimler
29.03.2017 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Die Auftragslage entwickelt sich sehr positiv, doch für den Betriebsrat des Mercedes-Benz-Werks Gaggenau ist Konfliktpotenzial vorhanden: Beim neuen Sparprogramm mit dem Namen "Stream" müsse die Nachhaltigkeit im Mittelpunkt stehen. "Wir werden uns mit Händen und Füßen wehren, wenn es wieder nur um Köpfe geht", sagte Udo Roth nach der gestrigen Betriebsversammlung in einer Pressekonferenz. Roth ist stellvertretender Betriebsratsvorsitzender.

"Stream" ist die Abkürzung für "Structural Excellence at Mercedes". Standortleiter Dr. Matthias Jurytko erläuterte, dass die Effizienz am Standort Gaggenau verbessert werden müsse: Dazu gelte es Prozesse zu vereinfachen, schwerfällige Strukturen zu verbessern oder Verschwendung zu minimieren. "Wir sind zu schwer", sagte er mit Blick auf die Fixkosten. Darüber sei sich die Unternehmensleitung mit dem Betriebsrat einig, nur über das Wie der Verbesserung müsse man Einigung erzielen. "Alles, was die Fixkosten beeinflusst, werden wir definitiv untersuchen", versicherte Jurytko.

Dabei gehe es nicht nur um Dienstleistungen. Wichtig sei, "dass wir die Prozesse verbessern". Dabei gelte es, mögliche Chancen der Digitalisierung zu nutzen.

Udo Roth sagte, wenn intelligentere Prozesse die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen, dann sei dies im Interesse der Arbeitnehmer. Aber es dürfe nicht zu einer Leistungsverdichtung führen. Bereits in der Betriebsversammlung am Vormittag hatte Betriebsratsvorsitzender Michael Brecht deutlich gemacht: "Wir werden nicht zulassen, dass unsere Zielbilder an den Truckstandorten infrage gestellt werden." Das Unternehmen solle stattdessen das Geschäftssystem ausbauen und Ideen entwickeln, wie der Marktanteil erhöht, wie man die Erlössituation verbessern könnte und zum Beispiel das "Aftersales-Geschäft" ausbauen - also nach dem Verkauf des eigentlichen Produkts.

Hohe Identifikation mit dem Standort

"Kosten schrubben kann jeder, zur nachhaltigen Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit sind intelligentere Lösungen notwendig", so Brecht. Für Jurytko hingegen steht der Standort Gaggenau im Fokus: "Ein Werk kann nicht den Markt beeinflussen, sondern nur am eigenen Standort Effizienz verbessern."

"Nicht mehr moll-gefärbt" wie Ende 2016 sind die Aussichten des Standorts derzeit, sagte Jurytko. Deutliche Marktrückgänge in Mittel- und Südamerika hatten der Entwicklung auch in Gaggenau einen Dämpfer verpasst. Nun gebe es auch im Nutzfahrzeugbereich positive Marktsignale aus Nordamerika, eine stabile Entwicklung in Europa und "höchste Auslastung im Pkw-Bereich". Auch davon profitierte der Standort Gaggenau aufgrund der breiten Produktpalette. Der Betriebsrat würde gerne die Übernahme der derzeit rund 60 Leiharbeiter in feste Verhältnisse forcieren. Jurytko hingegen will flexibel auf den Markt reagieren können.

Er freue sich über die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung. Hohe Identifikation mit dem Standort und eine sehr hohe Bereitschaft, sich dafür einzubringen, seien wesentliche Erkenntnisse. Für Jurytko ist dies im Einklang mit dem "Spirit", dem besonderen "Geist" von Gaggenau: "Sich zunächst einmal der Herausforderung kritisch nähern, dann aber bei der Umsetzung ohne Wenn und Aber mitwirken."

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