http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
Als Sprachrohr der deutschen Jugend nach New York
Amerika und die Vereinten Nationen: Auch das wird wieder ein Thema sein, wenn die Schüler der HLA im UN-Hauptquartier zu Gast sind. Foto: Archiv
30.03.2017 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach/New York - "Ich freue mich vor allem auf die Menschen", blickt Margarita Volk gespannt auf das Abenteuer, das sie heute zusammen mit neun Schulkameraden und drei Lehrern nach Amerika führt. Neun Tage in New York liegen vor der Delegation der Handelslehranstalt (HLA) Gernsbach. Neun Tage voller Programm, das sich insbesondere den Themen Umweltschutz, Nachhaltigkeit und dem Entwickeln von Führungspersönlichkeiten (Leadership Development) widmet.

"So eine Chance hat man nie wieder", zeigt sich auch Felix Fritz im BT-Gespräch voller Vorfreude. Er und seine Schulkameraden vom Berufskolleg II beziehungsweise der Wirtschaftsoberschule haben sich in einem internen Bewerbungsverfahren für den Trip ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten qualifiziert. Es ist die sechste USA-Reise der HLA - und doch ist es irgendwie ein bisschen Neuland. Die Wahl Donald Trumps zum 45. US-Präsidenten habe die Gernsbacher Schule schon ziemlich bewegt, blickt Martin Strauß auf den vergangenen November zurück. Seither habe der Verbindungslehrer jedoch eher mehr Interesse von US-Seite an dem jährlichen Besuch aus Gernsbach gespürt. "Alle sind nach wie vor total offen und bieten uns ihre Unterstützung an", erklärt Strauß: Die Tatsache, dass die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz nicht gerade hoch im Kurs liegen beim amtierenden US-Präsidenten sei nicht gleichbedeutend mit einem schwindenden Interesse der amerikanischen Bevölkerung an einer besseren Welt. Genau an dieser wolle man nämlich arbeiten in den kommenden neun Tagen.

Die Schüler der HLA Gernsbach sind gut vorbereitet. Sie haben eine Präsentation erarbeitet, die sich aus der Ernährungsperspektive der Menschen mit einem schonenden Ressourcenumgang beschäftigt. Margarita Volk nennt das in vielen Lebensmitteln (Margarine, Schokocreme, Fertigpizza, Eis) enthaltene Palmöl als Beispiel: Aus ethischen und ökologischen Gesichtspunkten steht das Öl in der Kritik, weil dessen Gewinnung dem Regenwald schadet - "und damit auch uns", erklärt die Schülerin. Bei einem Besuch des International Youth Leadership Institute in Harlem wird die HLA-Delegation zum ersten Mal ihren Vortrag halten - auf Englisch natürlich - und dabei auch das Thema "bewusster Lebensmittel einkaufen" beleuch- ten. "Es ist schwierig, in New York Lebensmittel zu kaufen, die aus dem städtischen Umfeld kommen", verweist Lehrer Martin Strauß auf die Tücken einer Großstadt. Für die gelte es, entsprechende Konzepte zu erarbeiten - Stichwort Urban Gardening (Stadtgärtner). Neben praktischen Beispielen wollen die jungen Gernsbacher auch darauf eingehen, wie man nachhaltige Produktideen in einer wirtschaftsorientierten Welt attraktiv, zugänglich und bezahlbar vertreiben kann, ohne die Umwelt so stark zu belasten, wie es das die Lebensmittelindustrie vielerorts tut. "Letztendlich können wir immer noch was ändern", betont Adriana Baliu. Sie ist genau wie ihre Schulkameraden Volk und Fritz das erste Mal in den USA. In New York steht zwar auch etwas Sightseeing an, aber das Programm ist straff. Am Sonntag steht der Besuch des Martin-Luther-King-Centers in der Bronx auf dem Plan, am Montag ist man vormittags zu Gast bei der Partnerschule Benjamin Banneker in Brooklyn und nachmittags beim Hauptquartier der Vereinten Nationen in Manhattan. Einen Tag später müssen die Deutschen bei der International Business Challenge ihr Können unter Beweis stellen. Mit der Übungsfirma X-Trips heißt es am Mittwoch bei der Virtual Trade Fair virtuelle Reisen in den Schwarzwald sowie eine James-Bond-Action-Tour zu verkaufen, die unter anderem ins Benz-Werk nach Gaggenau, auf die Autobahn und ins Baden-Badener Casino führt. Danach steht ein Besuch des Deutschen Konsulats in Manhattan an.

Ein Workshop beim Whole Foods Market (weltweit größter Betreiber einer Biosupermarktkette) und der Besuch der Firma Mindbodygreen (Start-up-Unternehmen in Brooklyn) runden das Programm ab, ehe es nach einem abschließenden Einkaufsbummel in den Flieger zurück nach Deutschland geht.

"Es ist keine normale Studienfahrt"

"Es ist keine normale Studienfahrt", betont Mitorganisatorin Elisa Cabo. Als Lehrer sehe man in diesen Tagen von New York immer eine Entwicklung der Schüler, die jedem einzelnen sehr viel bringe. "Sie werden dort quasi als Sprachrohr der deutschen Jugend wahrgenommen", unterstreicht Martin Strauß; schließlich spiele Deutschland im Alltag der Amerikaner keine große Rolle. Wenn die jungen Leute der HLA dies spüren, trage das auch zu dem Leadership-Effekt bei, den man erreichen wolle: "Bei uns Lehrern ist die Hoffnung immer groß, dass sich die Erfahrungen, die dort gesammelt werden, auf etwaige spätere Führungspositionen auswirken."

www.hla-gernsbach.de

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Bühl
--mediatextglobal-- OB Hubert Schnurr verabschiedet im Rahmen einer Feierstunde die Mitglieder des ersten Bühler Jugendrats. Foto: Stadt

06.04.2017 - 00:00 Uhr
Jugendrat offiziell verabschiedet
Bühl (red) - Der erste Bühler Jugendrat hat seine Tätigkeit offiziell beendet. Seine Mitglieder wurden im Jugendzentrum Komm feierlich verabschiedet. Für mehrere von ihnen ist es kein Abschied auf Dauer, sind sie doch dieser Tage für eine weitere Amtszeit wiedergewählt worden (Foto: Stadt). »-Mehr
Baden-Baden
Viele Helfer auf dem Weg ins neue Leben

29.03.2017 - 00:00 Uhr
Ehrenamtliche im Fokus
Baden-Baden (sre) - Auch wenn nicht mehr viele Flüchtlinge neu in die Kurstadt kommen, brauchen diejenigen, die schon hier leben, noch viel Hilfe. Das BT startet deshalb eine neue Serie, die die Arbeit von Ehrenamtlichen in diesem Bereich in den Fokus rückt (Foto: Reith). »-Mehr
Berlin
Fieberhafte Tätersuche nach Anschlag in Berlin

21.12.2016 - 08:18 Uhr
Fieberhafte Suche nach Täter
Berlin (dpa) - Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt fahnden Ermittler unter Hochdruck nach dem womöglich bewaffneten Täter und etwaigen Komplizen. Mit GPS-Daten vom Tatabend wird laut Polizei nach dem Handy des Flüchtigen gesucht (Foto: dpa). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Nach gerade einmal zwei sonnigen Tagen folgen ab Dienstag wieder Regen und Kälte. Sind Sie genervt vom ständigen Wetterumschwung?

Ja.
Nein.
Das gehört zum April.

Wetter in Mittelbaden


Facebook


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen