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Schrecksekunden für die Reisemanager
31.03.2017 - 00:00 Uhr
Von Margrit Haller-Reif

Forbach - "Ski-Club Forbach auf froher Fahrt", so titelte das Badische Tagblatt 1966 den Bericht zum ersten mehrtägigen Ausflug des Vereins. Was einst mit der Drei-Tages-Tour nach Garmisch-Partenkirchen zum damals einzigen deutschen Gletschergebiet, dem Zugspitzplatt, begann, sollte eine feste Tradition begründen. Der Rückblick auf die Geschichte der Ausfahrten anlässlich des 90-jährigen Vereinsbestehens birgt einige Anekdoten.

Wenn der langjährige SC-Vorsitzende Karl-Heinz Dieterle von damit einhergehenden Erlebnissen und Hintergründen erzählt, vergeht die Zeit wie im Flug. Er und seine Frau Antonie organisierten und betreuten die Fahrten jahrzehntelang als unermüdliche "Reisemanager". Sowohl das Skigebiet, anfangs waren es die Sommerskigebiete zum Saisonabschluss, als auch die Unterbringung wurden von ihnen vorab jeweils persönlich getestet. Über mangelnde Abwechslung bei 57 mehrtägigen Ausfahrten konnten sich die teilnehmenden Skifreunde ebenfalls nicht beklagen. 29 mal ging es zum Brettl-Glück nach Österreich, 20 mal nach Frankreich, fünfmal in die Schweiz, einmal nach Italien und zweimal blieb man in Deutschland.

1968 stand erstmalig Sölden im Ötztal auf dem Programm. Die Unterkunft war für heutige Verhältnisse unvorstellbar preisgünstig: 60 Schilling (4,30 Euro) kostete die Halbpension im Alpengasthof "Grüner", heute ein Wellnesshotel, das mit Preisen von über 150 Euro pro Tag zu Buche schlägt.

Die Namen Zermatt und Matterhorn sorgten 1971 für die Rekordteilnehmerzahl von 69 Personen. Die Fahrt ins autofreie Zermatt mit zwei Reisebussen bedeutete eine enorme organisatorische Herausforderung.

Bereits 1972 wurde zum Winterausklang auf der Idalpe die Top-Adresse Ischgl favorisiert, verbunden mit einer heftigen Schrecksekunde für die Reisemanager Dieterle. Einen Tag vor der Abfahrt rief die Pensionswirtin an um ihnen mitzuteilen, dass der Gondelbetrieb auf die Idalpe eingestellt worden sei. Damals die einzige Möglichkeit, von Ischgl aus in das Skigebiet auf 2300 Meter Höhe zu gelangen.

Was tun? Eine Umbuchung war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich, geschweige denn eine Absage an 43 Brettl-Fans. Nach einer internen Beratung waren zwei adäquate Ausweichmöglichkeiten gefunden: An einem Tag ging es bei besten Schnee- und Wetterverhältnissen mit der Tiroler Zugspitzbahn auf die Zugspitze, am nächsten ins Skigebiet Hochgurgl. "Den Teilnehmern haben wir das Ganze allerdings erst auf der Hinreise gebeichtet", erinnert sich Karl-Heinz Dieterle an die mit jener Ischgl-Fahrt verbundenen Komplikationen.

Ärztliche Bescheinigung für Frankreich-Urlaub

Im Januar 1975 begann eine neue Ära in Sachen Ski-Touristik des SC Forbach mit 14 Privatpersonen, die im Pkw nach Les Menuires im Tal de Belleville reisten. In den nachfolgenden Jahren wurden die französischen Alpen regelmäßig angesteuert. Und damit gleichzeitig das Wintersportgebiet "Les Trois Vallées", das mit dem Slogan "Das größte Skigebiet der Welt" Werbung machte. Die einwöchigen Aufenthalte, 15 davon in Les Menuires, später einige in Les Arc und einmal in Avoriaz, haben die Forbacher Ski-Fans ausnahmslos mit dem "Les Trois Vallées"-Virus infiziert.

Angefangen bei jenen 14 Privatpersonen, die hinsichtlich der Skiausfahrten nach Frankreich eine gewisse Pionierarbeit leisteten. Und zudem ungewöhnliche "Erschwernisse" auf sich nehmen mussten: In Les Menuires mussten sie eine ärztliche Bescheinigung vom Hausarzt, damals Dr. Schoop, vorlegen, dass sie "an keiner ansteckenden Krankheit" leiden. Nach ihrer Rückkehr in den Schwarzwald steckten sie die daheimgebliebenen Skifreunde unwiderruflich mit ihrer Begeisterung für das Skigebiet "Les Trois Vallées" an.

Seit 1998 sind die inzwischen beliebten, familienfreundlichen Wochenendausfahrten im Veranstaltungskalender des Ski-Clubs verankert. Eine Art Zusammengehörigkeitsgefühl hat sich längst eingestellt. Nicht zuletzt, weil sich die einst von Karl-Heinz Dieterle ausgegebene Losung zur "Dynamik der Gruppe und Toleranz der Einzelnen" stets bewährt.

Die jüngste SC-Ausfahrt führte zum "Kurzurlaub" ins Tiroler Ski-Juwel Alpbachtal/Wildschönau. Die ersten Anmeldungen für das nächste Jahr dürften beim neuen "Reiseleiter" Erich Wunsch bereits eingegangen sein.

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