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Weit mehr als nur Waldläufe
Florian Böckler beobachtet die KSC-Spieler bei der Gymnastik.  Foto: GES/Markus Gilliar
01.04.2017 - 00:00 Uhr
Von Heiko Borscheid

Gaggenau - Den bisher wohl wichtigsten Tag in seiner beruflichen Laufbahn beschreibt Florian Böckler wie folgt: "Ich stand an einem Montagmorgen mit der U19 auf dem Trainingsplatz, als der Cheftrainer auf mich zukam und mir sagte, ich solle mich umgehend beim Management der Profis melden." Nach einem Gespräch mit Jens Todt war klar, dass der 28-jährige Michelbacher zwei Tage später mit der Profi-Mannschaft und Trainer Markus Kauczinski ins Trainingslager nach Spanien fliegen würde. Seit diesem Tag ist Böckler hauptamtlicher Athletiktrainer des Karlsruher Sport Clubs.

Was klingt, wie aus einem Sonntagsabendfilm, begann mit dem Abitur am TG in Rastatt und einem Studium der Sportwissenschaften am KIT in Karlsruhe. "Ich hatte nach dem Abitur die Entscheidung zu treffen, mich für etwas Technisches oder meine Leidenschaft, den Sport, zu entscheiden", erzählt Böckler. Er entschied sich für Letzteres und schloss das Studium zunächst mit dem Bachelor, wenig später mit dem Master ab.

Seine Vorliebe zum Sport entdeckte der gebürtige und heute noch dort lebende Michelbacher bereits im Kindesalter im heimischen Turnverein. "Fußball habe ich eigentlich nur nebenher als Hobby gespielt", erinnert er sich. Im Turnsport erwarb er auch die B-Trainerlizenz und turnte für den Rastatter TV in der Liga.

Bereits im Rahmen seines Studiums arbeitete der heute 28-Jährige in der Leistungsdiagnostik beim KSC. Dadurch konnte er wichtige Kontakte knüpfen. Als die Stelle des Athletiktrainers bei den Junioren frei wurde, bekam Böckler 2014 den Zuschlag. "Damals noch als Geringfügigbeschäftigter, parallel zu meinem Studium."

Nach dem erfolgreichen Abschluss unterschrieb er im Januar 2016 einen Vertrag in der Jugendabteilung des Zweitligisten - wenige Tage, bevor unerwartet die Beförderung zu den Profis kam. Böckler hat seitdem einen Job, den es so in Deutschland lediglich 36-mal gibt - bei den Vereinen in der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga.

Schnell erarbeitete er sich das Vertrauen des damaligen Cheftrainers Kauczinski. Als im Sommer vergangenen Jahres Thomas Oral das Zepter an der Außenlinie übernahm, durfte der junge Murgtäler bleiben. "Oral war extrem in Sachen Athletik", sagt Böckler über den mittlerweile zweiten Ex-Trainer. Unter Oral bekam der Sportwissenschaftler auch seinen eigenen "Profivertrag" mit Laufzeit bis 2019.

"Die Spieler sind fit"

Die Qualitäten von Böckler erkannte auch der jetzige Trainer Mirko Slomka schnell. Hand in Hand arbeiten die beiden - auch im Team mit den anderen Trainern - zusammen. "Es gibt jeden Tag Absprachen, was trainiert werden soll. Nach den Vorgaben des Cheftrainers richte ich mein Training aus", erklärt er. "Das heißt, wenn an einem Tag Schnelligkeit trainiert werden soll, muss ich die Spieler entsprechend warm machen." Auch das "Cool down" am Ende der Einheit muss ins Gesamtkonzept passen. Alles muss auf die Haupt-Trainingseinheit abgestimmt sein.

Der Alltag eines Athletiktrainers findet, entgegen der weitläufigen Vorstellungen, nicht ausschließlich im Wald statt. "Waldläufe sind nicht sehr beliebt und machen auch nur einen Bruchteil meiner Arbeit aus", erklärt Böckler. Er ist selbstverständlich verantwortlich für die Ausdauer der Spieler, aber auch für Kraft, Schnellkraft, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Koordination und nicht zuletzt für die Ernährung. Auch das Reha-Training für verletzte Spieler gehört zu seinen Aufgaben.

Klar, dass sich Florian Böckler bei so viel Verantwortung die Frage gefallen lassen muss, "ob der KSC denn aufgrund mangelnder Fitness da steht, wo er aktuell in der Tabelle der Zweiten Bundesliga zu finden ist?" "Nein", so die klare Antwort. "Die Spieler sind fit, das belegen die Auswertungen eindeutig." Und eines fügt er hinzu: "Wir arbeiten alle zusammen Tag für Tag sehr hart dafür, aus der momentanen Situation herauszukommen." Die Dritte Liga wäre eine Katastrophe - auch für Florian Böckler: Sein Vertrag zählt nämlich nur für die Zweite Bundesliga. Doch daran denkt beim Karlsruher SC derzeit keiner. Auch im Murgtal drückt man "seinem" Trainer aus der Region - dem Fachwerkdorf Michelbach - ganz fest für den Klassenerhalt die Daumen.

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