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Seit einem halben Jahrhundert "Murgtalblick"
01.04.2017 - 00:00 Uhr
Von Heiko Borscheid

Gaggenau - Der SV Michelbach hat in diesem Jahr Grund zu feiern. Vor 50 Jahren, genau am 1. April, wurde das Vereinsheim "Sportgaststätte Murgtalblick" eingeweiht. Am selben Tag wurde außerdem die Alte Herren-Mannschaft gegründet.

Die älteren Vereinsmitglieder werden sich noch an den 12. Januar 1963 erinnern: Damals wurden die Weichen für den Bau eines Vereinsheims gestellt. Der damalige Vorsitzende Edmund Rieger informierte die Sportler über die Baufälligkeit der Hütte am Sportplatz. Einen Monat später, am 3. Februar, machten die Fußballer Nägel mit Köpfen: Bei einer Sitzung im damaligen Café "Lust" entschloss sich die Vorstandschaft zum Bau des Clubhauses.

Ein erster Bauentwurf wurde von Architekt Barner aus Ottenau der Verwaltung vorgelegt. Durch den Sportplatzumbau im Jahr 1963/64 verzögerte sich jedoch das Bauprojekt. Bei zahlreichen Gesprächen zwischen Bürgermeister Otto Götz und "Baupionier" Paul Wieland wurde Architekt Egon Link mit einem weiteren Entwurf beauftragt, der dann die Zustimmung der Vereinsverwaltung fand. Link, der von 1971 bis zu seinem Tod im Jahr 2006 in Michelbach wohnte, übernahm die Planungen und die Bauleitung für das Clubhaus.

Damit die Voraussetzungen für einen Baubeginn geschaffen werden konnten, waren die Erstellung einer Pumpstation an der Rotenfelser Straße sowie die Verlegung einer Wasserleitung zum Sportplatz und der notwendige Stromanschluss erforderlich. Diese Arbeiten wurden in Eigenregie durch zahlreiche Vereinsmitglieder durchgeführt.

Ein gutes Jahr später, am 30. Juni 1964, begann die erste Bauphase mit dem Umbau des Sportplatzes. Im selben Jahr beantragte der SV Michelbach bei der Gemeinde Bad Rotenfels die Überlassung des Grundstücks.

Eine Spendenaktion unter dem Motto "Bausteine fürs Clubhaus" wurde ins Leben gerufen. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im September wurde ein Modell vorgestellt, das vorsah, das Gelände auf 99 Jahren von der Gemeinde Bad Rotenfels in Erbbaupacht für einen jährlichen Pachtzins von zehn D-Mark zu erwerben. Am 27. August 1965 war es dann so weit: Die Baugrube wurde ausgehoben.

Die Bausumme betrug rund 240000 Mark, wobei die Gemeinde Michelbach einen Zuschuss in Form von Bauholz gewährte. Aus Toto-Lotto-Mitteln und vom Badischen Sportbund flossen rund 105000 Mark auf das Konto der Fußballer.

Der Chronist des Vereins hat genau Buch geführt: 8352 Arbeitsstunden der Verwaltung und 4550 Arbeitsstunden der Mitglieder zählte er. Am 1. April 1967 waren die Bauarbeiten abgeschlossen. Das neue Clubhaus umfasst unter anderem eine Gaststätte, mit 66 Sitzplätze im Lokal sowie eine Zweizimmerwohnung.

Richtfest ohne Baugenehmigung

Doch schon einige Jahre später fassten die Sportler neue Pläne: Der Wohnraum und die Küche sollten erweitert und eine Kegelbahn erstellt werden. Am 8. September 1979 feierten die Bauherren Richtfest - allerdings lag zu diesem Zeitpunkt noch keine Baugenehmigung von der Stadt Gaggenau vor. Nachdem diese im Dezember 1979 erteilt wurde, konnte am 6. Januar 1980 der Anbau an das Clubhaus eingeweiht werden.

Die Kosten des zweiten Bauabschnitts lagen bei rund 235000 D-Mark. Für weitere Objekte musste der SV Michelbach mit rund 100000 Mark in die Tasche greifen. Zum Beispiel für eine Flutlichtanlage, für die Neugestaltung des Gymnastikraums, die Renovierung des Außenbereichs oder für eine Gerätehütte.

Heute ist das Michelbacher Clubhaus eine Gaststätte mit XXL-Angebot. Das Besondere dabei ist, dass der Verein die Gastronomie selbst schultert. "Ich hätte niemals gedacht, dass ich als Vereinsvorstand auch einmal als Arbeitgeber fungiere", sagt der heutige Vorsitzende Reiner Rieger im Gespräch mit dem Badischen Tagblatt. Seine Frau Beate und Daniel Herm sind die treibenden Kräfte in Sachen Gastronomie, was einem Vollzeitjob gleicht.

Zu guter Letzt hat der SV Michelbach in den vergangenen Monaten aus dem einst berühmten "Stadion Rote Erde" einen Rasenplatz geschaffen.

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