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"Schwindlig" und "geschockt"
Neues Spielzeug ist noch eine der billigsten Ausgaben, wenn es um den Ausbau von Kindergärten wie St. Antonius in Ottenau geht.  Foto: dpa/BT-Archiv
05.04.2017 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Gaggenau - "Schon viel" und "eine stolze Summe" sind noch als moderateste Einordnungen gefallen. Oberbürgermeister Christof Florus "schockte die Zahl auch erst". Gemeinderat Stefan Schwaab (SPD) wird es gar "schwindlig bei den Quadratmeter-Preisen", die beim Umbau des Ottenauer Kindergartens St. Antonius im Raum stehen - 2,4 Millionen Euro soll die Vergrößerung um drei Gruppenräume verschlingen. Nur 600000 Euro waren jedoch im Doppelhaushalt 2017/2018 dafür veranschlagt.

Die Vervierfachung war allen Parteien im Gremium am Montagabend definitiv zu hoch - dennoch segneten die Räte den Umbau einstimmig ab. "Es geht schließlich nicht nur um Zahlen, sondern vor allem um Kinder", betonte SPD-Fraktionssprecher Gerd Pfrommer und mahnte, "die Kosten im Auge zu behalten. Bei zwei Millionen für drei Räume passt die Relation nicht." Dem schlossen sich Ferdinand Hurrle (FWG) und Rudolf Krumrey (Grüne) ebenso an wie den Ausführungen der CDU. Für diese hatte Dorothea Maisch in dieselbe Kerbe gehauen. "Bei dieser stolzen Summe müssen wir nachjustieren. Aber es ist richtig, dass wir in Ottenau die Vergrößerung angehen und investieren."

Kämmerer Andreas Merkel hatte zu Beginn des Tagesordnungspunkts erläutert, dass der seit rund 50 Jahren sechs Gruppen betreuende katholische Kindergarten an seine Grenzen stoße. Waren die Bedarfszahlen in Ottenau zuletzt bis 2015/16 auf 97 Plätze für die Ü3-Betreuung (Kinder über drei Jahre) geschrumpft, ermittelte die Stadt wie in anderen Einrichtungen wieder eine steigende Nachfrage. 117 Kinder werden heuer betreut, über 135 ab Herbst dürften 2018/19 gar 151 Ü3-Plätze nötig sein. Hinzu gesellen sich nach dem Ausbau zwölf Krippenplätze für die bis zu Dreijährigen (U3).

Mit Blick auf die laufenden Ausbaumaßnahmen in St. Marien und St. Laurentius in Bad Rotenfels sprach Merkel von "beachtlichen Beträgen", die ausgegeben werden müssen - "daran führt jedoch kein Weg vorbei, weil die Stadt die Verpflichtung hat, die Plätze anzubieten". Maßnahmen für die Kindergärten in Freiolsheim und Hörden sowie einen initiierten Waldkindergarten könnten den Stadtsäckel folglich noch mehr strapazieren. "Wir ermitteln permanent den Bedarf", betonte der Stadtkämmerer und führte die Baumaßnahmen auf drei Faktoren zurück: höhere Geburtenraten, einen generellen Bevölkerungsanstieg durch Zuzug und die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen in Gaggenau. Letztere schlage jedoch auf die jetzigen Zahlen noch nicht durch, unterstrich Merkel zusammen mit Dorothea Maisch.

Die reinen Baukosten sollen sich nach den aktuellen Planungen auf 2,15 Millionen Euro belaufen. Dafür entstehen im Erdgeschoss von St. Antonius drei neue Gruppenräume: einer für die Kindergruppe (45 Quadratmeter) plus Schlafraum (16 Quadratmeter), einer für die Ü3 (63 Quadratmeter) und einer zur Betreuung einer Kleingruppe. Im Obergeschoss müssen wegen des zusätzlichen Personals ein Pausenraum mit Teeküche, ein Besprechungszimmer, ein Bibliothek- und Materialraum sowie weitere Personaltoiletten entstehen.

Die Gesamtkosten klettern auf bis zu 2,4 Millionen Euro, weil die Stadt 75000 Euro für die Ablöse von zwei Mietwohnungen im Kindergarten einplant und dieselbe Summe für unvorhergesehene Ausgaben bereithält. Die 100000 Euro für die Projektsteuerung sollen gut angelegt sein, um alles irgendwie doch günstiger hinzubekommen.

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