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Gernsbacher zückt auf offener Straße seine Walther P 22
Gernsbacher zückt auf offener Straße seine Walther P 22
05.04.2017 - 00:00 Uhr
Gernsbach (stj) - Der Vorfall, der sich am 28. Oktober 2016 auf dem Parkplatz des Rewe-Marks in der Schwarzwaldstraße ereignete, bleibt wohl vor allem einer 47-jährigen Frau in Erinnerung, die zufällig in die Auseinandersetzung zweier Männer geriet. Der eine, der sich gestern vor dem Amtsgericht wegen Bedrohung und Körperverletzung verantworten musste, hatte den anderen nach einem verbalen Streit mit einer Schreckschusspistole bedroht. Das Opfer rannte davon, floh in den Wagen der Zeugin und rief Worte wie "fahr los, fahr los, Waffe, Waffe". Als die Gernsbacherin die Geschehnisse vor Gericht schilderte, brach sie in Tränen aus: Seit dem Vorfall leide sie unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, habe wochenlang nicht arbeiten können und befinde sich nach wie vor in ärztlicher Behandlung. Sie hatte allerdings weniger Probleme mit dem Täter, als vielmehr mit dem Opfer - mit dem sie nicht einmal zusammen im Wartezimmer auf ihre Aussage warten konnte.

Die Geschehnisse schilderte der Angeklagte wie folgt. Als er an jenem Oktoberabend gegen 19.30 Uhr zum Rewe einkaufen ging, sei ihm der 26-jährige Gernsbacher begegnet, der ihm noch 15 Euro geschuldet habe.

Zeugin leidet unter Angstzuständen

Auf einer Entfernung von circa 30 Metern sei es zu einer gestenreichen Auseinandersetzung gekommen, die in verbale Beleidigungen mündete. Als der Schuldner angedeutet habe, ihn abstechen zu wollen, seien beim Angeklagten die Sicherungen durchgeknallt. Er habe seine Walther P22 gezückt und sie auf den Gegenüber gerichtet. Dieser sei dann ins Auto der Zeugin geflohen. Von einem weiteren Zeugen, der zufällig hinzukam, wurde das Opfer schließlich aus dem Auto gezerrt und in der Folge vom Angeklagten mit dem sogenannten Polizeigriff auf dem Boden fixiert. Weitere Zeugen kamen hinzu, eine junge Dame kümmerte sich um die verstörte Frau aus dem Auto, ein anderer stellte die Pistole sicher, für die der Angeklagte einen Waffenschein besaß.

Opfer und zwei Zeugen sprachen in der Verhandlung von mindestens einem Faustschlag, den der 26-Jährige kassiert habe. Der Angeklagte bestritt dies. Für seine Verurteilung spielte das aber keine entscheidende Rolle, weil die Fixierung mit Polizeigriff schon den Tatbestand der Körperverletzung erfülle, wie Amtsgerichtsdirektor Ekkhart Koch erklärte. Das Opfer sei zwar "auch kein Kind von Traurigkeit" und in der Stadt als "Schnorrer" bekannt; "schnorren ist aber keine Straftat", so Koch. Die Behauptung des Angeklagten, der 26-Jährige habe ihm zu verstehen gegeben, ihn abstechen zu wollen, rechtfertige nicht das Ziehen seiner Pistole - zumal der junge Mann gar kein Messer dabei hatte. Der Angeklagte, der bisher strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten war, muss nun wegen Bedrohung und vorsätzlicher Körperverletzung 60 Tagessätze zu je 15 Euro zahlen; die Walther P22 wird eingezogen. Zudem muss ein Zeuge, der gestern trotz Ladung nicht vor Gericht erschienen war, ein Ordnungsgeld von 75 Euro entrichten.

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