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Ruhephase ohne Großprojekte
Ruhephase ohne Großprojekte
06.04.2017 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Loffenau - Wenn Bürgermeister Erich Steigerwald nach 40 Jahren die Amtsgeschäfte in neue Hände legt, hinterlässt er ein bestelltes Feld. Das wurde bei den Haushaltsreden aller Fraktionen deutlich, die am Dienstagabend auf die finanzielle Entwicklung der Gemeinde blickten. Neben der Freude über Erreichtes schimmerte hier und da jedoch auch ein wenig Skepsis durch, wie es in dem idyllischen Ort an der Landkreisgrenze zu Calw weitergeht.

Größtes Sorgenkind ist die Kinderbetreuung. "Selbstverständlich möchten wir alle, dass unsere Kinder auf einem hohen Niveau betreut werden", betonte Helmut Möhrmann, Sprecher von SPD & Aktive Loffenauer Bürger, stellvertretend für alle Fraktionen: "Aber wir kommen sowohl räumlich als auch finanziell an unsere Grenzen. Der Zuschussbedarf von circa 540000 Euro (...) nimmt uns viel Entscheidungsspielraum für weitere wichtige Infrastrukturmaßnahmen." Reiner Singer, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, bestätigte dies: "Wir haben jetzt einwohnergewichtet mit Abstand das höchste Defizit in der Verwaltungsgemeinschaft. Eine nachvollziehbare Aufarbeitung dieser Situation hat es bisher nicht gegeben." Bertram Herb, CDU, verwies zudem auf den Betriebskostenzuschuss von der Gemeinde an die Kirche, der mit "voraussichtlich 896000 Euro langsam beängstigende Ausmaße annimmt".

Agenda 2025 für Loffenau

Die Christdemokraten sehen "nur die Lösungsmöglichkeiten, dass Bund und Land diese Anforderungen überdenken und zurückfahren oder einen größeren Teil dieser Kosten übernehmen". SPD & Aktive Loffenauer Bürger fordern, die Belegung mit auswärtigen Kindern sofort zurückzufahren und schnellstmöglich entsprechende Gespräche aufzunehmen. Die Freien Wähler schlagen vor, eine externe Organisationsuntersuchung zu veranlassen. "Die Einrichtung eines an einem Standort konzentrierten Bildungszentrums - bestehend aus Kinderkrippe, Kindergarten, Grundschule, Schülerhort und Turnhalle - könnte eine Variante sein", meinte Singer.

Einigkeit herrschte bei den Fraktionen, die in der mittelfristigen Finanzplanung Loffenaus vorgesehene Reduzierung der Pensionsrücklage zu überdenken. "Nicht mit uns", unterstrich Bertram Herb für die CDU; die beiden anderen Fraktionen favorisieren den Abbau über einen längeren Zeitraum. Ebenso einig waren sich die Kommunalpolitiker darin, die Steuern und Gebühren anpassen zu müssen. Nach wie vor sei Loffenau diesbezüglich günstiger als sämtliche Nachbargemeinden. "Das wird allerdings nicht so bleiben", blickte Herb auf die Jahre 2018 fortfolgende voraus und schlug vor, dass sich Verwaltung und Gemeinderat wieder einmal in Klausur begeben sollten. Bürgermeister Steigerwald nannte eine Agenda 2025 als Zielvereinbarung, die man sich vornehmen sollte.

Großbaustellen sind 2017 in Loffenau keine geplant. Herb nannte dies eine kleine Ruhephase. In dieser stehen insbesondere die Sanierung des Kleinspielfelds bei der Turnhalle und des Trainingsplatzes beim Sportplatz sowie des stark verschlissenen Festplatzes im Blickpunkt. Für letzteren forderte Möhrmann "ein Nutzungskonzept für die Gesamtfläche: Die derzeitige Belegung des Platzes ist nach der Sanierung nicht mehr akzeptabel".

Im Bereich der Flüchtlingsunterbringung war die Gemeinde insbesondere im Vorjahr stark gefordert. Im aktuellen Haushaltsplan ist dafür lediglich die Außensanierung des Gebäudes Obere Dorfstraße 58 vorgesehen. Den entsprechenden Auftrag (geschätzte Bruttogesamtkosten: 56000 Euro) vergab der Gemeinderat am Dienstag einstimmig an den ortsansässigen Architekten Bertram Herb.

Weitere größere Haushaltsposten werden die Erstellung des Klimaschutzkonzepts und die Umrüstung der Straßenlampen auf LED-Technik sein. Während es die Freien Wähler positiv werten, dass man Investitionsmittel für den astronomischen Lehrpfad eingestellt hat (Alleinstellungsmerkmal), sehen dies die Christdemokraten kritisch: "Wir möchten uns nicht verzetteln und (...) immer weitere Lehrpfade kreieren, die dann kein Mensch sehen will." Dem Vorwurf Reiner Singers, die Gemeinde Loffenau habe beim Marketing Nachholbedarf, richtete Bürgermeister Steigerwald entgegen: "Das sehe ich nicht so: Die Wohn- und Lebensqualität in Loffenau sind bekannt, unsere Bauplätze begehrt."

In der Rücklage nur noch Kleingeld

"Dass wir in der Rücklage nur noch Kleingeld haben, ist klar: Wir haben aber auch Großes geleistet", blickte Steigerwald auf die vergangenen Jahre und Jahrzehnte zurück: "Wir haben keinen Investitionsstau."

Einstimmig verabschiedeten die Fraktionen den letzten Haushaltsplan und den Wirtschaftsplan Eigenbetrieb in der Ära Erich Steigerwald - und den ersten in der Verantwortung der neuen Kämmerin Daniela Tamba.

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