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Arbeiten im Kulturdenkmal
Symbolisieren zum einen den Zerfall eines der größten deutschen Papierproduzenten, zum anderen die Hoffnung auf bessere Zeiten: Die alten Holtzmann-Hallen in der Breitwies.
07.04.2017 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Forbach - Gewerbeflächen im Murgtal sind rar. Vielerorts ist es schwierig, Firmen zu vergrößern oder für Start-up-Unternehmen überhaupt geeignete Flächen zu finden. Was es allerdings zuhauf gibt, sind Industrieruinen - vor allem Dank der alten Holtzmann-Werke in Weisenbach und Forbach. Diese bergen nach wie vor riesiges Potenzial, insbesondere auf Gemarkung Langenbrand, wo sich Breitwies und Wolfsheck befinden: Beides ehemalige Holtzmann-Standorte, beide mit alten Hallen gesät, beide mit großen Kapazitäten für Neuansiedlungen. Sie symbolisieren zum einen den Zerfall eines der größten deutschen Papierproduzenten, zum anderen die Hoffnung auf mehr Gewerbe.

Einer, der als erster die Chance nutzte, sich in einem dieser Kulturdenkmale niederzulassen, ist Andreas Mantei. Vor 21 Jahren eröffnete er seine Schlosserei in der Breitwies als Ein-Mann-Betrieb. Heute zählt er zwölf Mitarbeiter und hat eigenen Angaben zufolge bereits mehrere hundert Tausend Euro in die ehemalige Holtzmann-Schmiede investiert. Er ist sich sicher, dass es Unternehmer gibt, die seinem Beispiel folgen würden, es fehle aber an Unterstützung seitens der Gemeinde. "Die Breitwies wird immer so stiefmütterlich behandelt, weil sich Forbach stark auf Wolfsheck konzentriert", erklärt Mantei im BT-Gespräch. Er rät dringend davon ab, dass die Gemeinde das Areal, auf dem bis 2007 Papier produziert wurde, kauft, um es selbst zu entwickeln. "Das Wolfsheck-Areal wäre geschenkt noch zu teuer", meint Mantei.

Hintergrund

Anders sehe das in seiner Nachbarschaft in der Fabrikstraße aus. Dort habe sich ohne Zutun der Gemeinde in den vergangenen Jahren ein kleines Gewerbegebiet entwickelt, auf dem aktuell etwa zehn Betriebe ansässig sind. "Es gibt immer wieder Anfragen", sagt Mantei. So wie von Manfred Frey, Inhaber der Firma ASR Abbruch GmbH, der sich vor circa drei Jahren in der Breitwies angesiedelt hat. Er und seine sechs bis acht Mitarbeiter nutzen die 7000 bis 8000 Quadratmeter große ehemalige Holtzmann-Papierhalle, um Material zu sortieren und zu lagern. Parallel zum Alltagsbetrieb "wird die Halle nach und nach hergerichtet", erzählt Frey, der sein Unternehmen von Esslingen an die Murg verlagert hat. Das Beispiel zeige Mantei, dass der Standort fernab einer Autobahn nicht unbedingt nachteilig sei für eine Gewerbeansiedlung. "Das ist natürlich auch eine Preisfrage", verweist der selbstständige Metallbaumeister an die teils horrenden Grundstückspreise außerhalb des Murgtals. Inzwischen habe man in der Breitwies eine weitere infrastrukturelle Hürde nehmen können: Das kleine Gewerbegebiet verfüge jetzt über eine ordentliche Breitbandversorgung, informiert Mantei.

Als Probleme in der Breitwies seien zuvorderst zwei zu nennen: Die teilweise unklaren Eigentumsverhältnisse auf dem Riesen-Areal und die Tatsache, dass die Fabrikstraße auf Gemarkung Forbach in Privatbesitz ist (sie gehört der Wasserkraft Murg Breitwies Schlechtau GmbH & Co. KG). Alle an der Straße liegenden Grundstückseigentümer haben ein vertraglich vereinbartes Mitbenutzungsrecht, aber auch die Verpflichtung zum Unterhalt. "Straßenbeleuchtung, Winterdienst, Fahrbahnerneuerung - das ist meines Erachtens Sache der Gemeinde, nicht einer Schlosserei", unterstreicht Mantei. Er hofft seit langem darauf, dass die Gemeinde die Fabrikstraße in kommunale Regie übernimmt. Darauf hatte er auch bei einem Besuch des Gemeinderats im April 2015 hingewiesen; getan hat sich seither aber nichts. "Es gibt dazu keinen neuen Sachstand", bestätigte Forbachs Bürgermeisterin Katrin Buhrke auf Anfrage.

Genau wie das Wolfsheck-Areal gehört Breitwies zu den Dauerbrennern des kommunalpolitischen Geschehens in Forbach. Beide werden wohl auch dieses Wochenende bei der Klausurtagung des Gemeinderats auf der Tagesordnung stehen, wenn über einen Strukturplan für Forbach diskutiert wird.

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