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"Exorbitant viele Rehe gerissen"
Rehe müssen zwischen Gernsbach und Michelbach auf der Hut sein. Hunde machen ihnen das Leben schwer.  Foto: dpa/av
12.04.2017 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Murgtal - "Die Zahl an gerissenen Rehen ist exorbitant. Das gab es noch nie", stellt Frank Schröder fest. Der Kreisvorsitzende der Badischen Jäger beklagt von April 2016 bis März 22 getötete Tiere zwischen Gernsbach und Michelbach und schiebt nach, "die Dunkelziffer wird in diesem Jagdjahr noch deutlich höher liegen, weil wir nicht alle Rehe am Wegesrand finden". Bisher registrierte der Jägerverband normalerweise pro Jahr "ein oder zwei getötete Tiere".

Die Waidmänner stehen vor einem Rätsel, warum die Zahl dermaßen explodierte. Schröder kann auch kaum einschätzen, ob es sich um "drei, vier schwarze Schafe handelt oder mehr", die mit ihrem Hund über Feld und Flur Gassi gehen - und ihren Vierbeiner von der Leine lassen.

Dass dies ernste Konsequenzen haben kann, erfuhren mittlerweile zwei Halter. "Zwei große Hunde, darunter ein Irish Setter, wurden dingsfest gemacht. Die Besitzer erwarten empfindliche Strafen, wenn Rehe oder kleine Wald- und Wiesenbewohner dem Jagdtrieb der Vierbeiner zum Opfer fallen.

"Die Höchststrafe beträgt bei Wilderei 5000 Euro", betont Schröder. Zudem könne dem Herrchen die "Haltung von Hunden abgesprochen werden. Im Extremfall droht gar die Erschießung des Tieres", stellt der oberste Jäger des Kreises klar.

Der 50-Jährige wünscht sich derlei "natürlich nicht. Ich bin selbst Hundebesitzer und weise dem Tier keine Schuld zu". Schließlich "folgt der Hund nur seinem Trieb und Instinkt. Als Verwandte des Wolfs jagen sie eben. Der Problemfall ist der Halter", stellt der Sulzbacher klar. Das gelte aktuell umso mehr, weil "hochträchtige Rehe nicht entkommen können, wenn ihnen Hunde nachjagen".

Waldbesucher sollen wachsam sein

In der aktuellen "Setzzeit" bis Mai müssten Hundehalter daher besonders sensibilisiert werden für das Thema und nicht im irren Glauben verharren, "mein Hund macht so etwas nicht". Der oberste Kreisjäger hofft, dass die "exorbitante Zahl" einmalig bleibt und sich die Verluste unter den Waldtieren wieder normalisieren. Spaziergänger und Sporttreibende in Wald und Flur ruft Schröder zu erhöhter Wachsamkeit auf, um uneinsichtige Hundehalter zu stellen.

Bei einem der verurteilten Fälle hatte ein aufmerksamer Beobachter die Autonummer notiert und die Polizei verständigt. Schwieriger werden die Ermittlungen, wenn ein unsensibler Hundehalter "am Morgen seinen Vierbeiner rauswirft aus der Wohnung", wie Schröder erzählt, und sich erst wieder abends um das Tier kümmert - aber auch in diesem Fall kam es zum Wohle der Rehe in den Murgtäler Wäldern zu einer Anzeige.

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