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Zwei Männer liefern sich wunderbares Psychoduell
Hendrik Pape (links) als Anton Schmidt und Thomas Höhne, der Filialleiter Götz mimt, zeigen eine erfrischende Komödie voller überraschender Wendungen.  Foto: Gareus-Kugel
12.04.2017 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach - "Wenn Sie mir den Kredit nicht geben, dann schlafe ich mit Ihrer Frau." Ein Satz, der Wirkung zeigt. Damit zettelt der katalanische Autor Jordi Galceran ein wunderbares Psychoduell zwischen zwei Männern an, das jede Minute eine andere Wendung nimmt und die Darsteller Thomas Höhne und Hendrik Pape am Rand des Nervenzusammenbruchs wandeln lässt. Eine erfolgreiche Premiere feierte am Freitag im Theater in der alten Turnhalle in Hilpertsau Galcerans Komödie "Der Kredit".

Das Schauspiel ist ein intelligent gemachtes Boulevardstück und erzählt in vergnüglichen drei Akten von zwei Männern - der eine ein Habenichts, der andere ein erfolgreicher Bankangestellter mit Familie, der es sich gerade in seinem Leben so richtig gemütlich gemacht hat. Bis zu dem Tag, als Anton Schmidt (Hendrik Pape) die Bankfiliale von Götz (Thomas Höhne) betritt. Es ist ein Tag, der das Leben des Filialleiters gründlich auf den Kopf stellen sollte.

Schmidt will einen Kredit. 3000 Euro sollen es sein. "Ich gebe ihnen mein Wort, das ist meine Sicherheit." "Und ich habe mich an meine Vorschriften zu halten", kontert schon leicht angenervt der Bänker. Damit ist der Kredit abgelehnt und die Geschichte könnte hier zu Ende sein. Das Gegenteil ist der Fall, denn an dieser Stelle nimmt das Theaterstück so richtig Fahrt auf. Ganz ruhig erklärt Schmidt daraufhin dem Filialleiter, dass er mit dessen Frau schlafen würde, wenn er das Geld, das er so dringend braucht, nicht bekomme. Nervös geworden versucht Götz, den Bittsteller wortreich aus seiner Bank hinaus zu komplementieren. Doch mit wenig Erfolg. Anton Schmidt sieht zwar nicht aus wie Brad Pitt, aber er sei Schwabe und zudem ein Frauenversteher. "Ich werde nichts tun, was sie nicht auch will." Außerdem scheint der Antragsteller Ahnung von Götz Familienverhältnissen zu haben. Genüsslich zeigt er seinem Kontrahenten die Konsequenzen seines Tuns auf. "Ich muss ihnen wehtun." Erklärt ihm, dass er wie sein Bruder in einer Hochhaussiedlung landen würde, wenn sich seine Frau von ihm trenne. Ganz zu schweigen von den Kindern, die er, Götz, nur noch alle 14 Tage sehen würde. Völlig verunsichert ruft der Bankangestellte seine Frau an. Erklärt ihr, was passiert ist, und erreicht das Gegenteil. In der Annahme, ihrem Mann nicht einmal 100 Euro wert zu sein, verlässt sie ihn.

"Der Kredit" ist eine brillant gespielte, erfrischende Komödie voller überraschender Wendungen. Immer abstruser werden im Spielverlauf die Wortgefechte der beiden Männer. Glaubwürdig werden die Charaktere von den Schauspielern, die sich auch um Ausstattung und Regie kümmerten, nachgezeichnet.

Gespielt wird nicht nur auf der Bühne im vorderen Teil der alten Turnhalle, genutzt wird auch als Spielraum der Hallenteil neben den Zuschauerplätzen. Höhne macht die Nervosität des möglicherweise gehörnten Ehemanns für das Publikum greifbar. Dieses wiederum quittiert Wortwitz und Darstellung mit viel Gelächter.

Die Ratschläge Schmidts, die er einem hilflosen Götz gibt, auf dass dieser seine Frau zurückgewänne, kommen bei den Zuschauern an. Trotz ständiger Präsenz wird die Rolle der Ehefrau Laura nicht visualisiert. Sie lebt einzig und allein in der Fantasie der Männer und durch deren starken Auftritte. Hin und her fliegen die Worte, begleitet von harten Faustschlägen auf dem Tisch, wenn Schmidt nicht willens ist zu kapieren.

Jede Silbe wird von den Schauspielern des Zweipersonenstücks pointiert und lustvoll auf den Punkt gebracht. "Gezeigt wird in dem Stück, mit viel Augenzwinkern, das Scheitern der Figuren in ihrer spezifischen Männlichkeit", führt Pape nach Spielschluss im BT-Gespräch aus. Weitere Auftrittstermine sind unter www.alteturnhalle.de gelistet.

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