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"Ein Ruck geht durch Forbach"
Malerisch gelegen - trotzdem verlor Forbach ein Drittel seiner Einwohner. Nun soll die Kehrtwende folgen.  Foto: Metz
15.04.2017 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Forbach - "Forbach first": An die vollmundigen Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump wollen die Lokalpolitiker nicht anknüpfen. Das Motto Muggensturms mit "Die Gemeinde auf der Überholspur" mag auch zu markig klingen - Forbach will aber künftig zumindest nicht dauernd überholt werden. Der Gemeinderat plant den Wechsel vom defensiven Rückwärts- in den Vorwärtsgang und hat jetzt den Blinker links gesetzt. Die bei einer dreitägigen Klausurtagung einstimmig abgesegneten "Leitlinien" sollen eine positive Entwicklung in Gang setzen.

"Ein Ruck muss und wird jetzt durch Forbach gehen", stellt Achim Rietz (FWG) zuversichtlich fest, nachdem die Gemeinde "immer schwächer geworden" sei. "Jetzt glauben wir wieder an uns und denken, dass wir 6000 Einwohner bis 2030 erreichen können", nennt der Gausbacher Ortsvorsteher den obersten Punkt der am vergangenen Wochenende erarbeiteten "Vision", die vorsieht, dass "Forbach wächst" durch "Leben, Arbeiten und Erholen im Einklang mit der Natur". Seit den Eingemeindungen in den 70er Jahren hatte die waldreiche Murgtal-Perle rund 300 Arbeitsplätze allein in der Papierindustrie verloren und büßte mehr als ein Drittel seiner einst 7500 Bürger ein - im Januar zählte man lediglich noch 4879 Seelen.

Als einen "vollen Erfolg" tituliert auch Horst Fritz von der SPD das "arbeitsreiche Wochenende" mit Bürgermeisterin Katrin Buhrke, Tourismus-Chef Thomas Hudeczek und drei Amtsleitern der Gemeinde - lediglich drei Gemeinderäte fehlten entschuldigt. Für eine positive Grundstimmung sorgte der verpflichtete Agrar- und Umweltingenieur Frank Leichsenring. Alle Parteien sind sich laut Fritz einig, dass der Moderator der Lörracher Firma "Komm ... Zept" "gute Arbeit leistete. Wir müssen ihn sehr loben. Uns machte die Tagung Spaß".

Kompass gemeinsam auf Visionen gestellt

Die Beschlüsse wie die gemeinsamen "fraktionsübergreifenden" Ziele, bei denen es "um die Sache ging", preisen Margrit Haller-Reif von den Grünen und Werner Schoch für die CDU genauso. "Wir haben den Kompass der Gemeinde auf gemeinsame Visionen ausgerichtet", freut sich Fritz, dass diesmal alle Parteien und die Verwaltung an einem Strang ziehen. "Das ist eine Basis für künftige Entscheidungen des Gremiums", erkennt Buhrke Fortschritte.

Die Gemeinde wähnt sich besser aufgestellt, als es nach außen hin wirkt. "Wir wollen unsere Stärken auf Grund der Topographie mehr darstellen", kündigt Fritz an und verweist auf die Vielzahl an familienfreundlichen Kindergartenplätzen im Luftkurort oder auf das Outdoor-Angebot für Sportler und Naturfreunde, die den Nationalpark genießen können.

Rietz und Schoch sehen die "digitale Lebensqualität" durch gute Breitband-Anbindung, die mit Unterstützung der Deutschen Telekom und dem Landratsamt Rastatt weiter verbessert werden soll, als Steilvorlage, um "neue Technologien anzusiedeln. Wir ergreifen dabei jede Chance", verspricht der Vertreter der FWG allen Unternehmen. Fritz verweist in diesem Zusammenhang auf die "Kostensituation in Forbach", die Firmen wie Familien "günstige Preise" garantierten - vor allem bei Start-ups erweisen sich die Nebenkosten oft am Anfang als K.o.-Kriterium, das zum baldigen Aus der guten Idee führt.

Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen in Gewerbe, Handel und Tourismus fordern die beschlossenen "Leitlinien" eine "schnelle Erreichbarkeit auf Straße und Schiene" sowie den Wandel zur "klimaneutralen Gemeinde mit regenerativer Energieversorgung". In diesem Bereich sieht Schoch als EnBW-Mitarbeiter den Ort bereits sehr gut positioniert: "Dank der gemeindeeigenen Wasserkraftwerke sind die Gemeindeeinrichtungen schon klima- und Forbach durch unseren Wald CO -neutral."

Dass die nun formulierten Ziele keine Selbstläufer sind, wissen die Gemeinderäte durch die Bank. "Die Machbarkeit ist auch wichtig unter Berücksichtigung der Möglichkeiten", stellt Schoch mit Blick auf die 19 Verwaltungsmitarbeiter im Rathaus und die über 60 weiteren Angestellten bei der Gemeinde klar. Es sei zudem wichtig, "alle Bürger einzubeziehen". "Es liegt noch viel Arbeit vor uns", weiß ebenso Rietz. Gleich die Ärmel krempelt Unternehmer Fritz verbal hoch: "Wir stellen uns den Herausforderungen positiv und werden uns nicht mit Bedenken aufhalten! Wir wollen gemeinsam dieses ehrgeizige Ziel erreichen."

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