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"Ich habe den Rundum-Blick"
Möchte sich am 24. April einen ersten Eindruck von Gernsbach verschaffen: Sabine Geiger. Foto: pr
19.04.2017 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Sabine Geiger heißt die erste Kandidatin für die Bürgermeisterwahl am 9. Juli. Sie wird auf dem Wahlzettel ganz oben stehen, mit dem die Gernsbacher Bürger nach 24 Jahren Amtszeit eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für Bürgermeister Dieter Knittel wählen. Er geht nach drei Amtszeiten altersbedingt in den Ruhestand.

Über die Osterfeiertage hat die 56 Jahre alte, unabhängige Kandidatin aus Neckartenzlingen (Landkreis Esslingen) ihre Bewerbung als Bürgermeisterin in der Papiermacherstadt eingereicht. Auf die Stelle ist sie über die Ausschreibung im Staatsanzeiger Baden-Württemberg aufmerksam geworden. Wie Geiger ihren Wahlkampf bestreiten will, stehe noch nicht genau fest. Zur Gemeinderatssitzung am 24. April werde sie nach Gernsbach kommen, erste Eindrücke der Papiermacherstadt sammeln und dann einen konkreten Plan erarbeiten, kündigte sie gestern im BT-Gespräch an.

Ihre berufliche Vita ist vielschichtig: Die 1961 in Reutlingen geborene Geiger hat Fachhochschulabschlüsse in den Fächern Sondermaschinenbau Textil (Universität Reutlingen) und Krankenschwester (Uni Tübingen). Für die Grünen saß sie von 1984 bis 1986 im Reutlinger Gemeinderat, verfügt sonst aber über wenig Erfahrung in der Kommunalpolitik. Das Engagement im Gemeinderat habe sie nach zwei Jahren aufgrund ihrer beruflichen Laufbahn beendet, die sie als Entwicklungs- und Vertriebsingenieurin nach Ingolstadt (Bayern) führte. Später leitete sie das Reutlinger Vertriebsbüro einer dänischen Firma, ehe sie auf Krankenschwester umschulte und 14 Jahre lang an der Uni Tübingen im Bereich Neurologie und Anästhesie arbeitete. Inzwischen sei die 56-Jährige berentet und bilde sich an der Uni Tübingen fort - unter anderem in den Bereichen erneuerbare Energien, Verwaltungs- und Polizeirecht.

Damit "konzentriere ich mich auf den beruflichen Wiedereinstieg", erklärt Sabine Geiger. Für diesen hat sie im Februar bei der Oberbürgermeisterwahl in Metzingen einen ersten Anlauf gestartet und kam gegen den Amtsinhaber Dr. Ulrich Fiedler (CDU) auf 5,9 Prozent der Stimmen. Dabei habe sie allerdings wertvolle Erfahrungen sammeln können - insbesondere bei der Kandidatenvorstellung vor mehr als 500 Besuchern in der Metzinger Stadthalle. Eine solche wird es auch in Gernsbach geben, wo sich die Bürgermeisterbewerber am 21. Juni in der Stadthalle präsentieren.

Bis dahin werde Sabine Geiger versuchen, die Gegebenheiten in Gernsbach und im Murgtal kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen - zum Beispiel über Wahlkampfauftritte im Rahmen des Gernsbacher Wochenmarkts, kündigt sie an.

"Ich habe gemerkt, dass es mir Spaß macht, den Menschen zuzuhören, mich für sie einzusetzen und anzuprangern, was schief läuft", erklärt Geiger ihre Beweggründe, in verantwortungsvoller Position in die Kommunalpolitik einzusteigen. Sie saß zwar einst für die Grünen im Gemeinderat, legt aber Wert darauf, dass sie parteilos ist und dies "auf jeden Fall" auch bleiben wolle. Dass sie noch keinen konkreten Einblick in die Gegebenheiten Gernsbachs habe, sieht die Quereinsteigerin nicht als Problem, sondern eher als Vorteil.

Genauso verhalte es sich mit ihrer beruflichen Vergangenheit: "Ich kenne mich in technischen und betriebswirtschaftlichen Dingen genauso aus wie mit den menschlichen Befindlichkeiten: Ich habe den Rundum-Blick", fasst sie ihre gesammelten Erfahrungen zusammen. Diese würde sie künftig gerne in Gernsbach einbringen und die Geschicke der Stadtverwaltung mit Lebenserfahrung und gesundem Menschenverstand leiten.

Bewerbungen für das Bürgermeisteramt in Gernsbach können noch bis Montag, 12. Juni, um 18 Uhr eingereicht werden. Weitere Kandidaten haben sich bislang nicht zu erkennen gegeben.

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