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In der Jurte zusammenwachsen
Beim Kochen hat jeder der Pfadfinder-Sippe ein festgelegtes Amt. Diese rotieren jedoch täglich.  Foto: Haller-Reif
21.04.2017 - 00:00 Uhr
Forbach (mhr) - Bald ist Mittagessenszeit bei den vier Sippen ("Runden") auf dem ehemaligen Schulhof der alten Schule in Raumünzach. Käsespätzle und Salat gibt es heute, gekocht wird im Freien auf offenem Feuer. Eine von vielen Aufgaben im Rahmen von Gruppenleitungskursen, zu denen sich Pfadfinder des BdP (Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder) aus ganz Baden-Württemberg einfanden.

Vor den Osterfeiertagen sind sie angereist, um eine Woche lang gemeinsam für praktische Lebensdinge Verantwortung zu übernehmen und das Zusammenwachsen zu lernen. Auch die Zubereitung der Mahlzeiten dient erfahrungsgemäß der Stärkung des Gruppen- und Zusammengehörigkeitsgefühls der elf- bis 15-jährigen Sipplinge. Bei dem launenhaften Aprilwetter stellt schon der Kochablauf eine nicht geringe Herausforderung für die einzelnen Gruppen dar. Für den täglichen Speiseplan sorgt eine bewährte Küchenmannschaft. Der warme Tee und frischgebackene Kuchen im "Steh-Café" oder die selbst gemachten Müsliriegel zwischendurch sind ihnen ebenfalls zu verdanken. Verantwortung gegenüber der Umwelt wird hier groß geschrieben. Das heißt regional und verpackungsarm einkaufen und statt des Autos den Schienenverkehr nutzen.

Beim Kochen hat jeder in der Sippe ein festgelegtes Amt, wobei die Ämter innerhalb der Woche von Tag zu Tag rotieren. Diesmal ist Leon (12) in seiner "Runde" für das Feuermachen zuständig, aber "wenig trockenes Holz auffindbar." Pech für Ellen, deren Aufgabe es war, das Feuerholz zu sammeln. Marius (14) alias "Seff" (so sein Pfadfindername) ist der Sippenführer, Anne die Materialwartin und Leonie die Köchin. Im übers Feuer gehängten "Hordentopf" sieden die Spätzle. So, wie es aussieht, wird es nicht mehr lange dauern, bis an ihrem "Feuertisch" das Mittagessen mit einem Essensspruch eingeleitet wird.

Sie sitzen gemütlich und trocken unter dem lediglich aus Stangen und Seilen zusammengebauten Planendach. Die universell einsetzbaren Planen aus robustem, wasserabweisendem Stoff wiederum sind Teile der sogenannten "Kohten" (Schwarzzelte). Aus jeweils vier Kohtenplanen ist das Schlafzelt für eine Sippe schnell aufgebaut und daher auch für Wanderungen mit Übernachtung gut geeignet. Etwa dann, wenn die Sippen "Auf Hajk" gehen, eine Art Schnitzeljagd in der Natur und für alle Beteiligten ein spannendes Erlebnis, bei dem Teamgeist und Kreativität gefragt sind.

Über die Zielsetzung der einwöchigen Gruppenleitungskurse geben Katharina Maidhof (Kursleitung KfX) und Stefan Welz, Landesvorsitzender vom Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder, Auskunft: In den Osterkursen in Raumünzach finden zwei parallel laufende Kurse statt. Der Basiskurs richtet sich an die 13- bis 15-Jährigen, der KfX an die 16- bis 18-Jährigen.

Im Basiskurs sollen sowohl die Programmgestaltung als auch die Leitung der wöchentlich in den einzelnen Ortsgruppen (Sippen) stattfindenden Gruppenstunden erlernt und erprobt werden. Oberstes Gebot ist der pfadfinderische Leitsatz "Learning by Doing". Laut Stefan Welz wird das Programm für die jüngeren Pfadfinder im Rahmen einer Spielgeschichte gestaltet. "In dieser erfahren und erleben die Kinder die Facetten des diesjährigen Mottos ,Schrottplatz' und ebenso den Sinn dahinter", fügt Katharina Maidhof an. Nun ergeben plötzlich auch die Girlande aus Plastiktüten über dem Eingangsbereich und der bewusst zusammengetragene kleine Schrotthaufen daneben einen Sinn.

Der KfX widmet sich praktischen und theoretischen Inhalten wie der Teamarbeit und Kommunikation. 15 Ausbilder planen Programmblöcke und Aktionen. Die Anwendung des Gelernten steht dabei im Vordergrund. Erklärtes Ziel ist es, die Jugendlichen für ihre Arbeit zu Hause aus- und weiterzubilden, ihnen Motivation zu vermitteln und Anregungen mitzugeben. Die große Schwarzzelt-Jurte wirkt abends bei den beliebten Singrunden bei Kerzenlicht, Tee und Keksen besonders heimelig. "Gerade in diesen gemütlichen, fröhlichen Runden merkt man, wie schnell und gut Gruppen zusammenwachsen", sagt Maidhof, "das begeistert und motiviert mich stets aufs Neue."

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